(…und mit üppigem Preisschild, doch dazu später mehr.) „Das ist eine ganz andere Gitarre als die, die wir normalerweise machen“, kommentiert Misha Mansoor, seines Zeichens Djent-Pionier und Jackson-Endorser, sein neuestes, in einigen Aspekten ungewöhnliches Signature-Instrument. Die neue USA Signature Misha Mansoor Baritone Surfcaster™ aus dem Hause Jackson Guitars wurde gemeinsam mit Master Builder Pat Campolattano entwickelt. Sie verbindet grob gesagt, die klassische Ästhetik der Offset-Form mit kompromisslos modernen Spezifikationen.
Schon der Ansatz zeigt, wohin die Reise gehen sollte. Mansoor selbst beschreibt das Instrument als Gratwanderung: „Normalerweise bewege ich mich im Bereich der Superstrats. Diese Gitarre sollte sich zwischen zwei Welten bewegen.“ Gemeint ist die Balance aus Vintage-Anmutung und High-Performance-Design – ein Konzept, das sich konsequent durch alle Details zieht.
Technisch ist die Surfcaster alles andere als nostalgisch. Herzstück ist die 30″-Bariton-Mensur, weil diese nicht nur dickere Saitensätze erlaubt, sondern vor allem extreme Tieferstimmungen stabil und definiert abbilden soll. Selbst Experimente im Bereich des tiefen B♭ bleiben laut Hersteller klar und kontrolliert. Die Klarheit sei gar „kind of insane!“, so der 41-Jährige.
Moderne und klassische Offset

Mansoor Surfcaster Body (Quelle: YouTube)Der Korpus aus Roasted Ash trifft auf einen quartersawn Caramelized Flame Maple Neck, eine Kombination, die laut Jackson sowohl Resonanz als auch strukturelle Stabilität verbessert. Ergänzt wird dies durch Edelstahlbünde, Luminlay-Markierungen und einen flachen 20″-Griffbrettradius, der sich klar an modernen Spieltechniken orientiert. Auch bei der Hardware bleibt die Gitarre konsequent auf Performance ausgelegt: Hipshot Fixed Bridge, Locking Tuner und ein Pickup-Set aus Bare Knuckle Juggernauts sollen genau das liefern, was man von Mansoor erwartet: druckvolle Low-Mids, präzise Ansprache und eine Durchsetzungskraft, die auch in dichten Arrangements funktioniert. Interessant ist dabei, wie stark sich das Instrument laut Mansoor auf den kreativen Prozess ausgewirkt habe: „I didn’t expect it to inspire me so much“. So wurde tatsächlich wurde ein substanzieller Teil des am 15. Mai erscheinenden Albums von Periphery mit genau dieser Gitarre eingespielt.

Optisch greift die Gitarre mit ihrem Army Drab Green Nitro-Relic Finish die Geschichte des Surfcaster-Designs auf, das ursprünglich eher im Surf- und Country-Kontext verortet war. Gleichzeitig verschiebt die moderne Ausstattung das Instrument klar in Richtung Progressive Metal und Djent. Dass es sich um ein streng limitiertes Custom-Shop-Modell handelt, passt somit ins Bild: „Diese Gitarre ist selten. Und sie wird auch selten bleiben, weil es sich um eine im Custom Shop von Hand gebaute Master-Build-Serie handelt.“ Und so machen Jackson und Mansoor auch beim Preis keine Kompromisse. 9500 Euro muss der Periphery-Fan für eine USA Signature Misha Mansoor Baritone Surfcaster™ hinblättern. Die Signature-Mansoor-Juggernauts gibt es schon für ein Zehntel dieses Preises.

