Epiphone frischt zum Herbst 2026 gleich einen großen Teil des eigenen Gitarren-Line-Ups auf. Dabei stehen einige der traditionsreichsten Modelle der Archtop bzw. Inspired by Gibson Collection im Mittelpunkt: Von ES-335 und ES-339 über Casino, Riviera und Sheraton bis hin zu Broadway und Crestwood reicht das neue Aufgebot. Viele der Instrumente orientieren sich dabei deutlich an historischen Vorbildern, erhalten aber eine zeitgemäße Ausstattung mit Graph Tech Sätteln, aktuellen Epiphone Pickups und teilweise CTS Potentiometern.
Neben neuen beziehungsweise wieder aufgelegten Finishes gibt es mit der ES-335 Figured in Raspberry Tea Burst zudem eine optisch auffälligere Interpretation mit Riegelahorn-Furnier des Semi-Hollow-Klassikers. Wir schauen uns die neuen Epiphone Modelle und ihre Ausstattung im Folgenden genauer an.
ES-335: Semi-Hollow-Klassiker in Cherry & Vintage Sunburst auch als Lefthand verfügbar
Den Anfang macht mit der Epiphone ES-335 eine der bekanntesten Semi-Hollow-Konstruktionen überhaupt. Das ursprüngliche ES-335-Design reicht bis ins Jahr 1958 zurück und kombiniert die Eigenschaften einer Hollowbody-E-Gitarre mit einem massiven Centerblock, der Sustain fördert und die Feedback-Anfälligkeit gegenüber einer vollständig hohlen Konstruktion reduziert.

Auch die neue Epiphone Version setzt auf dieses Prinzip. Der fünflagige Ahorn/Pappel-Korpus beherbergt einen massiven Ahorn-Centerblock, während der eingeleimte Mahagonihals im Rounded-C-Profil mit einem Palisandergriffbrett kombiniert wird. 22 Medium-Jumbo-Bünde, ein 12″-Radius und eine 24,75″-Mensur bilden die spieltechnischen Eckdaten.
Für den Sound sorgen zwei Epiphone Alnico Classic PRO Humbucker, die über einen 3-Wege-Toggle sowie jeweils eigene Volume- und Tone-Regler mit CTS Potentiometern gesteuert werden. LockTone Tune-O-Matic und Stop Bar, Grover Rotomatic Mechaniken und ein Graph Tech Sattel komplettieren die Ausstattung.
Erhältlich ist die neue ES-335 in Cherry und Vintage Sunburst. Beide Ausführungen stehen außerdem als Linkshändermodelle zur Verfügung.




ES-335 Figured: Raspberry Tea Burst und gemaserte Ahorndecke
Etwas auffälliger präsentiert sich die Epiphone ES-335 Figured in Raspberry Tea Burst. Das grundlegende Rezept bleibt der regulären ES-335 treu: Semi-Hollow-Konstruktion, massiver Ahorn-Centerblock, eingeleimter Mahagonihals und zwei Alnico Classic PRO Humbucker. Optisch setzt sich die Figured-Ausführung jedoch mit einem Riegelahornfurnier vom Standardmodell ab.

Auch hier kommen ein Palisandergriffbrett, 22 Medium-Jumbo-Bünde, 12″-Radius und 24,75″-Mensur zum Einsatz. LockTone Tune-O-Matic und Stop Bar sowie ein Graph Tech Sattel gehören ebenfalls zur Ausstattung. Zwei Volume- und zwei Tone-Regler mit CTS Potentiometern übernehmen gemeinsam mit dem 3-Wege-Toggle die Kontrolle über die Humbucker.
Innerhalb der hier vorgestellten Neuheiten erscheint die ES-335 Figured ausschließlich im Raspberry Tea Burst Finish, das die Maserung des Ahornfurniers besonders deutlich hervorhebt.

Epiphone ES-339: ES-Konzept im kompakteren Format
Wer den grundsätzlichen Aufbau einer ES-335 bevorzugt, aber einen kleineren Korpus sucht, findet mit der ES-339 die passende Alternative. Epiphone beschreibt das Instrument als kompaktere und leichtere Umsetzung des klassischen Semi-Hollow-Designs, deren Abmessungen stärker in Richtung Les Paul gehen.

