Platte der Woche: MATEUS ASATO „Asato“

Mateus Asato Albumcover

„Das Album ist definitiv eine Reise durch alle Facetten von Mateus. Den Mateus als Sideman, Mateus als Instagram-Typ – und dann den Mateus, der über die Jahre reifer geworden ist. Der eine andere Sicht auf Musik entwickelt hat, darauf, wie ich die Gitarre sehe“, sagt Mateus Asato, der mit dem schlicht ,Asato‘ betitelten Debütalbum am 27. Februar 2026 erstmals eine vollständige Solo-LP vorlegt.  Ein Projekt, auf das viele in der Gitarrenwelt seit Jahren gewartet haben. Denn für einen Musiker, der lange als einer der einflussreichsten Gitarristen seiner Generation galt, markiert dieses beeindruckende Debüt die bewusste Bündelung einer Entwicklung, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckt, und die Werkschau eines Künstlers, der seinen Output bisher in anderen Kontexten präsentiert hat.

Nicht mehr nur Sideman

Asato wurde in Brasilien geboren und begann bereits im Alter von neun Jahren mit dem Gitarrenspiel. Zunächst akustisch, entdeckte er ein Jahr später die E-Gitarre als sein eigentliches Ausdrucksmittel. Früh geprägt wurde er von brasilianischen Gitarristen wie Juninho Afram, Kiko Loureiro und Edu Ardanuy, bevor sich sein musikalischer Horizont um internationale Vorbilder der 1980er- und 1990er-Jahre erweiterte – darunter Joe Satriani, Eddie Van Halen, Paul Gilbert und John Petrucci.

Nach dem Gewinn des „Double Vision Contest“ 2010, eines der ersten landesweit beachteten Gitarrenwettbewerbe Brasiliens mit über 800 Teilnehmenden aus Südamerika, schrieb Asato sich am Musicians Institute (GIT) in Hollywood ein, wo er zwei Jahre lang studierte. Parallel dazu baute er über YouTube und Facebook eine stetig wachsende Online-Präsenz auf, in der er Spieltechniken, Eigenkompositionen und seinen künstlerischen Fortschritt dokumentierte. Unmittelbar nach seinem Abschluss wurde Asato am GIT als „Outstanding Player of the Year“ ausgezeichnet. Ab da nahm seine berufliche Karriere an Fahrt auf: Professionelles Engagement bei Tori Kelly, Mitglied der Live-Band von Jessie J, Aushilfe und später festes Bandmitglied bei Bruno Mars.

Jam mit sich selbst

Parallel zu dieser internationalen Karriere blieb der ehemalige Suhr-Endorser immer auch seinem eigenen künstlerischen Ausdruck verpflichtet. Mit seinem Instrumental-Trio tourte er durch Asien, Australien und den pazifischen Raum und arbeitete kontinuierlich an eigenen Kompositionen. ,Asato‘ ist das Ergebnis dieses langen, immer wieder unterbrochenen Prozesses. Das Album vereint frühe Stücke aus der Mitte der 2010er-Jahre mit neueren Aufnahmen und spiegelt damit unterschiedliche Phasen seines musikalischen Werdegangs wider – stilistisch offen, virtuos, technisch präzise und bewusst songorientiert. „Die einzige Kollaboration, die ich eingehe, ist mit mir selbst!“, sagt Asato. „Es gibt ein paar Soli, die ich zwischen 2016 und 2019 aufgenommen habe, aber in dieser Zeit hat sich mein Spiel verändert – und als ich mir das später noch einmal angehört habe, konnte man das deutlich hören … das Vibrato, die Sounds, diese kleinen Nuancen. Ich habe mich dann entschieden, die ursprünglichen Takes so zu lassen und neue Ebenen mit meinem heutigen Spiel darüberzulegen. So ist es, als würde ich mit mir selbst jammen – das war ziemlich cool!“

Tracklist

01. MA
02. Otsukare!
03. Rush
04. Wasted Hit
05. Mellow
06. Cryin‘
07. The Breakup Song
08. Time
09. North
10. Change
11. Kyoto’s Jam
12. Kawaii
13. Goddbye.
14. HENDRIX
15. too nerdy for pop, too pop for nerds

Album-VÖ: 27.02.2026
Label: Asato Records
www.mateusasato.com

Auch interessant:

Frank Bello im Interview: Der Anthrax-Bassist und sein Spector-Signature

Frank Bello ist seit den frühen Achtzigern das tieffrequente Rückgrat von Anthrax. Mit dieser Band, [...]

> WEITERLESEN
„Ich bin keiner, der sich feiern will“: EytschPi42 im Interview (Teil 3)

Henning Pauly, auch bekannt als EytschPi42 bzw. HP42 spielt also privat keine Gitarre, wie wir [...]

> WEITERLESEN
AXEL FISCHBACHER: Über Blues, Rock, Jazz und das Leben

Jazz-Gitarristinnen und -Gitarristen gibt es so einige in Mitteleuropa. Und erfreulicherweise gab und gibt es [...]

> WEITERLESEN
BJÖRN MEYER: E-Bassist & Horizonterweiterer

Der schwedische E-Bassist und Komponist Björn Meyer (* 1965) lebt in der Schweiz, und vielleicht [...]

> WEITERLESEN
„Am liebsten einfach Gitarristin“: JULIA LANGE von Funky Times im Interview

Nein, hier ist kein Buchstabe verrutscht. Und doch drängt sich die Assoziation zu Julian Lage [...]

> WEITERLESEN
„Der Twang gehört dazu“: Deathjazz-Band AGABAS im Interview

Aus Trondheim stammend, jener norwegischen Stadt, die einst als Machtzentrum der Wikinger galt, haben sich [...]

> WEITERLESEN
Martin Huch Interview: Musiker, Fotograf und Duesenberg-Tüftler

Interview mit dem kreativen Kopf hinter den Gitarren-Designs Es könnte auch eins von diesen KI-generierten [...]

> WEITERLESEN
„Ich war schon immer ein Strat-Typ“: CORY WONG im Interview

Cory Wong ist ein 360-Grad-Gitarrist: Er spielt Gitarre in den unterschiedlichsten Konstellationen, tourt als Sideman, [...]

> WEITERLESEN
HANNO BUSCH: Der Jazz & More Gitarrist

Ich freue mich immer wieder von diesem wirklich vielseitigen Musiker zu hören: Denn der in [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert