Machen wir uns nichts vor: Effektpedale kann man nie genug haben! Zu zahlreich ist das Angebot an bunten und vielfältig klingenden Tretern, als dass wir uns die Frage, ob wir nicht doch noch die nächste Deluxe-Version eines Screamer-Schaltkreises oder ein weiteres experimentelles Modulationspedal brauchen, mit Nein beantworten können. Neben all den schicken Boutique-Pedalen, Vintage-Klassikern und High-Gain-Boxen, die sich im Laufe der Zeit auf den Pedalboards ansammeln, gibt es jedoch auch einige nützliche kleine Helfer, die weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Die machen nämlich nicht nur das Gitarristenleben weitaus leichter, sondern können auch maßgeblich verändern, wie wir mit unserem Equipment umgehen. Höchste Zeit also, den kleinen, jedoch äußerst effektiven Helfern eine Bühne zu geben und die aus unserer Sicht besten Pedal-Accessoires vorzustellen!
1. RockBoard TRS-Jack Dust Cover

Es gibt so manche praktische Dinge, die so simpel sind, dass man von selbst nicht darauf kommt. So auch die TRS-Jack Dust Covers von RockBoard. Die relativ einfach geformten Elastomer-Plugs passen auf die üblichen 6,35-mm-Klinkenanschlüsse und schützen die Buchsen vor Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und eigentlich allem, was einer Buchse generell Schaden zufügen könnte. Wer also Pedale in der Schublade oder in der Vitrine hat, die aktuell nicht auf dem Pedalboard in Benutzung sind, kann seine Anschlüsse somit bestens schützen.
Die Dust Cover Plugs sind übrigens nicht nur für Effektpedal-Enthusiasten wertvoll, denn an sich können sie für nahezu jede Gerätschaft mit ungenutzten 6,35-mm-Buchsen verwendet werden. Also auch für Verstärker, Mischpulte, Interfaces, und vieles mehr. Die RockBoard Dust Cover Plugs gibt es im 5er-Pack für ca. 5 Euro, somit für ca. 1 Euro pro Plug zu haben. Versionen für XLR-Buchsen gibt’s übrigens auch. Jeder, der sich schon mühevoll daran versucht hat, eine fehlerhafte Buchse mit dem Lötkolben von der Platine eines Effektpedals zu lösen, weiß ganz genau, dass sich diese Anschaffung wirklich lohnt!

2. Mooer Audio Candy Footswitch Toppers

Hier kommt ein ganz besonderes Highlight für Sofa-Gitarristen und Bedroom-Shredder: Die Mooer Audio Candy Footswitch Toppers! Saftig einrastende Fußschalter fühlen sich zwar besonders wertig an, sind aber auch die absolute Hölle, wenn man sie barfuß oder auf Socken bedient. Genau hier kommen die Mooer Audio Candy Footswitch Toppers ins Spiel. Die bunten Überzüge passen auf die meisten gängigen Fußschalter und sorgen nicht nur für einen farbenfrohen Look in der Effektkette, sondern auch für eine breitere und weichere Trittfläche. Dadurch lassen sich selbst die härtesten Fußschalter ohne festes Schuhwerk komfortabel bedienen. Ein weiterer praktischer Anwendungs-Tipp: Wer zwei benachbarte Nano-Pedale auf dem Board gleichzeitig aktivieren möchte, kann beide mit den nützlichen Kappen versehen. So wird es weitaus einfacher, beide Fußschalter gleichzeitig zu drücken.

3. Rockboard Power Ace Battery Clip Converter

Der Rockboard Power Ace Battery Clip Converter ist eine nützliche Angelegenheit, um Effektpedale ohne Möglichkeit des Batteriebetriebs trotzdem mit einer 9V-Batterie betreiben zu können. Hierzu wird einfach eine entsprechende Batterie an den Clip angeklemmt, die Hohlsteckerbuchse über ein DC-Kabel mit dem DC-Anschluss des Pedals verbunden, und schon ist das Pedal einsatzbereit. Der Battery Clip Converter lässt sich aber auch andersrum benutzen, wodurch er der Geheimtipp schlechthin für Sammler antiker Vintage-Pedale ist. Viele alte Treter aus den Seventies und Eighties waren nämlich auf reinen Batteriebetrieb ausgelegt, Möglichkeiten zum Netzteilbetrieb zu dieser Zeit jedoch nicht immer vorhanden. Ich selbst besitze beispielsweise ein altes Dunlop Cry Baby Wah aus den Achtzigerjahren, das mir im Batteriebetrieb als Standalone-Pedal zwar stets gute Dienste geleistet, aufgrund des fehlenden Netzteilanschlusses jedoch nie den Weg auf mein reguläres Pedalboard gefunden hat – bis ich dann letztendlich über diesen nützlichen Helfer gestolpert bin.
Doch Vorsicht: Überprüfe vor Betrieb immer, dass der Adapter die korrekte Polarität für dein Pedal bereitstellt! Gerade die älteren Pedale haben meist keinen Verpolungsschutz und können im schlimmsten Fall Schaden durch eine falsch angelegte Polung nehmen. Hier kann unter Umständen ein sogenannter Polarity Inverter Abhilfe schaffen.
Der Battery Clip Converter ist an sich recht simpel aufgebaut und konvertiert den typischen Clip-Anschluss für 9V-Blöcke auf einen handelsüblichen 2,1 x 5,5 mm Hohlstecker, den nahezu alle Effektpedale und Multinetzteile verwenden. Wer nicht selber der Lötkolben schwingen möchte, kann sich hier also eine gute Lösung zu einem fairen Preis von ca. 3,20 € besorgen.

