Test: Lava Studio Amp – All-in-One Modeling-Verstärker mit 2.1-Soundsystem, Touchscreen-Tablet, Mini-DAW und mehr
Du hältst Ausschau nach einer unkomplizierten All-In-One-Modeling-Plattform zum Üben? Mit dem Lava Studio verfolgt LAVA Music genau dieses Konzept: Statt eines klassischen Modeling-Combos soll hier eine komplette Musikplattform entstehen, die Hauptaugenmerk auf Übungstools und Aufnahmen legt. Das Gerät kombiniert über 30 lavaAI Amp-Modelle, mehr als 40 Effektmodule, eine integrierte Mini-DAW, Looper, Backing-Tracks, Stem-Isolation und ein großes 13,3-Zoll-Full-HD-Multi-Touch-Display in einem einzigen Gehäuse.
Dazu kommen WLAN, Bluetooth, App-Anbindung und Cloud-Synchronisation sowie Zugang zu ausgewählten Apps wie Spotify, Apple Music oder YouTube. Ziel ist nicht primär der klassische Bühnen- oder Proberaum-Amp, sondern eine kuratierte All-in-One-Lösung für Übung, Recording und kreatives Arbeiten.
Rein technisch liest sich das erst mal beeindruckend: Neural Modeling mit bis zu 99,9 % Genauigkeit laut Hersteller, ein 800-MHz-Audio-DSP für Echtzeitverarbeitung, 64 GB Speicher, 4 GB RAM und ein integriertes 2.1-Soundsystem mit Kohlefaser-Subwoofer. Auf dem Papier wirkt der Lava Studio weniger wie ein Amp und mehr wie ein hybrides Musiktablet mit Lautsprecher und Gitarreneingang.
Jedoch muss bereits zu Anfang erwähnt werden, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Einige Features, die in dieser Preisklasse standard wären, sind nicht vorhanden. Doch dazu später mehr!
Ich habe den neuen Lava Studio Amp genauer unter die Lupe genommen und wollte herausfinden, was das Übungstool alles auf dem Papier (und in der Praxis) liefert! Für einen Straßenpreis von ca. 800 € werden zahlreiche Features versprochen, wovon einige nicht unbedingt nach Erwerb verfügbar sind oder nur eingeschränkt genutzt werden können. Also, falls du mit dem Gedanken spielst, dir einen Lava Studio Amp zuzulegen, erfährst du in diesem Testbericht, wie gut Hardware, Sound und Software funktionieren und ob sich der Modeling-Verstärker wirklich lohnt!

Gerät, Hardware und Software
Bereits beim Einschalten wird deutlich, dass es sich hier um ein stark softwarebasiertes System handelt. Die Benutzeroberfläche erinnert eher an ein modernes iPad-Betriebssystem als an ein klassisches Amp-Software-Menü, was jedoch nicht schlecht sein muss. Vom Konzept her richtet sich das User-Interface klar an Anfängerinnen und Anfänger, weshalb man nicht gleich von zig Optionen und Einstellungsmöglichkeiten überfahren wird. Ist man noch unerfahren mit Routing, externen Amps und Modelern sowie mit DAW- und E-Gitarren-Software, so findet man sich vergleichsweise schnell zurecht und muss keine steile Lernkurve erwarten.

Das 13,3-Zoll-Full-HD-Display ist scharf, hell und durch die Neigbarkeit bis 80 Grad ergonomisch sinnvoll integriert, wodurch das Tablet flexibel positioniert werden kann, um komfortabel auf der Couch jammen zu können. Das robuste Vollmetallgehäuse vermittelt Stabilität, die Verarbeitung wirkt zudem hochwertig.
Allerdings steht man direkt nach dem Start vor einer Hürde: Ohne Anmeldung per E-Mail-Adresse kommt man nicht weiter. Das Gerät zwingt zur Account-Erstellung, bevor sämtliche Funktionen zugänglich sind. Für Nutzer, die ein autarkes Standalone-Gerät erwarten, ist das zumindest gewöhnungsbedürftig.
Die Hardware selbst bietet:
- 40 Watt RMS Class-D-Endstufe
- 2.1-Lautsprechersystem mit Subwoofer (Kohlefaser-Tieftöner + 2 × 2″-Hochtöner)
- 1× 6,3 mm Instrumenteneingang
- 2× 6,3 mm Line-Out (L/Mono & R)
- 3,5 mm Kopfhörerausgang
- USB-C
- WLAN (2,4/5 GHz)
- Bluetooth 5.0
Das System wirkt durchdacht integriert, allerdings wird auch schnell klar: Das Ökosystem ist bewusst geschlossen und soll für sich alleine stehen. Externe IRs lassen sich beispielsweise nicht laden. Das Gerät versteht sich laut Hersteller als „kuratierte Plattform“, was einerseits Bedienkomfort bedeutet, andererseits aber Einschränkungen mit sich bringt.

