Lakewood M-32 CP Deluxe im Test: Deutsche Gitarrenbaukunst auf höchstem Niveau?

Lakewood M-32 CP Deluxe

Ein vollmassiver Korpus mit einer Decke aus europäischer Fichte und Boden & Zargen aus ostindischem Palisander, ein Cutaway Design, professionelle Fertigung aus deutscher Produktion und ein L. R. Baggs Tonabnehmersystem: Die Lakewood M-32 CP Deluxe vereint wahrhaftig alles, was anspruchsvolle Gitarristen von ihrem Instrument erwarten. Nicht umsonst handelt es sich hierbei um das beliebteste Modell aus der Lakewood-Familie. Doch für wen eignet sich diese Westerngitarre genau? Kann sie mit den großen US-amerikanischen Herstellern mithalten und welches Potenzial steckt eigentlich in ihr? In diesem Testbericht nehmen wir die Konstruktion, das Klangverhalten und die Ausstattung der Gitarre einmal näher unter die Lupe.

Was steckt hinter der Lakewood Deluxe Serie?

Die Lakewood M-32 CP Deluxe ist Teil der gehobenen Deluxe Serie und zeichnet sich durch erlesene Tonhölzer, meist Palisander und Fichte, in Hochglanzlackierung aus und setzt mit Griffbrett und Steg aus Ebenholz sowie vergoldeten Mechaniken auf bewährte Features.

Optisch sind die meisten Modelle wie auch die Lakewood M-32 CP Deluxe ausgesprochen schlicht gehalten, aber mit feinen dekorativen Details versehen. So zeigt das natürlich belassene Finish unseres Testobjekts die feine Maserung und hervorragende Verarbeitung der Tonhölzer, während ein Binding aus Palisander, eine Schalllochrosette mit Holzkern und Abaloneringen, Griffbretteinlagen in Form von Bicolor Rhomben sowie ein Lakewood-Logo aus Perlmutt auf der Kopfplatte dezente Akzente fürs Auge bieten. Auch wenn die Gitarre bewusst schlicht gehalten ist, wird also dennoch nicht auf geschmackvolle Einzelheiten verzichtet.

Auch die Bundenden, Lackübergänge, Sattelkerben und die Stegeinlage machen am Testinstrument einen sorgfältig verarbeiteten Eindruck und zeigen, dass es sich hierbei definitiv um ein hochwertiges Instrument aus der Produktion erfahrener Gitarrenbauer handelt. Somit lässt sich bei der ersten Begutachtung definitiv nichts bemängeln.

Lakewood M-32 CP Deluxe
Eine Grand Concert aus professioneller Fertigung.

Grand Concert Body mit Cutaway

Nimmt man die M-32 CP Deluxe in die Hand, ist ihr auffälligstes Merkmal der handliche Grand-Concert-Korpus, der besonders jenen gefallen dürfte, die ein kompaktes Spielgefühl bevorzugen. Ganz subjektiv gesprochen bietet er eine sehr angenehme Spielhaltung und liegt komfortabel in der Hand. Doch dies ist natürlich immer von den persönlichen Vorlieben abhängig.

Solo-Enthusiasten bietet das Modell darüber hinaus ein Cutaway Design, das die Finger ungehindert über alle Bünde fliegen und Soloparts sowie die Geduld der Mitmusiker so richtig ausreizen lässt. 😉

Die Halskonstruktion der M-32 CP Deluxe für ein traditionelles Spielgefühl

Der Gitarrenhals der M-32 CP Deluxe vermittelt ein ausgesprochen traditionelles Spielgefühl mit standardisierten und altbewährten Konstruktionsmerkmalen. Gefertigt aus Cedro mit C-Profil, fühlt sich der Hals ausgesprochen ausgewogen an. Diese universelle Form hat sich zum Standard-Halsprofil zahlreicher Hersteller entwickelt, da es verschiedenen Spielstilen entgegenkommt. Für Spieler, die ein flaches Halsprofil bevorzugen, könnte das C-Profil hingegen etwas unhandlich wirken. Gerade bei einer Gitarre mit stolzem Preis solltest du schließlich unbedingt darauf achten, dass dir jedes Detail zusagt. Eine Gitarre, die sich nicht gut anfühlt, entwickelt sich nämlich schnell zur reinen Zimmerdeko. Und das wäre doch schade.

Eine angenehme Bespielbarkeit garantiert außerdem das Griffbrett aus Ebenholz, das im Gitarrenbau zu den bevorzugten Hölzern für Stege und eben Griffbretter zählt. Solltest du jetzt Bedenken aufgrund von Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben: Lakewood verarbeitet ausschließlich zertifizierte Tonhölzer aus legaler, kontrollierter und nachhaltig bewirtschafteter Forstwirtschaft. Aus Gründen umweltschonender Produktionsprozesse setzt das Unternehmen übrigens auch auf erneuerbare Quellen (Quelle: Lakewood).