Der Korpus besteht ebenfalls aus fünflagig geschichtetem Ahorn und Pappel und besitzt einen massiven Ahorn-Centerblock. Hinzu kommen ein eingeleimter Mahagonihals im Rounded-C-Profil, ein Palisandergriffbrett mit 22 Medium-Jumbo-Bünden und ein 12″-Radius.
Auch bei der Elektronik bleibt die Verwandtschaft zur ES-335 deutlich: Zwei Alnico Classic PRO Humbucker, zwei Volume- und zwei Tone-Regler mit CTS Potentiometern sowie ein 3-Wege-Schalter bilden die Schaltzentrale. LockTone Tune-O-Matic und Stop Bar sowie ein Graph Tech Sattel runden die Ausstattung ab. Die neue ES-339 kommt in Cherry und Vintage Sunburst.


Crestwood Custom: Epiphones frühe Solidbody kehrt zurück
Zwischen all den Hollow- und Semi-Hollow-Modellen fällt die Crestwood Custom schon konstruktiv aus dem Rahmen. Die ursprüngliche Crestwood erschien 1958 als Epiphones erste Solidbody-E-Gitarre. Bereits 1959 entwickelte sich daraus die Crestwood Custom, bevor das Modell Anfang der Sechziger weitere Änderungen erhielt. Für die neue Ausführung orientiert sich Epiphone bewusst an den frühen Versionen mit symmetrischem Double-Cutaway und abgerundeten Korpuskanten.

Der Solidbody-Korpus besteht aus Mahagoni und wird mit einem eingeleimten Mahagonihals im Medium-C-Profil kombiniert. Das Palisandergriffbrett bietet 22 Medium-Jumbo-Bünde, einen 12″-Radius und ovale Pearloid-Inlays.
Zwei Epiphone PRO Mini Humbucker mit jeweils eigenem Volume- und Tone-Regler sowie CTS Potentiometern übernehmen die elektrische Klangwandlung. Zu den auffälligeren historischen Details gehören außerdem der kleinere Kalamazoo-Headstock mit Epiphone Bikini Badge sowie das transparente Butterfly Pickguard. Epiphone nennt darüber hinaus ein Tremotone Vibrato mit Palisandereinlage als Bestandteil der Konstruktion.
Die Crestwood Custom erscheint in Cherry und Polaris White.


Casino, Rivera, Sheraton & Broadway
Casino: Vollständig hohl und mit zwei P-90
Einen konstruktiv anderen Weg geht die Epiphone Casino. Das 1961 eingeführte Modell zählt zu den bekanntesten Instrumenten der Marke und wurde im Laufe seiner Geschichte unter anderem von den drei Beatles-Gitarristen sowie Keith Richards, Paul Weller, Noel Gallagher und zahlreichen weiteren Musikern gespielt.
Anders als ES-335, ES-339 oder Riviera besitzt die Casino keinen Centerblock, sondern einen vollständig hohlen fünflagigen Ahorn/Pappel-Korpus. Dadurch fällt auch ihre akustische Resonanz stärker aus. Ein eingeleimter Mahagonihals im Rounded-C-Profil trifft auf ein Palisandergriffbrett mit 22 Medium-Jumbo-Bünden, 12″-Radius und klassischen Parallelogram-Inlays.
Klanglich setzt Epiphone hier auf zwei Dogear P-90 PRO Pickups. Je zwei Volume- und Tone-Regler sowie ein 3-Wege-Toggle übernehmen die Steuerung. Dazu kommen eine LockTone Tune-O-Matic Bridge, ein Trapeze Tailpiece, Epiphone Vintage Deluxe Mechaniken und ein Graph Tech Sattel. Die Casino erscheint in Natural und Vintage Sunburst.
Riviera: Mini Humbucker und Frequensator Tailpiece
Die Riviera gehört ebenfalls zu Epiphones eigenen historischen Designs und wurde wie die Casino erstmals 1961 vorgestellt. Konstruktiv steht sie allerdings näher an der ES-335: Ein fünflagiger Ahorn/Pappel-Korpus wird mit einem massiven Ahorn-Centerblock kombiniert, während ein eingeleimter Mahagonihals im Rounded-C-Profil und ein Palisandergriffbrett mit 22 Medium-Jumbo-Bünden zum Einsatz kommen.