Neben den zwei 6,3 mm Line-Outs (Mono/Stereo) finden sich keine weiteren Ausgänge am Gerät, die bei vielen Modelern unter 800 € häufig vorhanden sind. Dazu zählen beispielsweise separate DI-Outs (XLR oder Klinke), ein Effektschleifweg (Send-/Return-Buchsen), MIDI-Buchsen zum Synchronisieren oder Steuern externer MIDI-fähiger Effekte oder Geräte sowie Eingänge für externe Footswitches oder Expression-Pedale.
Klar sind diese Features nicht zwingend notwendig für Anfängerinnen und Anfänger, allerdings bieten reine Modeling-Geräte wie das Line 6 HX Stomp XL oder der Hotone Ampero II Stage all diese Features für unter 700 €. Mir ist bewusst, dass solche Features nicht in das Practice-Tool-Konzept passen, jedoch ist auch dieser Umstand relevant für alle, die vor einer Kaufentscheidung stehen und Alternativen vergleichen möchten.
Ein weiterer Vergleichskandidat wäre beispielsweise der JBL Bandbox Solo- & Trio-Verstärker: Diese Modeling-Amps kommen ebenfalls mit einer integrierten Lautsprecherbox, zahlreichen Amps- und Effekten und ermöglicht ebenfalls KI-basierte Stem-Features zur Isolation von Arrangements für Backing-Tracks. Allerdings ist die Konnektivität weitaus offener: Neben Kombi-Buchsen, separaten Mikrofon- und Gitarren-Line-Ins sowie Aux-In und USB-C-Audiointerface-Funktion für externes Recording am PC sind die JBL-Amps deutlich flexibler. Der weitaus kleinere Bandbox Solo Amp liegt aktuell bei ca. 230 €, während der Bandbox Trio mit ca. 600 € preislich ebenfalls günstiger ausfällt, als der Lava Studio Amp.
Wer auf diese erweiterte Konnektivität verzichten kann, findet mit dem Lava Studio dennoch einen einfach zu bedienenden Übungsverstärker, der einige starke Features verspricht und einen komfortablen Workflow für alle bietet, die ohne technische Vorkentnisse mit Modeling-Verstärkern üben und arbeiten möchten.
Sound & Praxis
Klanglich liefert der Lava Studio solide Ergebnisse, bewegt sich jedoch nicht auf dem Niveau aktueller Mittelklasse-Modeler. Besonders im Höhenbereich reagieren die Amp-Modelle extrem empfindlich. Bei stärkeren Anpassungen entsteht schnell ein etwas „unnatürliches“ Obertonspektrum, was bei vergleichsweise günstigeren Modelern häufig nicht der Fall ist. Mitten- und Bassbereiche sind besser kontrollierbar und wirken ausgewogener, dennoch verhalten sich vor allem viele Overdrive- und Distortion-Effekte nicht wie ihre originalen Vorbilder.
2.1-Soundsystem: Kohlefaser-Tieftöner + 2 × 2″-Hochtöner
Das 2.1-Soundsystem liefert zwar einen soliden Sound, wirkt aber im Vergleich zu weitaus günstigeren FRFR-Lautsprechern eher wie eine basslastige Lautsprecherbox, die rein auf die Wiedergabe fertig abgemischter Musik abgestimmt sind. Das bedeutet, dass abgespielte Musik von Spotify oder YouTube sehr sauber über den integrierten Lautsprecher abgespielt werden – der reine Gitarrensound funktioniert hierbei jedoch deutlich besser über den Kopfhörerbetrieb (das ist selbstverständlich ein subjektiver Eindruck).
Nichtsdestotrotz punktet hier der Komfort, da Modeling-Oberfläche und Lautsprecher in einem kompakten Gehäuse deutlich praktischer sind, als wenn man sich separate Modeling-Geräte und Monitor-Lautsprecher/FRFR-Boxen zulegt – auch wenn man dabei deutlich kostengünstigere gute Alternativen findet!
lavaAI Amps und intuitiver Workflow
Die lavaAI Amps decken hier dennoch ein breites musikalisches Spektrum ab: Von cleanen Tweed-Klassikern bis hin zu soliden High-Gain-Klassikern von 5150 bis Engl ist alles vorhanden, was man für nahezu alle Genres benötigt. Auch im Effektbereich wurde nicht zu kurz getreten: Neben allen gängigen Verzerrer-Klassikern von Tube Screamer bis Klon sowie zahlreichen Modulations-, Delay- und Reverb-Effekten sind EQs, Noise Gates und andere relevante Soundtools verfügbar, womit sich der Klang detailliert anpassen kann.