Lakewood M-32 CP Deluxe head
Eine großzügige Sattelbreite von 45 Millimetern.

Sattelbreite und Mensur und ihre Auswirkungen auf die Spielbarkeit

Sattelbreite und Mensur sind zunächst nur Maßangaben auf dem Papier, wirken sich aber in der Praxis auf erstaunliche Weise auf die Bespielbarkeit einer Gitarre aus. Mit einer Breite von 45 Millimetern verfügt die Lakewood M-32 CP Deluxe über einen für Westerngitarren großzügig bemessenen Sattel, was unter anderem Spielern mit großen Händen entgegenkommt. Doch auch Fingerpicker profitieren von dem breiteren Sattel und dem daraus folgenden größeren Saitenabstand, denn je mehr Platz, desto leichter gehen die Zupfmuster von der Hand. Wer jedoch einen schmaleren Hals bevorzugt, ist mit den sonst überwiegend zu findenden Sattelbreiten von 42 bis 43 Millimetern dauerhaft besser bedient. Auch wenn das auf den ersten Blick wirklich nicht als ein großer Unterschied erscheint, wirkt sich der Größenunterschied dennoch auf das Greifgefühl aus.

Die Mensur von 650 Millimetern orientiert sich hingegen an den Standardmaßen für Akustikgitarren. Sie unterstützt vor allem eine knackige Ansprache, ein straffes Spielgefühl und bietet zudem eine vertraute Grundlage für unterschiedliche Spieltechniken und Stimmungen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass sowohl Sattel als auch Stegeinlage aus Knochen gefertigt sind. Knochen gilt im Gitarrenbau als besonders hochwertige Ausstattung, da er langlebig und präzise zu bearbeiten ist. Die Saitenkerben können so besonders sorgfältig eingearbeitet werden, was sich hervorragend auf die Schwingungsübertragung auswirkt und auch die Stimmstabilität positiv beeinflusst.

Vergoldete Gotoh SGL-510Z Mechaniken

Maßgeblich für die Freude am Gitarrenspiel sind natürlich auch die Mechaniken. Sind diese nicht stimmstabil und präzise, werden andauernde Unterbrechungen zum Nachstimmen schnell zum Störfaktor. Aus diesem Grund setzt Lakewood hier auf vergoldete Gotoh SGL-510Z Mechaniken, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch einen ausgezeichneten Job machen. Diese Stimmmechaniken zählen zu den gehobenen Produkten des japanischen Herstellers und überzeugen durch ihre ausgefeilte Konstruktion. Ihre Saitenspannung lässt sich durch ihre Leichtgängigkeit besonders feinfühlig regulieren, während die Gitarre zeitgleich äußerst stimmstabil bleibt. Das i-Tüpfelchen bilden die Stimmflügel aus Ebenholz, die einen geschmackvollen Akzent auf der Kopfplatte setzen.

Klang: Was darf man von der M-32 CP Deluxe erwarten?

Kommen wir zum wichtigsten Aspekt einer hochwertigen Akustikgitarre: ihrem Klang. Mit einer Decke aus europäischer Fichte und Boden sowie Zargen aus ostindischem Palisander verwendet Lakewood hier die absoluten Klassiker, die in zahlreichen High-End-Gitarren auf dem Markt verbaut sind.

Massive Decke aus europäischer Fichte: Herzstück der Klangproduktion

Die Hauptdarstellerin in der Klangproduktion ist zweifelsohne die Gitarrendecke. Massiv und aus europäischer Fichte gefertigt, erzeugt sie den typisch brillanten Klang mit einer schnellen Ansprache und definierten Tönen. Sie bietet einen besonders höhenbetonten Sound, der sich schnell entfaltet. Übrigens achtet der Hersteller auch hier auf eine umweltschonende Beschaffung: So oft wie möglich verwendet Lakewood europäische Tonhölzer, um die Emissionen des Transports möglichst gering zu halten.

Boden und Zargen aus ostindischem Palisander

Eine perfekte Ergänzung zum Gesamtklang präsentieren unterdessen Boden und Zargen aus massivem ostindischem Palisander. Palisander, auch oft als Hi-Fi beschrieben, ist für seinen tiefen Bass, definierte Mitten und klaren Obertöne bekannt, was zu einer ausgezeichneten tonalen Balance des Gitarrenklangs beiträgt. Der von Lakewood selbst als „ausgewogen, klangstark und harmonisch rund“ beschriebene Klangcharakter lässt sich nach dem Anspielen definitiv bestätigen.

Picking und Strumming: geht beides?

