Gitarrenständer, Wandhalter, Aufbewahrung: Gitarre sicher lagern

Gitarrenständer und Wandhalter

Wohin mit der Gitarre, wenn gerade nicht gespielt wird? Ob zu Hause, im Proberaum oder nur während einer kurzen Pause: Ein sicherer Halt ist für das Instrument entscheidend, wenn du Schäden und unnötige Reparaturen vermeiden möchtest. Diese sind zudem immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Schaust du dich im Sortiment des Musikalienhändlers um, findest du auch gleich unzählige Modelle an Gitarrenständern, Wandhalterungen, Koffern und Taschen. Dabei solltest du allerdings nicht bloß darauf achten, welche Lösung dir am besten gefällt, sondern auch wie sicher deine Gitarre gelagert werden muss. Dieser Artikel zeigt dir, wie Gitarrenständer, Wandhalter und Aufbewahrung sinnvoll gewählt werden, damit du langfristig Freude an deinem Instrument hast.

Die größten Risiken für deine Gitarre

Der absolute Klassiker ist natürlich der Sturz. Ein versehentliches Gegenstoßen, ein unerwartet starker Kabelzug und schon kippt die Gitarre. Besonders gefährdet sind dabei die empfindlicheren Parts wie Kopfplatte, Hals und sämtliche Kanten. Auch bei falscher Lagerung kann einiges schiefgehen. So kann beispielsweise Druck zu Verformungen führen, die sich relativ bald bemerkbar machen. Dazu reagieren manche Lackierungen auf Weichmacher in der Auflage von Gitarrenständern und zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann zu Rissen, einem Verziehen der Hölzer oder scharfen Bundenden führen. Über den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Gitarre kannst du dich übrigens näher in dem Beitrag Luftfeuchtigkeit – So schützt du deine Gitarre richtig! Informieren.

Gitarrenständer: schnell, flexibel und richtig stabil

Gitarrenständer zum Aufstellen auf dem Boden sind die unkomplizierteste Lösung – und dazu noch ausgesprochen dekorativ. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen auf dem Markt.

Gitarrenständer-Typen mit ihren Vor- und Nachteilen

Der A Frame Ständer ist ein leichtes und kompaktes Modell, das sich ideal für zu Hause eignet. Der Korpus steht auf zwei Auflagen und lehnt an einer Stütze. Hier ist jedoch zu beachten, dass die Gitarre besonders bei regem Betrieb schnell heruntergerissen werden kann, da A Frames nicht über eine zusätzliche Sicherung verfügen.

Für mehr Sicherheit solltest du auf einen Dreibein-Ständer mit Halsgabel zurückgreifen. Während die Dreibein-Konstruktion eine höhere Standfestigkeit gewährleistet, hält die Gabel (oft noch mit einem zusätzlichen Verriegelungsmechanismus) das Instrument in Position. Dennoch solltest du auch hier auf Stolperfallen achten und dafür sorgen, dass der Gitarrenständer auf einer ebenen Fläche steht.

Gitarrensammler oder Profis mit mehreren Instrumenten sind definitiv gut mit einem Mehrfachständer beraten. Hiermit sparst du Platz und schaffst dazu noch Ordnung in den Räumlichkeiten.

Fender Universal Stand
Auch praktisch: Der Fender Universal A Frame Stand mit verstellbaren Bügeln. (Bild: Fender)

Worauf beim Kauf eines Gitarrenständers achten?

Wichtig ist natürlich, dass der Gitarrenständer zum jeweiligen Instrument passt. Akustikgitarren benötigen entsprechend eine größere Auflagefläche als eine E-Gitarre. Auch ungewöhnliche Bauformen erfordern besondere Maßnahmen. Spieler von Fender Offset-Instrumenten zum Beispiel sollten daher zu einem zur Bauform passenden Gitarrenständer greifen.

Gerade bei schweren Instrumenten solltest du zudem auf einen möglichst breiten und schweren Fuß achten. So gerät der Gitarrenständer nicht so schnell aus dem Gleichgewicht und kann das Gewicht der Gitarre besser ausbalancieren. Darüber hinaus ist eine Halsstütze mit Sicherung in hektischen Umgebungen dringend empfehlenswert. Diese verhindert, dass das Instrument bei versehentlichen Stößen herausrutscht.

K&M Gitarrenständer
Gitarrenständer mit Kork-Auflagen für Gitarren mit Nitrolack. (Bild: K&M)

Auch das Kontaktmaterial verdient Beachtung. Wichtig ist eine hochwertige Polsterung, die Kratzer am Lack verhindert. Besondere Vorsicht ist außerdem bei Premium-Instrumenten mit Nitrolack geboten! Die Weichmacher herkömmlicher Gitarrenständer reagieren mit dieser empfindlichen Lackierung und erzeugen unschöne Verfärbungen. Abhilfe kannst du zum Beispiel mit einem Baumwolltuch über den Kontaktpunkten schaffen. Am empfehlenswertesten sind jedoch Gitarrenständer mit Auflageflächen aus Kork oder transluzentem Elastomer, die in der Produktpalette von König & Meyer zu finden sind. Hiermit kannst du ganz sicher sein, dass deine Gitarre nicht mit Weichmachern in Berührung kommt.

