Bass Gear: Das Live-Equipment von DAVE LANDRETH

Dave Landreth

Es gibt wohl derzeit kaum eine Band, die in traditioneller Hinsicht so gut klingt, wie The Bros. Landreth. Ein Gitarrensound zum Niederknien, eine Dynamik, die absolut fesselt, ein Zusammenspiel, das vom blinden Verständnis der beiden Hauptakteure lebt. The Bros. Landreth stammen aus Winnipeg, Kanada, und wurde von den Brüdern Joey und Dave Landreth gegründet. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Roots Rock, Americana, Soul und Gospel-Anleihen, wobei vor allem Joey Landreths slidegetränkte Gitarrenarbeit und der mehrstimmige Gesang zum Markenzeichen geworden sind. International aufmerksam wurden sie mit ihrem Debüt ,Let It Lie‘ (2016), das ihnen unter anderem einen Juno Award einbrachte. Seither haben sich The Bros. Landreth als intensive Liveband etabliert, die ihre Songs weniger über Effekte als über Dynamik, Zusammenspiel und emotionale Tiefe entwickelt.

Kurz vor ihrem Konzert im Kölner Luxor hatte ich die Gelegenheit, die beiden Brüder zum Gespräch zu treffen und mit ihnen über ihr aktuelles Tour-Setup zu sprechen. In entspannter Atmosphäre erklärte mir zunächst Dave sein Bass-Besteck für diese Clubtour, das umfangreicher ausfällt als erwartet. Wenige Stunden später steht die Band dann auf der Bühne, und alles, was sie zuvor beschrieben hatten, war sofort hörbar. Der Sound im Luxor war offen, druckvoll und erstaunlich detailreich – ein Konzert, das nicht nur musikalisch, sondern auch klanglich beeindruckt hat. Lassen wir Dave Landreth nun selbst zu Wort kommen:

Der Bass

„Willkommen in meiner Welt! Das hier ist also mein Moollon-P-Bass. Er wurde von einem Typen in Südkorea gebaut, und ich liebe dieses Instrument einfach. Als wir auf Tour in Hamburg Station gemacht haben, hat mir Andreas Kloppmann ein Paar seiner 63er-Pickups mitgebracht und sie eingebaut – und sie haben diesen Bass auf wunderschöne Weise verwandelt. Ich liebe sie. Sie sind ganz neu, ich habe sie erst seit einer Woche drin, aber bin völlig begeistert.

Moollon P-Bass © Marian Menge
Moollon P-Bass © Marian Menge

Ich kann gar nicht genug Gutes darüber sagen. Ich hatte schon so viele verschiedene Pickups in diesem Bass, und die haben alle irgendwie dasselbe gemacht. Und jetzt war es das erste Mal, dass ich Pickups eingebaut habe und dachte: ,Wow! Ich wusste gar nicht, dass Pickups so etwas können.‘ Die Dinger sind einfach großartig. Im Grunde genommen sind es ziemlich originalgetreue Nachbildungen der Fender-63-P-Bass-Pickups. Aber was auch immer Andreas da genau macht – sie haben eine enorme Klarheit in den Mitten und im oberen Frequenzbereich, und das auf eine sehr musikalische Art. Es ist, als würde ich die Noten jetzt glockenklar hören. Vorher habe ich mit einigen matschigen Frequenzen gekämpft und viel EQ eingesetzt, um sie loszuwerden. Das muss ich mit diesen hier nicht mehr, was wirklich angenehm ist.“

Das Board

„Joey hat mir direkt vor der Tour dieses Board gebaut. Darauf verwende ich den GigRig G3S Atom als Switcher. Der Großteil meines Sounds geht allerdings über fast die gesamte Show hinweg in den Union Lab, das ist ihre Interpretation des LA-2A-Compressors. Den lasse ich die ganze Zeit eingeschaltet und splitte dann das Signal parallel.

Daves Effektboard
Daves Effektboard: Oben v.l.n.r.: Noble Preamp, Origin Effects Bassrig, Union Lab, Origin Effects Cali76, Sonic Research Turbo Tuner ST-300 / unten v.l.n.r.: Chase Bliss Thermae, Boss DC-2W GigRig G3S, 3Leaf Audio Octabvre © Marian Menge

Die eine Hälfte geht ins Origin Effects Bass-Rig Fifteen und von dort direkt ans Front of House. Ian, unser Mischer nutzt das für so eine Art Mitten-Grind. Ich fahre das ziemlich heiß, sodass es ein bisschen verzerrt – fast wie ein Amp. Der Noble ist dagegen eine sehr schöne, saubere Röhren-DI, die er für das warme Fundament nutzt. Je nachdem, wo wir im Set gerade sind, mischt er die beiden Signale. Bei rockigeren Sachen gibt er mehr von dem einen dazu, bei Balladen tendiert er stärker in die andere Richtung. So hat er einfach ein paar schöne Optionen. Und dann nutze ich den Cali76 Bass Compressor als eine Art Overdrive, um das Signal etwas anzublasen, es ein bisschen heißer zu fahren – das macht Spaß. Dann habe ich mit dem Octabvre noch ein Octave-Pedal von 3Leaf Audio, das einfach monströs klingt, und ich liebe dieses Teil. Und dann, für vielleicht insgesamt vier Takte im Set, benutze ich ein Delay und einen Chorus, einfach um kurz einen netten Sound als Farbe reinzubringen. Dafür verwende ich das Thermae Analog Delay von Chase Bliss Audio und das Boss DC-2W Dimension C. Das mache ich nicht so häufig, sondern streue es nur gelegentlich ein. Und das bin im Grunde ich.“

Der Amp

„Als Amp verwende ich auf dieser Tour einen kleinen digitalen Quilter-Amp. Der ist absolut unkaputtbar, leicht und laut. Dazu miete ich mir eine Bassbox. Eigentlich ist das für mich nicht mehr als ein guter Monitor, deshalb ist es mir ziemlich egal, welche Box ich benutze – ich nehme einfach, was bei der Backline-Firma verfügbar ist.“

The Bros. Landreth im Netz:

Website

 

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