Ibanez SR500N-MAM Test: moderner Allround-Bass mit flexibler Elektronik

Der Ibanez SR500N-MAM verbindet die kompakte Soundgear-Form mit zwei Nordstrand Big Break Pickups und umfangreicher Klangregelung.

Der Ibanez SR500N-MAM erweitert die traditionsreiche Soundgear-Serie um einen modernen Viersaiter mit schlankem Hals, zwei Nordstrand Big Break Pickups und einer auffallend flexiblen Klangregelung. Für 680 Euro kombiniert der Bass die typischen Stärken der SR-Reihe – Komfort, geringes Spielgefühl und vielseitige Einsetzbarkeit – mit einer Elektronik, die auch anspruchsvolleren Anwendungen auf Bühne und im Studio gerecht wird.

Der SR500N-MAM richtet sich an Bassist:innen, die nicht nur einen bestimmten Vintage-Sound suchen, sondern ein Instrument für unterschiedliche musikalische Situationen. Ob Pop, Rock, Funk, Gospel, Fusion, Coverband oder Recording: Der Bass bringt die Voraussetzungen mit, sich schnell an Rolle, Arrangement und Amp-Setup anzupassen.

Soundgear-Konzept mit modernem Auftritt

Die SR-Serie gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bassreihen von Ibanez. Ihr Grundgedanke ist klar: Ein ergonomisch geformter Korpus trifft auf einen ausgesprochen schlanken, schnell spielbaren Hals. Der SR500N-MAM bleibt diesem Konzept treu und setzt auf einen konturierten Okoume-Korpus, der sich angenehm an den Körper schmiegt.

Okoume ist ein vergleichsweise leichtes Holz und passt gut zum modernen Charakter des Basses. Die Bauform wirkt weniger wuchtig als bei traditionellen P- oder J-Bass-Modellen. Das kann bei längeren Proben, Konzerten oder Sessions ein echter Vorteil sein. Besonders Spieler:innen, die ein kompaktes Instrument bevorzugen oder beim Spielen viel Bewegungsfreiheit schätzen, dürften mit dem SR-Design schnell zurechtkommen.

Das dunkelblaue Matt-Finish wirkt edel und eigenständig, ohne den Bass optisch zu überfrachten. Zusammen mit der schwarzen Hardware entsteht ein moderner, klarer Auftritt, der gut zur Klangphilosophie des Instruments passt.


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Ibanez SR500N-MAM Midnight Arctic Ocean Matte

Schlanker Hals, flaches Spielgefühl

Ein zentraler Grund für die anhaltende Beliebtheit vieler SR-Bässe ist ihr Halsprofil. Beim SR500N-MAM verwendet Ibanez einen fünfteiligen Hals aus geröstetem Ahorn und Walnuss. Die mehrteilige Konstruktion soll für Stabilität sorgen; der geröstete Ahorn ist zudem auf bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgelegt.

Mit einer Sattelbreite von 38 mm bewegt sich der Hals deutlich auf der schlanken Seite. Die Halsstärke beträgt 19,5 mm am ersten und 21,5 mm am zwölften Bund. Das Resultat ist ein schnelles, eher flaches Spielgefühl, das besonders für moderne Spieltechniken, schnelle Linien und den Wechsel zwischen Fingerstyle, Plektrum und Slap geeignet ist.

Das Palisandergriffbrett besitzt 24 Medium-Bünde und einen Radius von 305 mm. Die volle Zwei-Oktaven-Erweiterung pro Saite und die tief ausgeformten Cutaways erleichtern den Zugang zu den hohen Lagen. Das kommt Sololinien, Akkordspiel und melodischen Bassparts entgegen. Die Abalone-Oval-Inlays sind dabei dezent genug, um die klare Optik nicht zu stören, aber im Bühnenalltag gut sichtbar.

Die Longscale-Mensur von 34 Zoll liefert die vertraute Saitenspannung eines klassischen Viersaiters. Ab Werk ist der Bass mit D’Addario EXL165-Saiten in .045–.105 bespannt. Das ist eine universelle Wahl, mit der sich der SR500N-MAM sowohl für dynamisches Fingerstyle-Spiel als auch für definierte Plektrum-Sounds und Slap einsetzen lässt.

Zwei Nordstrand Big Break Humbucker, MR5S-Steg und aktive 3-Band-Elektronik mit Passivmodus machen den SR500N-MAM klanglich vielseitig.
Zwei Nordstrand Big Break Humbucker, MR5S-Steg und aktive 3-Band-Elektronik mit Passivmodus machen den SR500N-MAM klanglich vielseitig.

Nordstrand Big Break Pickups

Für die Tonabnahme setzt Ibanez auf zwei passive Nordstrand Big Break Humbucker. Sie sitzen im modernen Soapbar-Format, arbeiten jedoch mit einer Split-Coil-Konstruktion. Dadurch kombinieren sie einen kräftigen, druckvollen Klang mit der klaren Ansprache eines Singlecoils – bei gleichzeitig guter Nebengeräuscharmut.