Wandhalter: Platz sparen, aber richtig montieren

Wandhalter sind eine besonders platzsparende und optisch ansprechende Lösung zur Aufbewahrung der Gitarre. Fest montiert und passend zum Modell, bewahren sie das Instrument vor Schäden und machen es darüber hinaus schnell griffbereit. Gerade in kleinen Räumen sind sie effizient und schaffen ganz nebenbei eine großartige Wand-Deko.

Taylor Guitar Hanger
Der dekorative Taylor Ebony Guitar Hanger. (Bild: Taylor Guitars)

Die passende Halterung

Wie auch bei einem Gitarrenständer ist die passende Konstruktion entscheidend für einen sicheren Halt. Daher sollte die Halsgabel absolut stabil sein und im besten Fall über eine integrierte Sicherung verfügen. So stellst du sicher, dass deine Gitarre nicht einfach herausrutscht. Außerdem muss die Halterung zur Halsbreite passen, um einerseits Stabilität zu garantieren und andererseits das Instrument nicht einzuengen. Besitzt die Gitarre eine asymmetrische Kopfplatte, muss auch hier eine passende Halterung her, damit sie gerade hängt. Wähle natürlich auch bei Wandhaltern das richtige Kontaktmaterial, um den Gitarrenlack nicht zu beschädigen.

Massive Wände

Ebenso wichtig ist das Fundament, an dem der Wandhalter montiert wird. Eine Halterung ist schließlich nur so sicher wie die Wand, die sie trägt. Mit passenden Dübeln und Schrauben kannst du in massiven Wänden aus Stein oder Beton eine sehr zuverlässige Befestigung erreichen. Trockenbauwände sind hingegen mit Vorsicht zu genießen, da einfache Dübel meist nicht den erforderlichen Halt bieten. Auch der Montageort sollte nicht unbeachtet bleiben. Vermeide daher eine Montage direkt neben Türen, Laufwegen und Stoßkanten, um das Unfallrisiko zu senken.

Aufbewahrung im Case oder Gigbag

Die Aufbewahrung der Gitarre im Case oder Gigbag gehört zweifelsohne zu den sichersten aller Möglichkeiten. Während sich Gitarrenständer und Wandhalterungen besonders für den schnellen Zugriff eignen und einen dekorativen Zweck erfüllen, bieten Taschen und Koffer deutlich mehr Schutz vor versehentlichen Stößen oder dem Umfallen. Ob du deine Gitarre allerdings lieber in einem Behältnis aufbewahren solltest, kommt wieder ganz auf die Umstände an. Mehr dazu auch in dem Artikel Gigbag oder Koffer: Wann welcher Schutz wirklich reicht.

Case

Ein Case ist in puncto Schutz die sicherste Wahl. Mit seiner harten Schale, einer weichen Polsterung und einer genau auf die Gitarre abgestimmte Passform schirmt es das Instrument hervorragend ab. Druck und Schläge werden sicher abgewehrt, während die empfindlichen Gitarrenparts zusätzliche Unterstützung erfahren. Aus diesem Grund liefern Gitarrenhersteller teure Modelle gleich in einem Koffer. Gerade für längere Lagerzeiten oder den Transport im vollen Kofferraum ist ein Gitarrenkoffer besonders sinnvoll.

Cases bieten einen hohen Schutz

Gigbag

Ein Gigbag ist vor allem aufgrund seiner Flexibilität und Transportfreundlichkeit beliebt. Es ist leicht und verfügt meist über eine Rucksackgarnitur, mit der du deine Gitarre bequem von A nach B transportieren kannst. Um der Gitarre aber ausreichenden Schutz zu bieten, solltest du ein Gigbag mit einer ordentlichen Polsterung, robusten Reißverschlüssen und verstärkten Bereichen an Boden und Kopfplatte wählen. Dies schützt zwar natürlich nicht so zuverlässig wie ein Case, bietet aber dennoch eine sichere Aufbewahrung in ruhiger Umgebung.

Gigbag für Westerngitarre
Gigbag für Flexibilität beim Transport und mit mittlerem Schutz.

Exkurs: Klima beim Lagern der Gitarre: Gitarrenständer, Wandhalter oder Case?

Möchtest du deine Gitarre möglichst gut vor Temperaturschwankungen oder einem ungünstigen Luftfeuchtigkeitsgehalt schützen, kommst du um ein Case nicht herum. Gitarrenständer und Wandhalter schützen ganz offensichtlich am wenigsten vor Umgebungsschwankungen. Das Instrument ist der Raumluft schließlich völlig ausgeliefert. Doch auch hier zählt schlichtweg eine gute Kontrolle über die Luftfeuchtigkeit. Beachtest du dies, kann deiner Gitarre nichts passieren. Am wichtigsten ist dabei ein optimaler Standort: keine Fensterplätze, nicht an Außenwände stellen und von Heizkörpern fernhalten.

Fazit: Gitarrenständer, Wandhalter oder Case als Lagerort

Du siehst also: Eine sichere Aufbewahrung beginnt nicht beim schönsten Gitarrenständer, sondern bei Stabilität, Montage und Klima. Während Bodenständer Flexibilität bieten und Wandhalter Platz sparen, ist ein Case oder zumindest ein Gigbag oft die sicherste Option. Entscheidend ist, dass Holz und Lack nicht geschädigt werden und die Umgebung nicht zu trocken oder feucht ist. Mit gezielten Maßnahmen bleibt das Instrument länger in Form und die Freude am Spielen wird nicht durch Reparaturen unterbrochen.

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