Ein Signature-Pedal als gute Tat? „Ich will nichts umsonst oder so, ich möchte einfach helfen“, kommentiert Smashing-Pumpkins-Mastermind Billy Corgan seinen kürzlich erschienenen Laney BCC-Supergrace Preamp. Mit dem gerade einma 7x20x14 Zentimeter kleinen 60-Watt-Amp kommt jedoch kein typisches Signature-Pedal auf den Markt, das einfach nur den Namen eines bekannten Gitarristen trägt. Stattdessen steckt dahinter einerseits Corgans Wunsch, das „Familienunternehmen zu unterstützen“, andererseits der Wille, Musikern ein Gerät zu bieten, das in kompakter und vergleichsweise günstiger Form einen großen Teil dessen liefert, was man braucht. Kurz: das Supergrace überträgt die Verstärkerwelt von Billy Corgan in ein platz- und gewichtsparendes Pedal.
60 Watt, zwei Amps. 1,2 kg
Das Konzept verbindet dabei zwei Klangwelten, die erstaunlich gut zusammenpassen. Auf der einen Seite orientiert sich das Pedal am klassischen Laney Supergroup – also an genau jener Amp-Plattform, die eng mit den frühen Black Sabbath verbunden ist. Andererseits fließen Elemente des modernen Grace-Amps von Brian Carstens ein, den Corgan seit einigen Jahren live und im Studio nutzt. „Sie haben etwas gebaut, das ich wirklich ziemlich progressiv finde. Es ist ein 60-Watt-Head, was mich komplett umhaut, weil das Ding vielleicht sechs oder sieben Pfund wiegt,“ sagt Corgan, womit er leicht daneben liegt: Tatsächlich sind es nur 1,2 Kilo. „Gleichzeitig sind dort diese IR-Cabinets geladen“, fährt er fort. „Und eines dieser Cabinets ist tatsächlich mein Cabinet. Das ist großartig, weil damit wirklich mein Sound in dieser Box steckt. Und dazu kommt eben noch der Carstens-Amp, den ich gemeinsam mit Brian Carstens in Chicago entwickelt habe, plus natürlich dieser klassische Tony-Iommi-Supergroup-Sound.“
Traditioneller Sound, moderne Features
Entsprechend zielt das Supergrace weniger auf moderne High-Gain-Sounds ab, sondern eher auf offene, dynamische Verzerrungen mit viel Mittenpräsenz und vergleichsweise wenig Kompression. Akkorde sollen auch bei höherem Gain definiert bleiben, ohne völlig glattgebügelt zu wirken. Gerade Fans von Siamese-Dream-artigen Gitarrenwänden dürften den Ansatz nachvollziehen können. Technisch ist das Pedal allerdings deutlich moderner aufgestellt, als die Smashing-Sabbath-Referenzen zunächst vermuten lassen. Neben einer integrierten 60-Watt-Endstufe bietet das Supergrace unter anderem IR-Speaker-Simulationen, USB-Audio, MIDI, DI-Out und Silent-Recording-Funktionen. Damit richtet sich das Gerät klar auch an Gitarristen, die ohne großes Amp-Setup arbeiten wollen. Das Supergrace ist „etwas, das sowohl im Studio als auch live funktioniert. Das finde ich wirklich stark.“