Der Hals-Pickup ist die passende Adresse für runde, tragfähige und fundamentstarke Basssounds. Er sollte sich besonders für Pop, Soul, Singer/Songwriter, R&B und alle Situationen eignen, in denen der Bass einen warmen Unterbau liefern soll, ohne an Definition zu verlieren. Der Steg-Pickup bringt mehr Attack und Durchsetzungskraft. Hier treten Anschlag, Artikulation und ein engeres Bassfundament deutlicher in den Vordergrund – ideal für Rock, Fusion, Pick-Spiel, Slap oder dichte Produktionen.

In der Mittelstellung verbindet der SR500N-MAM beide Klangwelten zu einem klaren, kontrollierten Allround-Sound. Sein Charakter bleibt dabei modern und eher präzise als rau oder vintage-orientiert. Das ist eine Stärke, wenn ein Bass im Mix sauber arbeiten und schnell auf unterschiedliche Anforderungen reagieren soll.

Wer allerdings den knurrigen, ungeschliffenen Charakter eines alten Precision oder Jazz Bass sucht, wird beim Ibanez einen anderen Ansatz finden. Der SR500N-MAM möchte nicht möglichst nostalgisch klingen, sondern ein flexibles Werkzeug mit zeitgemäßer Ansprache sein.

Der aktive 3-Band-EQ bearbeitet Bässe und Höhen breitbandig; für die Mitten stehen drei wählbare Frequenzzentren bei 250, 450 und 700 Hz zur Verfügung.
Der aktive 3-Band-EQ bearbeitet Bässe und Höhen breitbandig; für die Mitten stehen drei wählbare Frequenzzentren bei 250, 450 und 700 Hz zur Verfügung.

Aktiver 3-Band-EQ mit wählbaren Mitten

Die Elektronik ist eines der stärksten Argumente für den SR500N-MAM. Neben Volume und Pickup-Balance stehen Regler für Bass, Mitten und Höhen zur Verfügung. Damit lässt sich der Grundsound schnell an Amp, Raum, Band oder Aufnahmesituation anpassen.

Besonders interessant ist der zusätzliche Dreiwegschalter für die Mittenfrequenz. Er legt den Fokus des Mittenreglers auf 250, 450 oder 700 Hz. Damit lässt sich nicht nur mehr oder weniger Mittenanteil einstellen, sondern gezielt beeinflussen, welche Aufgabe der Bass im Arrangement übernimmt.

Bei 250 Hz lässt sich der Klang voller und kräftiger gestalten. Das kann helfen, wenn ein Bass mehr Wärme und Gewicht liefern soll. Die Stellung bei 450 Hz eignet sich gut für präsente, ausgewogene Band-Sounds. Hier gewinnt der Bass an Kontur, ohne schnell scharf oder nasal zu werden. Bei 700 Hz treten Attack und Definition stärker hervor. Diese Einstellung kann sinnvoll sein, wenn sich einzelne Noten besser durch Gitarren, Keyboards oder ein dichtes Schlagzeugbild durchsetzen sollen.

Der 3-Band-EQ ermöglicht damit eine deutlich gezieltere Klangbearbeitung als einfache Standard-Elektroniken. Gerade für Spieler:innen, die mit verschiedenen Bands, unterschiedlichen Backlines oder im Homerecording arbeiten, ist das ein echter praktischer Vorteil. Statt ständig am Verstärker oder an einem externen Preamp nachzujustieren, lässt sich der Grundsound direkt am Instrument anpassen.

Volume, Pickup-Balance und der 3-Band-EQ werden durch einen EQ-Bypass sowie den dreistufigen Mittenfrequenzschalter ergänzt. Im Passivmodus arbeitet der Höhenregler als Tone-Regler.
Volume, Pickup-Balance und der 3-Band-EQ werden durch einen EQ-Bypass sowie den dreistufigen Mittenfrequenzschalter ergänzt. Im Passivmodus arbeitet der Höhenregler als Tone-Regler.

Passivmodus als klangliche und praktische Erweiterung

Der SR500N-MAM besitzt einen EQ-Bypass-Schalter. Wird die aktive Elektronik deaktiviert, arbeitet der Bass passiv. Der Höhenregler übernimmt dann die Funktion eines klassischen Tone-Reglers. Das erweitert die Möglichkeiten des Instruments sinnvoll: Der Sound wird nicht automatisch zu einem Vintage-Ton, kann aber etwas direkter, puristischer und zurückhaltender eingestellt werden.

Der Passivmodus ist außerdem ein wichtiger Praxisvorteil. Sollte die Batterie im ungünstigsten Moment leer sein, bleibt das Instrument spielbar. Das ist bei einem aktiven Bass keineswegs selbstverständlich und macht den SR500N-MAM als Arbeitsinstrument deutlich verlässlicher.

In Verbindung mit den Nordstrand-Pickups ergeben sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Arbeitsweisen: Aktiv liefert der Bass mehr Kontrolle, Reserven und moderne Präsenz; passiv kann er etwas unmittelbarer und reduzierter eingesetzt werden. Wer einen Bass für viele Situationen sucht, profitiert genau von dieser Flexibilität.