Aus einem hochwertigen Instrument einer hohen Preisklasse sollte natürlich auch einiges rauszuholen sein. Die Grand-Concert-Bauform und der vergleichsweise großzügige Saitenabstand machen die M-32 CP Deluxe auf dem Papier zu einer interessanten Fingerstyle-Gitarre. Die verschiedenen Frequenzbereiche kommen hier gleich stark zur Geltung und reagieren auch auf einen leichten Anschlag. Um noch etwas mehr Definition herauszuholen, sind ein Plektrum oder Daumenpicks auch empfehlenswert.

Doch auch Strumming sollte bei einer Grand Concert der Oberklasse drin sein. Zwar kommt sie natürlich nicht an das Klangvolumen und den Bassbereich einer Dreadnought heran, dennoch deckt die Gitarre ein breites Spektrum zwischen sanfter Liedbegleitung und kräftigerem Strumming ab. Wenn du zum Beispiel zum Gitarrenspiel singst, ist sie eine hervorragende Begleitung, da sie mit ihrem ausgewogenen Klangkonzept deine Stimme nicht überlagert.

Die Lakewood M-32 CP Deluxe als Bühnengitarre

Um den Einsatz der M-32 CP Deluxe möglichst vielseitig zu gestalten, ist sie mit dem L. R. Baggs Anthem ausgestattet, einem aktiven Tonabnehmersystem, das die patentierte TRU•MIC-Technologie mit einem Piezo-Tonabnehmer unter dem Steg verbindet. Während der Piezo-Tonabnehmer eine direkte Signalübertragung sicherstellt, fängt die Mikrofontechnologie mehr vom akustischen Charakter der Gitarre ein.

Um den Klang zudem nach den eigenen Vorlieben modifizieren zu können, verfügt das System über einen Preamp mit Volume- und Tone-Regler im Schallloch. Damit ist die M-32 CP Deluxe definitiv interessant für Live-Musiker.

Preis-Leistungs-Verhältnis der M-32 CP Deluxe

In ihrer Preisgestaltung bewegt sich die M-32 CP Deluxe definitiv im oberen Bereich und ist kein Instrument für nebenbei. Aus diesem Grund eignet sie sich besonders für weit fortgeschrittene Gitarristen, die viel spielen. Einsteiger oder Gelegenheitsspieler sollten sich besser in niedrigeren Preiskategorien umsehen.

Allerdings hat Qualität ihren Preis. Aus hochwertigen Komponenten gefertigt, vollmassiv, mit Tonabnehmer und Gitarrenkoffer und nicht zuletzt ihrer sauberen Verarbeitung sind die Anschaffungskosten dieser Gitarre definitiv gerechtfertigt.


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Lakewood M-32 CP Deluxe

Lakewood gegen Martin und Taylor: Wo positioniert sich die M-32 CP Deluxe?

In ihrer Preisklasse trifft die M-32 CP Deluxe auf starke Konkurrenz aus Amerika. Naheliegend ist beispielsweise der Vergleich mit Martin und Taylor, die vergleichbare Modelle in ihrem Sortiment führen, allerdings teilweise unterschiedliche Konstruktionsphilosophien verfolgen. Während sich Martin auf traditionelle Dreadnought- und Orchestra-Gitarren konzentriert, entwickelt Taylor kontinuierlich neue Konstruktionsansätze, die in jüngster Vergangenheit beispielsweise in der Next Generation Series umgesetzt wurden.

Lakewood hingegen setzt wiederum verstärkt auf europäische Gitarrenbautradition und verbindet diese mit klassischen Tonholzkombinationen. Gerade darin liegt aber auch der Reiz dieses Modells: Die Lakewood bietet eine spannende Alternative zu den bekannten amerikanischen Herstellern und zeigt, wie eigenständig moderner Gitarrenbau aus Deutschland sein kann.

Die Spezifikationen der Lakewood M-32 CP Deluxe

  • Bauform: Grand Concert mit Cutaway
  • Decke: massive europäische Fichte
  • Boden & Zargen: massiver ostindischer Palisander
  • Finish: Natural Finish in Hochglanzlackierung
  • Hals: Cedro
  • Halsprofil: C
  • Griffbrett: Ebenholz
  • Inlays: Bicolor Rhomben
  • Anzahl Bünde: 20
  • Sattelbreite: 45 mm
  • Sattelmaterial: Knochen
  • Mensur: 650 mm
  • Steg: Ebenholz
  • Stegeinlage: Knochen
  • Bridge Pins: Ebenholz
  • Mechaniken: Gotoh SGL-510Z
  • Stimmflügel: Ebenholz
  • Hardware: Gold
  • Tonabnehmer: L. R. Baggs Anthem
  • Finish: Natural in Hochglanzlackierung
  • Rosette: Holzkern mit Abaloneringen
  • Herkunft: Deutschland
  • Koffer enthalten

Bilder: Lakewood

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