Drei Serien, ein Konzept – welche Revstar passt zu dir?
Mehr als zehn Jahre ist es mittlerweile her, seitdem Yamaha die Revstar-Serie vorgestellt hat. Damals dominierten die an den klasssischen Dauerbrennern Strat und Tele ausgerichteten Pacificas die E-Gitarrensparte des japanischen Herstellers, die Revstars als frischer Wind mit eigenständigen Designs im Café-Racer-Look wurden von der Gitarren-Community sehr wohlwollend aufgenommen.
Mittlerweile hat Yamaha seine Revstar-Serie zu einer der spannendsten Alternativen zu den klassischen Singlecut-Designs aufgebaut. Das Line-up der aktuellen Generation unterteilt sich in die drei Unterserien Revstar Element, Revstar Standard und Revstar Professional und spricht Gitarristinnen und Gitarristen jeglicher Couleur an. Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede? Wir haben einen genaueren Blick auf das Revstar-Universum geworfen und die drei Linien gegenübergestellt.
Revstar Element – die Entry-Level-Klasse
Die Revstar Element-Serie bildet die Basis der Reihe. Sie richtet sich primär an Einsteigerinnen und preisbewusste Spieler, die dennoch ein hochwertiges Instrument suchen.

Features
- Mahagonikorpus, mit Resonanzkammer
- Dreistreifiger Mahagonihals
- Zwei VH3 Alnico V Humbucker
- 3-Wege-Schalter
- Master Volume und Master Tone mit Dry Switch (High-Pass-Filter)
Zentrales Basismodell der Element-Serie ist die Yamaha Revstar Element RSE20. Hier erwarten einen kraftvolle Humbucker-Sounds und ein wirklich gut spielbares Gesamtpaket, das bereits für unter 500 Euro zu haben ist. Der Dry Switch ist hierbei ein spannendes Feature: Er nimmt Bässe raus und erzeugt einen Singlecoil-ähnlichen Klang ohne lästiges Brummen.
Die Yamaha Revstar Element RSE20 ist in den Farben Black, Neon Yellow, Swift Blue und Vintage White erhältlich. Zusätzlich gibt es für Linkshänder noch zwei Lefty-Modelle in Black oder Swift Blue.
Einordnung
Auch wenn sich die Modell-Auswahl der Element-Serie auf eine Basisausführung beschränkt, erhält man hier erstaunlich viel Instrument für den Preis. Die E-Gitarren richten sich klar an Einsteiger und fortgeschrittene Spieler und eignen sich perfekt für:
- Einsteiger und Fortgeschrittene
- erste Band-Erfahrungen
- Rock-, Indie- und Alternative-Sounds
Revstar Standard – der Sweet Spot?
Den nächsten Schritt aufwärts bildet die Yamaha Revstar Standard. Sie ist für viele der eigentliche Kern der Serie, denn hier zeigt Yamaha, was die Revstar wirklich kann. Sowohl optisch als auch klanglich erhält man hier einige Upgrades, zusätzlich verfügt die Standard-Serie über größte Modellvielfalt aller Revstar-Kategorien.