4. Nobels Mounty-P Schraubenset

Wer sich die Unterseite seiner Pedale nicht mit dem üblichen Velcro-Tape verschandeln möchte und die Befestigung per Velcro-Tape vielleicht auch generell als etwas zu schwammig erachtet, ist mit dem Nobels Mounty-P Schraubenset bestens beraten. Das praktische Set der Hamburger Pedalenthusiasten, denen mit Tretern wie dem ODR-1 Overdrive der große Wurf gelungen ist, ist an sich relativ einfach aufgebaut. Zur Installation werden die vorhandenen Schrauben in der Backplate des zu befestigenden Pedals gelöst und mit den beiliegenden Metalllaschen neu verschraubt. Das zweite Bohrloch der Metalllasche lässt sich dann anderweitig verschrauben, beispielsweise in einem DIY-Pedalboard. Gerade für Musiker, die ihr Equipment häufiger Mal on the Road dabei haben und auch nach holprigeren Fahrten im Tourbus ihr Pedalboard noch richtig bestückt auffinden möchten, sind diese kleinen Helfer wirklich viel Wert!

5. Stage Works Pedal Mats

Apropos Velcro: Besonders nervig ist es, wenn man ein mit Velcro-Tape beklebtes Pedal vom Board nimmt und auf glatten Oberflächen wie Laminatböden spielen möchte. Vor allem Wahs und Expression-Pedale schwimmen gerne unter den Füßen weg, wenn die haltgebende Gummierung auf der Unterseite fehlt. Hier hat Stage Works mit den Pedal Mats eine praktische Abhilfe geschaffen. Die rutschfesten Matten können einfach unter die Pedale gelegt werden, um ihnen auf nahezu allen Böden sicheren Halt zu geben. Das Ganze gilt übrigens nicht nur für Effektpedale, sondern auch beispielsweise für Sustain-Pedale von Keyboardern oder für die Fußmaschine des Drummers. Die Pedal Mats gibt’s im Zweierpack und decken mit ihrer Größe von ca. 46 cm x 20 cm auch die Dimensionen großkalibriger Effektpedale gekonnt ab.

6. Rockboard LED Damper

Die allermeisten Effektpedale kommen heutzutage mit einer oder gleich mehreren Status-LED, die dem Spieler über so manche Dinge Auskunft geben. Sei es der aktuelle Schaltzustand des Pedals, das eingestellte Tempo des internen LFO oder die Anzeige der gerade aktivierten Preset-Bank, den einem die bunten Lichter vermitteln können. Manche dieser LED leuchten jedoch derart hell, dass sie einem gerade auf so manch dunklen Bühnen nahezu vollständig die Sicht rauben können und so im schlimmsten Fall sogar für weniger Durchblick sorgen. Glücklicherweise hat Rockboard auch hier eine praktische Lösung parat: Die Rockboard LED Dampers. Die kleinen selbstklebenden Kappen im Amp-Jewel-Look werden einfach über die betroffenen LED geklebt, um diese nicht nur zu dimmen, sondern auch für eine angenehme Dispersion des Lichts zu sorgen. Die LED Dampers sind in zwei verschiedenen Größen Small (8 mm Außendurchmesser) und Large (10 mm Außendurchmesser) jeweils im 5er-Pack erhältlich.

Fazit
Selbst die besten und teuersten Boutique-Effektpedale nützen einem wenig, wenn beispielsweise die Stromversorgung nicht stimmt, die Buchsen korrodiert sind oder sie sich nicht anständig bedienen lassen. Oft sind es nämlich die stillen, heimlichen Helfer im Hintergrund, die hier Abhilfe schaffen und ein Pedal-Setup erst so richtig durchdacht erscheinen lassen. Alle genannten Lösungen kosten zwar nur wenige Euro, können aber oftmals den entscheidenden Unterschied zwischen Frust und purer Spielfreude ausmachen. Insofern lohnt es sich hier fast immer, in den einen oder anderen praktischen Helfer zu investieren.
Was sind eure praktischen Helfer im alltäglichen Umgang mit Effektpedalen, die wir übersehen haben? Schreibt es uns in die Kommentare!
