Das JAM Pedals Wahcko Mk. 2 ist die überarbeitete Fassung eines Boutique-Wahs, das seit Jahren für seinen musikalischen, breit nutzbaren Sweep bekannt ist. Die neue Generation bleibt der klassischen Grundidee treu, ergänzt sie aber um sinnvolle Eingriffsmöglichkeiten: sechs per Drehschalter anwählbare Frequenzbereiche, einen internen Q-Trimmer sowie einen Bass-Modus. Mit einem Straßenpreis von 379 Euro richtet sich das in Griechenland handgefertigte Pedal klar an Spieler, die mehr als einen einfachen Standard-Wah-Sound suchen – und die ein Wah als klangformendes Instrument auf dem Pedalboard verstehen.
Klassisches Format, eigenständiger Auftritt
Mit 125 x 257 x 70 mm und 1,7 kg bewegt sich das Wahcko Mk. 2 im vertrauten großen Wah-Pedal-Format. Das robuste Metallgehäuse wirkt auf Dauerbetrieb ausgelegt, die auffällige Lackierung macht daraus bewusst kein anonymes Utility-Pedal. Die Wippe trägt nun eine rutschfeste Gummiauflage im JAM-Design statt der Plexiglas-Oberfläche des Vorgängers. Das ist ein kleines, im Alltag aber sehr willkommenes Update: Gerade beim Spielen im Stehen findet der Fuß sicheren Halt.
Der Taster schaltet das Pedal per True Bypass in oder aus, eine LED zeigt den aktiven Effekt an. Das Signal wird über zwei seitliche 6,3-mm-Klinkenbuchsen geführt. Zur Versorgung genügt ein normales 9-Volt-Netzteil mit Minuspol innen; neu lässt sich das Wahcko Mk. 2 außerdem mit einem 9-Volt-Block betreiben. Das ist für spontane Sessions, kleine Bühnen oder ein reduziertes Board tatsächlich praktischer, als es zunächst klingt. Der Strombedarf liegt bei moderaten 10 mA.

Der Custom-Induktor als klangliches Zentrum
Klanglich bleibt JAM Pedals dem Vintage-Gedanken verpflichtet, ohne sich auf eine starre Kopie eines bestimmten Klassikers festzulegen. Herzstück ist ein eigens entwickelter Induktor, dessen Charakter von historischen TDK-Spulen klassischer Wah-Schaltungen der 1960er-Jahre inspiriert wurde. Das Resultat zielt auf einen artikulierten, vokalen Sweep: Die Filterbewegung soll nicht nur einen schmalen, spitzen Effekt setzen, sondern Akkorde, Single-Notes und angezerrte Sounds musikalisch formen.
Der seitlich sitzende Sweep-Schalter ist die zentrale, von außen erreichbare Klangoption. In sechs Rasterstellungen verschiebt er den nutzbaren Frequenzbereich. Damit lässt sich das Wahcko Mk. 2 von einem eher warmen, tief ansetzenden „Wah“ bis zu einer präsenteren, stärker nasalen Abstimmung konfigurieren. Besonders hilfreich ist das bei unterschiedlichen Gitarren und Verstärkern: Was mit einer Stratocaster an einem cleanen Fender-Amp gut funktioniert, braucht bei einer Humbucker-Gitarre vor einem dichten High-Gain-Sound nicht zwingend dieselbe Sweep-Position.
Im Vergleich zu einem Wah mit festgelegter Abstimmung eröffnet das deutlich mehr Spielraum. Niedrigere Einstellungen bieten sich für breite Funk-Rhythmen, Blues-Lines und weichere Filterfahrten an. Höhere Bereiche holen mehr Durchsetzung und Biss aus Lead-Sounds heraus. Entscheidend: Der Charakter bleibt dabei dem klassischen Wah-Prinzip verpflichtet. Wer ein digitales Multi-Wah mit exotischen Filtertypen, Auto-Wah-Algorithmen oder Presets erwartet, sucht hier in der falschen Kategorie.

Q-Trimmer und Input Gain: Feintuning im Inneren
Die wichtigste Neuerung der Mk.-2-Version sitzt im Inneren. Über den Q-Trimmer lässt sich die Güte des Filters anpassen – vereinfacht gesagt also, wie fokussiert und intensiv der Effekt arbeitet. Eine niedrigere Einstellung wirkt breiter und geschmeidiger, eine höhere betont den charakteristischen Vokal- beziehungsweise Quack-Anteil deutlich stärker. So lässt sich das Wahcko vom zurückhaltenden Klangformer bis zum sehr expressiven Lead-Wah abstimmen.
Daneben steht weiterhin ein interner Input-Gain-Trimmer bereit. Der ermöglicht es, die Reaktion auf unterschiedliche Pickups und Pegel anzupassen. Beide Bedienelemente sind keine Live-Regler; Änderungen verlangen das Öffnen des Pedals und damit eine bewusste Grundeinstellung. Das ist aus Praxissicht nachvollziehbar: Sweep und Fußbewegung bleiben beim Spielen die direkten Werkzeuge, während Q und Gain das Pedal auf Gitarre, Bass und Rig kalibrieren. Wer allerdings auf dem Gig laufend zwischen völlig verschiedenen Setups umschaltet, wird externe Regler vermissen.
Auch der Widerstand der Wippe kann mit dem mitgelieferten 4-mm-Inbusschlüssel eingestellt werden. Ein straffes Pedal erleichtert kontrollierte Zwischenpositionen für Cocked-Wah-Sounds, ein leichterer Lauf unterstützt schnelle, expressive Bewegungen. Diese Mechanik-Option passt gut zum Anspruch des Wahcko: Es soll sich nicht bloß ein- und ausschalten lassen, sondern präzise unter dem Fuß reagieren.

