Gigbag oder Koffer: Wann welcher Schutz wirklich reicht

Gitarrenkoffer

Wer eine Gitarre transportiert, schützt Holz, Lack, Hardware und langfristig auch den Wert des Instruments. Daher sollten Gitarristen unbedingt auf eine gut geschützte Transportmöglichkeit achten und durchaus in ein ordentliches Behältnis investieren. Die Frage „Gigbag oder Koffer?“ hängt dabei allerdings weniger vom persönlichen Geschmack, sondern vor allem von Transportweg, Häufigkeit und Risiko ab. In diesem Beitrag nennen wir die verschiedenen Vor- und Nachteile und helfen dir bei deiner Entscheidung. Schließlich möchtest du lange etwas von deiner Gitarre haben und sie nicht durch kleinere Ungeschicke oder Unfälle beschädigen.

Gigbag: leicht, praktisch, oft völlig ausreichend

Ein Gigbag ist die ideale Lösung für den Musikeralltag. Es ist leicht zu tragen und für viele Wege die perfekte Mischung aus Schutz und Komfort.

Wann ein Gigbag ausreicht

Transportierst du deine Gitarre in erster Linie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto, ist ein Gigbag dein optimaler Begleiter. Auch auf kurzen Strecken sind Gigbags eine gute Wahl, denn die Unfallwahrscheinlichkeit ist hier sehr gering. Gehst du also zum Unterricht, zur Probe oder zu Freunden, kannst du dein Instrument so ausgezeichnet transportieren. Besonders Bags mit Rucksackgarnitur und Zubehörfach sind ausgesprochen praktisch, da sie sehr transportfreundlich sind. Hiermit hast du deine Hände frei und nötiges Zubehör und kleine Alltagsgegenstände kannst du ebenfalls mühelos verstauen. Achte aber darauf, dass die Gitarre beispielsweise im Auto nicht zu viel herumrutscht, denn auch gepolsterte Taschen stoßen bei abenteuerlichen Fahrstilen oder scharfen Kurven an ihre Grenzen.

Worauf du bei Gigbags achten musst

Gigbag ist jedoch nicht gleich Gigbag. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlich guter Schutzfunktion. So schützt ein dünnes Beutel-Gigbag ausschließlich vor Staub und kleinen Kratzern, während gut gepolsterte und stabile Varianten deutlich mehr aushalten. Aus diesem Grund solltest du definitiv auf eine gute Polsterung achten. Je dicker, desto sicherer ist dein Instrument vor Stößen und Druck. Außerdem ist eine Verstärkung an kritischen Stellen wie Kopfplatte und Boden unbedingt empfehlenswert. Hierbei handelt es sich um fragilere Gitarrenparts sowie Stellen, die beim Abstellen und Tragen einer höheren Belastung ausgesetzt sind. Zusätzlich solltest du auf stabile Nähte und Reißverschlüsse achten, damit das Gigbag nicht plötzlich aufreißt und die Gitarre herausfällt. Zwar musst du hierfür eventuell etwas tiefer in die Tasche greifen, jedoch erspart dir eine höherpreisige Gitarrentasche eventuell anstehende Reparaturkosten.

Achte sowohl bei Gigbags als auch bei Gitarrenkoffern außerdem genau darauf, ob das Modell zur jeweiligen Gitarrenform passt. Bei Westerngitarren und E-Gitarren ist der Gitarrentyp (auch markenabhängig) entscheidend, während es Konzertgitarren in verschiedenen Größen gibt. Damit du dir nicht versehentlich eine zu große oder zu kleine Variante kaufst, teste sie vorher oder erfrage die genauen Maße.

Beachtest du diese Kriterien, ist deine Gitarre gut vor Kratzern, versehentlichem Anrempeln und während des Alltagstransports geschützt. Ist sie hingegen starkem Druck und eventuellen Stürzen ausgesetzt oder wird im Aufgabegepäck transportiert, solltest du auf stabilere Transportmöglichkeiten zurückgreifen.

Gigbag für Westerngitarre
Protection Racket Acoustic Guitar Case Standard: Ein Gigbag mit allen Kriterien für einen sicheren Transport. (Bild: Protection Racket)

Koffer: maximale Sicherheit, weniger Komfort

Hier kommt ein Gitarrenkoffer ins Spiel. Dieser schützt weitaus besser vor Druck, Stößen und Unfällen. Liegt der Transport nicht vollständig in der eigenen Hand oder handelt es sich um ein besonders teures Instrument, ist er die richtige Wahl. Aus diesem Grund kommen Premium-Gitarren und Modelle aus den Custom Shops renommierter Hersteller auch in den allermeisten Fällen mit einem Koffer im Lieferumfang.

Wann ein Koffer sinnvoll ist

Transportierst du deine Gitarre häufig in Bus und Bahn, ergibt die Verwendung eines Gitarrenkoffers definitiv Sinn. Gerade zu Stoßzeiten kann hier schnell etwas passieren. Auch in vollen Proberäumen und im Auto mit viel Gepäck bewahrst du dein Instrument besser im Koffer auf, da es hier einfach schneller umgestoßen werden kann und weitaus mehr Druck ausgesetzt ist.

Nicht zu unterschätzen sind auch Temperaturschwankungen, Kälte oder wechselnde Umgebungsbedingungen. Schutz bedeutet schließlich nicht nur Stoßschutz. Gitarren reagieren stark auf trockene Luft und schnelle Temperaturwechsel, worüber du dich auch in dem Artikel Luftfeuchtigkeit – So schützt du deine Gitarre richtig! näher informieren kannst. Gute Koffer sind hermetisch versiegelt, was die Gitarre vor Schäden aus jenen Gründen bewahrt.

Das stabile Fame Tweed Case.

Spezialfall: Reisen und Flugzeug

Da du bei Flugreisen, zumindest im Aufgabegepäck, wenig Kontrolle über die Handhabung deiner Gitarre hast, ist hier ein zuverlässiger Schutz unerlässlich. Als Handgepäck ist ein guter Koffer oder ein stabiles Gigbag ausreichend. Im Aufgabegepäck solltest du jedoch ernsthaft über die Anschaffung eines Flightcases nachdenken. Dies ist für regelmäßig fliegende Musiker die sicherste Variante.

MUSIC STORE Flightcase Guitar
Das MUSIC STORE Flightcase Guitar für E-Gitarre.

Fazit: Gigbag oder Koffer?

Für den Alltag und ungefährliche Strecken ist ein Gigbag mit guter Polsterung meist ausreichend. Kurze Wege, ein kontrollierter Transport und eine ruhige Umgebung bergen in der Regel kein großes Risiko. Ein Koffer ist die bessere Wahl, wenn du dich mit deinem Instrument in hektischen und unübersichtlichen Umgebungen bewegst, Druck und Stöße eine reale Gefahr sind und es sich bei deiner Gitarre um ein Modell mit hohem Wert (egal, ob preislich oder emotional) handelt. Wer seine Gitarre also regelmäßig transportiert, profitiert am meisten, wenn der Schutz den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst ist. Schließlich soll die Gitarre heil dort ankommen, wo sie hingehört: sicher, spielbereit und ohne böse Überraschungen.

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