Features
- Gekammerter Mahagonikorpus mit Ahorndecke
- Dreistreifiger Mahagonihals mit Carbon-Verstärkung
- Edelstahl-Bünde
- Humbucker oder P90 mit Alnico-V-Magneten
- 5-Wege-Schaltung mit Focus Switch (passiver Boost)
- Tune-o-Matic-Brücke mit Stopbar oder Racing Tailpiece
- Inklusive Gigbag
Das direkte Upgrade zur Element-Serie bildet hier die Yamaha Revstar Standard RSS20. Aus klanglicher Sicht sorgen die verbesserten VH5 Humbucker mit Alnico-V-Magneten für kraftvollere, definiertere Sounds, die erweiterte Schaltung mit 5-Wege-Schalter stellt darüber hinaus mehr Klangoptionen bereit. Besonders praktisch ist der im Tone-Regler integrierte Focus-Switch: wenn aktiviert, simuliert er den Sound eines Overwound-Pickups und sorgt so bei Bedarf für mehr Mitten, und mehr Druck durch erhöhten Output.
Alternativ hierzu gibt es noch die etwas klassischer gehaltene Yamaha Revstar Standard RSS02T. Mit ihren beiden Yamaha VP5 P90 Single Coils klingt sie etwas offener und fokussierter, statt Stopbar bietet sie ein schickes Racing Tailpiece.
Beiden Modellen der Standard-Serie gemein ist die massive Ahorndecke, die durch verschiedene deckende oder transparente Finishes in Szene gesetzt wird. Hier stehen die Farben Black, Flash Green, Hot Merlot, Mist Green, Sonic Blue, Sunset Burst, Swift Blue, Fire Red oder Vintage White zur Verfügung.
Einordnung
Die Yamaha Revstar Standard ist für viele die beste Preis-Leistungs-Option. Kein Wunder, immerhin bekommt man hier für einen vergleichsweise geringen Aufpreis von der Element-Serie zahlreiche Zusatz-Features in Form erweiterter Klangoptionen, besserer Verarbeitungsstandards und einer vielseitigen Farbauswahl. Ebenfalls im Preis inbegriffen ist ein passendes Gigbag, das auf die jeweiligen Modelle zugeschnitten ist. Damit ist die Yamaha Revstar Standard perfekt für:
- ambitionierte Spieler
- Einsätze im Studio und auf der Bühne
- Allround-Gitarristen mit vielfältigen Klangansprüchen
Revstar Professional – das High-End-Modell
Die Yamaha Revstar Professional bildet schließlich die absolute Spitze der Serie. Alle Vertreter der Professional-Kollektion werden ausschließlich in Japan gefertigt und folgen entsprechend höchsten Verarbeitungsstandards. Hier kommen nicht nur die besten Tonhölzer zum Einsatz, auch die Hardware-Parts haben ein massives Upgrade erfahren und stammen von renommierten Herstellern wie Gotoh. Ein weiteres Highlight ist Yamahas sogenanntes I.R.A. Treatment, ein besonderer Prozess, der jeder Gitarre bereits ab Werk den Charakter eines gut eingespielten Instruments verleiht.

Features
- Made in Japan
- selektierte Tonhölzer
- Carbon-verstärkte Konstruktion aus Mahagoni und Ahorn
- I.R.A. Treatment (Initial Response Acceleration)
- hochwertige Hardware von Gotoh
- Focus Switch + 5-Weg-Schaltung
- Inklusive Hardcase
Genau wie bei den Standards sind zwei Modellausführungen im Rahmen der Professional-Serie erhältlich: Die Yamaha Revstar Professional RSP20 und Yamaha Revstar Professional RSP02T. Die RSP20 repräsentiert das Humbucker-Modell mit Tune-o-Matic-Kombination im Rahmen der Premium-Serie, die RSP02T hingegen die doppelte P-90-Ausstattung mit Racing Tailpiece. Darüber hinaus hat Yamaha die Japan-Serie letztes Jahr um ein weiteres Jubiläumsmodell zum 60. Geburtstag von Yamaha Guitars, die RSP20B 60TH ergänzt: hier treffen zwei Special Design Humbucker auf ein Goldo-Tremolo im Bigsby-Stil.
Allen Revstar-Professional-Modellen gemein ist das im Lieferumfang inkludierte Hardshell Case.
Einordnung
Wer eine Yamaha Revstar Professional in die Hand nimmt, erhält spürbar mehr Qualität als die beiden günstigeren Modellserien bieten können. Gerade erfahrene Spieler werden hier schnell merken, dass die Revstar Professionals mit viel Liebe zum Detail gefertigt sind und bereits ab Werk mit tadellosem Setup brillieren. Die Vorteile sind nicht nur haptisch, sondern auch klanglich zu spüren: die Ansprache ist sehr direkt, die Attack-Phase detailliert. Zusätzlich bieten die Instrumente einen einzigartigen Resonanzcharakter, der sich aus den edlen Hölzern und hochwertigen Komponenten ergibt. Damit erschließt sich die Yamaha Revstar Professional ganz klar ihre Zielgruppe:
- Professionelle Gitarristen
- Sound-Enthusiasten und Recording Artists
- Fans und Sammler
Fazit
Wenn man sich die Zeit nimmt, alle Revstar-Serien ausführlich miteinander zu vergleichen, wird deutlich, dass Yamaha mit dem aktuellen Line-Up ein durchdachtes Konzept verfolgt und eine breite Masse verschiedenster Musiker anspricht. Vom ambitionierten Einsteiger über den preisbewussten Hobby-Gitarristen bis hin zum bühnenerfahrenen Profi ist mit den Revstar Elements, Standards und Professionals wirklich alles dabei. Auch wenn ich persönlich die Revstar Professional klar als hochwertigste der drei Serien identifizieren konnte, war die Revstar Standard ganz klar mein Favorit: die Modellauswahl ist grandios, die klanglichen Möglichkeiten besonders vielseitig und der Preis auch für Normalsterbliche problemlos erreichbar. 😉