Schlanke SR-Kopfplatte mit vier schwarzen Mechaniken und Zugang zum Halsstab.
Schlanke SR-Kopfplatte mit vier schwarzen Mechaniken und Zugang zum Halsstab.

MR5S-Steg und anpassbarer Saitenabstand

Beim Steg verwendet Ibanez den MR5S. Der Saitenabstand beträgt 19 mm und entspricht damit dem, was viele Viersaiter-Spieler:innen als komfortablen Standard empfinden. Das bietet genug Platz für eine kontrollierte rechte Hand und eignet sich sowohl für Fingerstyle als auch für Slap-Techniken.

Die einzelnen Saitenreiter lassen sich um jeweils 1,5 mm seitlich verschieben. So kann der Saitenabstand in einem gewissen Rahmen an die persönliche Spielweise angepasst werden. Das ist kein Feature, das jede:r sofort nutzen wird, aber ein Zeichen dafür, dass Ibanez die Anpassbarkeit des Instruments ernst nimmt.

Die Hardware ist schwarz gehalten und fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein. Ein Koffer oder Gigbag gehört allerdings nicht zum Lieferumfang. Das sollte beim Kauf eingeplant werden, wenn der Bass regelmäßig zur Probe, zum Gig oder ins Studio transportiert wird.

Die rückseitig montierten Ibanez-Mechaniken und die mehrteilige Halskonstruktion sollen Stabilität und komfortable Bespielbarkeit verbinden.
Die rückseitig montierten Ibanez-Mechaniken und die mehrteilige Halskonstruktion sollen Stabilität und komfortable Bespielbarkeit verbinden.

Für Bühne, Probe und Homestudio

Der Ibanez SR500N-MAM ist ein typischer Bass für Menschen, die mit einem Instrument viele Aufgaben abdecken möchten. In einer Coverband kann er vom warmen Begleitsound bis zur präsenten Rock-Linie unterschiedlichste Rollen übernehmen. Im Studio helfen die klare Ansprache und die nebengeräuscharmen Pickups dabei, ein gut kontrollierbares Signal aufzunehmen. Auch für Musikschulen, ambitionierte Hobby-Musiker:innen oder semiprofessionelle Live-Anwendungen bietet das Konzept viel Gegenwert.

Sein schlanker Hals dürfte vor allem Bassist:innen gefallen, die Geschwindigkeit, Reichweite und ein geringes Griffgefühl schätzen. Wer dagegen ein besonders massives Halsprofil oder ausschließlich traditionelle Sounds bevorzugt, sollte den Bass vor dem Kauf anspielen. Der SR500N-MAM will nicht alles imitieren, sondern seine eigene moderne Klangsprache anbieten.

Im Preisbereich um 700 Euro ist die Kombination aus Nordstrand-Pickups, aktiv/passiv schaltbarer Elektronik, wählbaren Mittenfrequenzen und einstellbarem Saitenabstand sehr attraktiv. Der Bass bietet nicht nur viele Funktionen auf dem Datenblatt, sondern Funktionen, die sich im musikalischen Alltag tatsächlich einsetzen lassen.

Der ergonomisch konturierte Okoume-Korpus und der fünfteilige Hals aus geröstetem Ahorn und Walnuss prägen die Rückansicht.
Der ergonomisch konturierte Okoume-Korpus und der fünfteilige Hals aus geröstetem Ahorn und Walnuss prägen die Rückansicht.

Fazit: Ibanez SR500N-MAM

Der Ibanez SR500N-MAM ist ein moderner, sehr gut ausgestatteter Viersaiter mit klarer Ausrichtung auf Flexibilität und komfortable Bespielbarkeit. Seine größten Stärken sind der schlanke Soundgear-Hals, die druckvollen Nordstrand Big Break Pickups und die durchdachte Elektronik. Besonders der EQ-Bypass und die drei anwählbaren Mittenfrequenzen machen ihn zu einem Bass, der sich ungewöhnlich gut an unterschiedliche Songs, Bands und Recording-Situationen anpassen lässt.

Für 680 Euro liefert Ibanez ein überzeugendes Gesamtpaket für fortgeschrittene Einsteiger:innen, ambitionierte Hobbyspieler:innen und Musiker:innen, die einen vielseitigen Bass für Bühne und Studio suchen. Wer kompromisslosen Vintage-Charakter möchte, findet passendere Alternativen. Wer dagegen Wert auf einen schnellen Hals, moderne Klänge und flexible Klangformung legt, bekommt mit dem SR500N-MAM ein starkes Arbeitsinstrument.

Pro

  • Vielseitige Elektronik mit aktivem 3-Band-EQ, Passivmodus und Mittenwahlschalter
  • Schlanker, schnell spielbarer und stabil konstruierter Hals
  • Nordstrand Big Break Pickups mit Druck, Klarheit und nebengeräuscharmer Ansprache

Contra

  • Kein Gigbag oder Koffer im Lieferumfang
  • Moderner Grundcharakter ist weniger für kompromisslose Vintage-Sounds geeignet

Link zum Hersteller: Ibanez

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