Behringer belebt 90er-Kult neu: Ring Stinger & Flange With No Name
Mit dem Ring Stinger und dem Flange With No Name bringt Behringer zwei Effektpedale auf den Markt, die sich klanglich und konzeptionell klar an legendären Boutique-Klassikern der 90er-Jahre orientieren, allerdings zu einem erschwinglichen Preis von rund 100 €. Kenner der Szene dürften schnell Parallelen zu den raren Kreationen der britischen Effektpedalschmiede Lovetone erkennen, deren Pedale zwischen den 90er- und 2000er-Jahren für Furore sorgten und bis heute Kultstatus genießen. Lovetone galt als Inbegriff für interessante Schaltungen, ungewöhnliche Modulationskonzepte und eigenständige Designs, wodurch die Bodentreter ihrer Zeit voraus waren und bis heute für enorm hohe Gebrauchtmarktpreise gehandelt werden.
Der Ring Stinger und Flange With No Name sollen nicht nur äußerlich an die außergewöhnlichen Boutique-Ikonen erinnern, sondern den authentischen Sound und die umfangreiche Steuerung für einen vergleichsweise schmalen Taler liefern. Welche Features die beiden neuen Behringer-Pedale mitbringen, erfahrt ihr hier!
Features des Ring Stinger & Flange With No Name
Ring Stinger – Ringmodulation trifft Fuzz
Der Behringer Ring Stinger kombiniert Ringmodulator und Fuzz in einem Pedal und bewegt sich klanglich weit jenseits klassischer Effektstandards: Metallische Obertöne, synthetische Texturen und aggressiv zersetzte Lead-Sounds entstehen durch das Zusammenspiel aus VCO, LFO und Fuzz-Schaltung. Regler für Depth, Rate, VCO Freq, Drive, Timbre und Blend erlauben tiefe Eingriffe in das Klanggeschehen, während unterschiedliche Wellenformen für LFO und VCO zusätzliche Variationen eröffnen. Separate VCO-In- und Outputs sowie ein Expression-Anschluss für die LFO-Depth unterstreichen den experimentellen Anspruch. Das robuste Metallgehäuse ist zudem perfekt für den praktischen Bühneneinsatz – konzeptionell bleibt der Ring Stinger jedoch ein echtes Klanglabor für alle, die bewusst mit Konventionen brechen möchten.
- Ringmodulator und Fuzz in einem Pedal
- Regler für Depzh, Rate, VCO Freq, Drive, Timbre und Blend
- LFO-Schalter (Triangle/Square/ Triangle/Square)
- VCO-Schalter (Sine/Triangle/ Sawtooth/Square)
- 6.3 mm Klinkeneingang
- Separate VCO-In- & Outs, LFO Depth-Expression-Eingang, 6,3 mm Output
- Betrieb per 9 V DC Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten)

Flange With No Name – Jet-Sweeps im 90s-Gewand

Mit dem Flange With No Name widmet sich Behringer einem weiteren Lovetone-inspirierten Klassiker: einem organisch klingenden Analog-Flanger mit einzigartigem Charakter. Von subtil schwebenden Modulationen bis hin zu extremen Jet-Sweeps deckt das Pedal ein enormes Klangspektrum ab. Regler für Manual, Depth, Rate, Up Gain, Reaction und Action ermöglichen detaillierte Klangformung, während der LFO-Schalter zusätzliche Modulationsvarianten bietet. Die LFO-Steuerung, CV-Input sowie die Möglichkeit zum Stereo-Routing machen den Flange With No Name ebenso interessant für Synthesizer oder andere Line-Instrumente.
- Analoges Flanger-Pedal
- Organischer Vintage-Flanger-Sound mit klassischem Jet-Sweep-Charakter
- Regler für Manual, Depth, Rate, Up Gain, Reaction, Action
- LFO-Schalter zur Anpassung der Modulationscharakteristik
- Mono- und Stereo-Betrieb
- 6,3 mm Klinkenein- und -ausgang
- Stromversorgung via 9 V DC Netzteil; kein Batteriebetrieb (nicht im Lieferumfang enthalten)

Fazit: Boutique zum Budget-Preis
Mit dem Ring Stinger und dem Flange With No Name verfolgt Behringer klar das Ziel, die klangliche DNA der inzwischen legendären Lovetone-Schaltungen in ein zeitgemäßes und vor allem bezahlbares Format zu übertragen. Während originale Lovetone-Pedale heute als rare Sammlerstücke gehandelt werden, interpretiert Behringer deren unkonventionelle Konzepte neu und macht sie zu einem Preis von rund 100 € einem deutlich größeren Publikum zugänglich. Dabei geht es weniger um reine Nostalgie, sondern um die Wiederbelebung eines bestimmten Denkansatzes: Effektpedale als experimentelle Klangwerkzeuge, die bewusst über klassische Overdrive-, Delay- oder Modulationsstandards hinausgehen.
Besonders Musikerinnen und Musiker mit Hang zur Klangforschung dürften hier aufhorchen. Beide Pedale richten sich nicht nur an Gitarristen und Bassisten, sondern sprechen dank umfangreicher Modulationsmöglichkeiten, LFO-Steuerung, CV-Optionen und Stereo-Betrieb auch Synthesizer-User und Produzenten an, die mit Drum-Machines, Samplern oder anderen Line-Instrumenten arbeiten. Wie ihre historischen Vorbilder verstehen sich Ring Stinger und Flange With No Name als kreative Grenzgänger, die bewusst abseits des Mainstreams positioniert sind.