Einen wesentlichen Unterschied bilden die beiden Epiphone PRO Mini Humbucker, die gegenüber klassischen Fullsize-Humbuckern eine eigene klangliche Ausrichtung mitbringen. Die traditionelle Regelung aus zwei Volume-, zwei Tone-Reglern und 3-Wege-Toggle bleibt dagegen erhalten.
Charakteristisch für die Riviera ist außerdem das Frequensator Tailpiece, das mit einer LockTone Tune-O-Matic Bridge kombiniert wird.
Sheraton: Semi-Hollow mit klassischer Luxusausstattung
Auch die Sheraton greift das ES-inspirierte Semi-Hollow-Konzept auf, positioniert sich optisch jedoch traditionell etwas aufwendiger. Der Korpus besteht aus laminiertem Ahorn, während ein eingeleimter Mahagonihals im schmalen 60s SlimTaper Profil mit einem Indian-Laurel-Griffbrett kombiniert wird. Pearl & Abalone Block Inlays und goldene Hardware setzen entsprechende optische Akzente.

Zwei Epiphone ProBucker Mini Humbucker übernehmen hierbei die Klangwandlung. Geschaltet wird klassisch über einen 3-Wege-Toggle, hinzu kommen separate Volume- und Tone-Regler für beide Pickups. Eine LockTone Bridge und das für die Sheraton typische Frequensator Tailpiece bilden die Saitenaufhängung.
Die neuen Varianten werden in Natural und Vintage Sunburst angeboten und führen damit zwei besonders traditionelle Finishes innerhalb der Modellreihe fort.
Broadway: große Hollowbody mit Wurzeln in den 1930ern
Noch weiter zurück reicht die Geschichte der Epiphone Broadway. Das Modell wurde bereits 1931 als akustische Archtop vorgestellt und erhielt 1958 eine elektrische Ausstattung. Die aktuelle Broadway knüpft an diese Tradition mit einer großen, tiefen und vollständig hohlen Korpuskonstruktion an.

Boden und Zargen bestehen aus geschichtetem Ahorn, während für die Decke Fichte verwendet wird. Dazu kommt ein dreiteiliger Ahornhals im SlimTaper 60s C Profil mit Palisandergriffbrett, 20 Medium-Jumbo-Bünden sowie aufwendigen Block- und Abalone-Triangle-Inlays.
Zwei Alnico Classic PRO Humbucker mit CTS-bestückter 2-Volume-/2-Tone-Schaltung und 3-Wege-Toggle kümmern sich um die elektrische Seite. Eine einstellbare, schwimmende Palisanderbrücke trifft auf ein goldenes Frequensator Split Trapeze Tailpiece, während Grover Rotomatic Mechaniken und weitere goldene Hardware den klassischen Archtop-Look ergänzen.
Die Broadway kommt in Vintage Sunburst und Wine Red. Ein Premium Gig Bag gehört wie bei den übrigen Modellen zum Lieferumfang.
Acht Epiphone Klassiker in zahlreichen Varianten
Mit den neuen Modellen konzentriert sich Epiphone stark auf die eigene Historie und deckt dabei eine erstaunlich große konstruktive Bandbreite ab. ES-335, ES-339 und Riviera setzen auf das klassische Semi-Hollow-Prinzip mit Centerblock, während die Casino als leichte Thinline-Hollowbody einen deutlich eigenständigeren Charakter besitzt. Die große Broadway wiederum bleibt der traditionellen Archtop-Bauweise verpflichtet, während die Crestwood Custom als einzige klassische Solidbody der Runde auftritt.
Dazwischen positionieren sich Sheraton und ES-335 Figured als aufwendiger gestaltete Varianten bekannter Konzepte. Mit Cherry, Vintage Sunburst, Natural, Wine Red, Royal Tan, Polaris White und Raspberry Tea Burst fällt zudem die Auswahl an Finishes breit aus. Bei der regulären ES-335 werden Cherry und Vintage Sunburst zusätzlich als Left-Hand-Versionen angeboten.
Damit besteht die Neuheitenrunde weniger aus radikalen Neukonstruktionen als aus einer umfangreichen Auffrischung klassischer Epiphone Modelle. Von Designs aus den frühen 1930er-Jahren bis zu den prägenden Hollowbody-, Semi-Hollow- und Solidbody-Konzepten der späten Fünfziger und frühen Sechziger ist für jeden Geschmack etwas dabei.








