Eastwood kündigt Bariton-Gitarre mit 35 Bünden an

BG64 Guitarlin

Eastwood BG64 Baritone Guitarlin

Bariton-Gitarren haben in den letzten Jahren einen festen Platz im Werkzeugkasten vieler Gitarristen gefunden. Aber: Auf der einen Seite öffnet ihr tiefer, druckvoller Sound neue klangliche Räume, andererseits stößt man in Soli schnell an tonale Grenzen. Genau an diesem Punkt setzt ein ungewöhnliches Instrument an, das im Sommer als Serienmodell erscheinen soll. Mit der BG64 Baritone Guitarlin präsentiert Eastwood eine Bariton-Gitarre mit außergewöhnlichen 35 Bünden, die tiefes Fundament mit einem stark erweiterten Tonumfang verbindet.

Die Idee hinter dem Instrument stammt von Musiker und Content-Creator Michael Weber (The Michael Weber Show, MTVs Amazingness). Weber kombinierte zwei Konzepte, die ihn schon lange faszinierten: klassische Bariton-Gitarren mit ihrem tiefen Register und sogenannte Guitarlin-Instrumente mit besonders großer Bundzahl. „Zwei meiner Lieblings-Gitarrentypen sind tiefe Bariton-Gitarren und Gitarren mit erweitertem Tonumfang“, erklärt Weber im begleitenden Video. Bei Live-Auftritten habe er häufig erlebt, dass ihm auf einer Bariton-Gitarre schlicht die hohen Töne ausgehen. „Deswegen wollte ich diese beiden Instrumente miteinander kombinieren.“

BG64 Headstock © Eastwood
BG64 Headstock © Eastwood

Der erste Prototyp entstand aus einer modifizierten Danelectro-Bassgitarre mit langer Mensur. Gemeinsam mit dem US-Gitarrenbauer JH Guitar Works ließ Weber das Instrument so umbauen, dass es erstmals als Bariton-Gitarre mit 35 Bünden spielbar wurde. Als das Projekt online Aufmerksamkeit bekam, entwickelte sich daraus eine Zusammenarbeit mit Eastwood. Das Ergebnis ist nun ein Serienmodell, das Webers ursprüngliches Konzept aufgreift.

Bariton-Fundament trifft erweiterten Tonumfang

Kernidee der BG64 ist die Verbindung zweier gegensätzlicher Bereiche des Griffbretts. Einerseits liefert die 30-Zoll-Mensur den typischen Druck einer Bariton-Gitarre, gestimmt von B zu B. Gleichzeitig erweitert der ungewöhnliche 35-Bund-Hals den Tonumfang um mehr als eine Oktave. „Dadurch sind plötzlich Licks möglich, die man sonst gar nicht spielen könnte.“ Damit die hohen Bünde erreichbar bleiben, besitzt das Instrument einen eingeleimten Ahornhals mit modernem C-Profil. Diese Konstruktion erleichtert laut Weber den Zugang zu den oberen Lagen.

Retro-Design mit ungewöhnlicher Konstruktion

Optisch orientiert sich die BG64 an Eastwoods TB64-Six-String-Bass und greift Elemente der experimentellen Gitarrenlinien der 1960er-Jahre auf. Weber verweist im Video auf historische Vorbilder: Das Design sei „optisch von der seltenen Teisco-Linie inspiriert, in der damals ungewöhnliche Modelle wie ein sechssaitiger Bass entstanden“.

Der Korpus besteht aus Erle, ausgestattet mit zwei speziell entwickelten Single-Coil-Pickups. Die Schaltung orientiert sich ebenfalls an Vintage-Konzepten: Zwei On/Off-Schalter für die Pickups sowie ein Rhythm/Solo-Switch bestimmen den Klang, ergänzt durch klassische Volume- und Tone-Regler. Serienmäßig verfügt die Gitarre über eine Tune-o-matic-Brücke mit Stop-Tailpiece. Optional kann sie jedoch mit einem Les-Trem-Tremolo ausgestattet werden.

Für Weber war das Projekt ursprünglich keine Marketingidee, sondern eine praktische Lösung für sein eigenes Spiel: „Diese Gitarre ist aus meiner Notwendigkeit heraus entstanden, als Gitarrist mehr musikalisches Terrain abdecken zu können.“ Die BG64 richtet sich also an Spieler, die zwischen Rhythmusarbeit und Lead-Parts wechseln möchten, ohne das Instrument zu tauschen. Erhältlich sein soll das Instrument ab dem 27. Juli diesen Jahres.

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