Nicht nur für Gitarre: Bass-Modus
Eine echte Erweiterung gegenüber dem bisherigen Konzept ist der interne DIP-Schalter für Guitar- und Bass-Modus. Im Bass-Modus wird der Sweep in einen tieferen Bereich verschoben, damit Fundament und Tondefinition nicht zu früh verloren gehen. Das macht das Wahcko Mk. 2 für Bassist interessant, die keinen separaten Bass-Wah-Kauf rechtfertigen möchten oder ein einziges, hochwertiges Pedal für beide Instrumente einsetzen.
Dabei bleibt auch hier der Charakter eines analogen, dynamischen Wahs erhalten. Der Bass-Modus verwandelt das Pedal nicht in einen Synth-Filter, sondern sorgt dafür, dass die tieferen Register sinnvoller erfasst werden. Für Funk, Rock und markante Bass-Lead-Linien ist das ein relevanter Gewinn. Für extrem tiefe, moderne Extended-Range-Setups lohnt es sich dennoch, die Abstimmung im eigenen Rig genau zu prüfen.
Einordnung im Pedalboard
True Bypass ist beim Wahcko Mk. 2 grundsätzlich eine gute Basis für ein unverfälschtes Signal im ausgeschalteten Zustand. Wie bei allen Wahs gilt aber: Die konkrete Reihenfolge auf dem Board macht einen hörbaren Unterschied. Besonders vor bestimmten Fuzz-Schaltungen kann ein Wah sehr eigen reagieren – das ist kein spezifisches Problem des JAM, sondern Teil der klassischen Wah/Fuzz-Interaktion. Wer ein empfindliches Germanium-Fuzz nutzt, sollte die Kombination im eigenen Setup ausprobieren und gegebenenfalls mit Reihenfolge oder Buffer-Position experimentieren.
Der Preis von 379 Euro liegt klar über dem der üblichen Serienmodelle. Dafür liefert das Wahcko Mk. 2 keine bloße Standard-Schaltung im Boutique-Gewand, sondern eine sorgfältig abgestimmte Plattform mit sinnvoller klanglicher Reichweite, Bass-Funktion und hochwertiger Verarbeitung. Die internen Optionen erweitern den Anwendungsbereich, ohne die Oberfläche mit Reglern zu überfrachten.

Das JAM Pedals Wahcko Mk. 2 ist ein hochwertiges, charakterstarkes Wah-Pedal für Gitarrist und Bassist, die einen klassischen Grundsound mit mehr Anpassbarkeit verbinden wollen. Der Sechsfach-Sweep macht das Pedal deutlich vielseitiger als ein fest abgestimmtes Standard-Wah; Q- und Gain-Trimmer erlauben eine saubere Grundkalibrierung, der neue Bass-Modus erweitert den Einsatzbereich spürbar. Die Batterieoption und die griffigere Wippenauflage sind keine spektakulären, aber sehr praxisnahe Verbesserungen. Mit 379 Euro ist das Wahcko Mk. 2 eine Investition. Wer lediglich gelegentlich einen Effekt für ein Solo sucht, findet günstigere Alternativen. Wer dagegen die Fußbewegung als Teil seines Ausdrucks versteht und sein Wah auf Instrument, Amp und Stil abstimmen möchte, bekommt ein sehr eigenständiges und durchdacht ausgestattetes Boutique-Pedal. Pro Contra Link zum Hersteller: JAM PedalsFazit: JAM Pedals Wahcko Mk. 2
Technische Daten
| Merkmal | JAM Pedals Wahcko Mk. 2 |
|---|---|
| Typ | Analoges Wah-Wah-Pedal für E-Gitarre und Bass |
| Bypass | True Bypass |
| Klangregelung | 6-fach Sweep-Schalter, interner Q- und Input-Gain-Trimmer |
| Modi | Interner Guitar-/Bass-DIP-Schalter |
| Anschlüsse | 6,3-mm-Mono-Klinke Ein- und Ausgang |
| Stromversorgung | 9 V DC, Minuspol innen, oder 9-V-Batterie |
| Stromaufnahme | 10 mA |
| Maße (B x T x H) | 125 x 257 x 70 mm |
| Gewicht | 1,7 kg |
| Herstellung | Handgefertigt in Griechenland |
| Preis | 379 Euro |