Für Übung, Recording-Demos oder Songwriting reicht das allemal aus. Im direkten Vergleich mit günstigeren Standalone-Modelern wirkt die Dynamik allerdings weniger organisch und kann gerade bei Anfängerinnen und Anfängern schnell für Frust sorgen. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit bekommt man dennoch akzeptable Sounds raus, die funktionieren, wenn man weiß was man macht!
Für eine gute „Plug-and-Play“-Erfahrung sind zumindest zahlreiche Presets vorhanden, die ordentlich klingen und an denen man sich wichtige Einstellungen abgucken kann, falls man noch nicht so fit im Umgang mit Verstärkern und Effekten ist. Auch hier ist für jeden Geschmack ein passendes Ready-To-Play-Preset verfügbar, das von Alternative-Rock bis Blues, Funk, Ambient und Metal nahezu alles abdeckt.
Wo ist das Stimmgerät?
Zwei Minuspunkte stoßen dennoch auf: Ein integriertes Stimmgerät konnte im Test nicht lokalisiert werden. Weder im Rig-Chain-Setup ist ein Tuner als Effekt gelistet, noch in einem anderen Untermenü. Ebenso finden sich am Gerät selbst bis auf den Power-Button keine dedizierten Buttons zum Steuern einiger wichtiger Bearbeitungsfunktionen, wodurch es auch keine Möglichkeit für eine Button-Hold-Tuner-Funktion oder Ähnliches gibt. Eine explizite Tuner-Funktion ist also weder klar dokumentiert noch intuitiv auffindbar – ein überraschender Umstand für ein modernes All-in-One-System, was besonders starken Fokus auf Anfänger setzt.
Zudem lassen sich Effektmodule nicht mehrfach instanziieren. Zwei gleiche Delays mit unterschiedlichen Einstellungen innerhalb eines Presets sind zum Beispiel nicht möglich. Für Einsteiger ist das vermutlich irrelevant, für fortgeschrittene Nutzer jedoch eine klare Einschränkung, da komplexere Custom-Setups schlichtweg nicht möglich sind – insbesondere in dieser Preisklasse.

Kreativfunktionen & Mini-DAW
Looper, Backing-Tracks, Tonarten- und Akkordtraining
Hier spielt der Lava Studio seine Stärke aus. Die integrierte Mini-DAW erlaubt Aufnahme, Arrangement und Mix direkt am Gerät. Der 8-Spur-Looper funktioniert weitestgehend zuverlässig, hat eine anfängerfreundliche Zirkeloptik und lädt definitiv zum Layern ein. Über 300 Backing-Tracks und Drum-Grooves stehen bereit, was perfekt ist, um freie Impro-Sessions oder Riffs mit Hintergrund-Beat zu trainieren.
Des Weiteren gibt es einige Features, die aktiv das Üben unterstützen: Im Backing-Track Menü lassen sich beispielsweise Tonarten auswählen, auf die man einen zugeschneiderten Song abgespielt bekommt. Darauf lassen sich Improvisationen üben oder Akkorde im Loop anzeigen lassen, die automatisch bei einem Taktübergang wechseln. Ein nettes Feature, um konstant verschiedenste Akkorde trainieren zu können. Das ist auch nur die Spitze des Feature-Eisbergs.

Instrumente isolieren: Stem-Isolation für gezielte Übungssessions
Die Stem-Isolation-Funktion (Testversion für 10 Songs laut Hersteller und teils uneingeschränkt mit LAVA+ nutzbar) erlaubt das Herausfiltern einzelner Instrumente aus Songs. Für Übungssituationen ist das praktisch, wenngleich die Qualität je nach Material variieren kann.
Dennoch funktioniert das Feature ziemlich solide und ist extrem hilfreich, wenn man beispielsweise Vocals aus einem Song herausfiltern möchte, um lediglich ein instrumentales Arrangement zum Üben zu nutzen. Somit lassen sich Song-Strukturen und Arrangements besser nachvollziehen, gerade, wenn man Schwierigkeiten hat, bestimmte Instrumente aus einem Song eigenständig heraushören zu wollen.
Spotify, Apple Music und YouTube sind ebenfalls integriert. Das unterstreicht das Plattform-Konzept: Der Amp ist zugleich eine Multimedia-Station, die Zugang zu den größten Musik-Streaming-Plattformen bietet. Auch hier sei angemerkt, dass ein passendes Abo für Spotify oder Apple Music abgeschlossen sein muss, um uneingeschränkt auf Songs und Playlists zurückgreifen zu können. Über YouTube lassen sich zwar kostenlos Songs finden, jedoch steht hier auch die werbefreie Nutzung vor der YouTube-Premium-Paywall.
LAVA+ als Community- und Übungsplattform
LAVA+ ist im Gerät neben dem Sound- und Mini-DAW-Reiter in der unteren Hauptmenü-Leiste auswählbar und bietet Zugang zu verschiedenen Übungslektionen sowie Community-Funktionen. Ergänzend dazu existiert eine dedizierte LAVA+-App, die das Üben durch zusätzliche Features unterstützt und als Erweiterung des Plattformgedankens dient. Anders als zunächst vermutet, handelt es sich bei LAVA+ nicht um ein klassisches Abo-Modell, sondern vielmehr um eine Community- und Übungsplattform innerhalb des LAVA-Ökosystems.
Einige Funktionen – etwa die Stem-Separation – sind allerdings nur in begrenztem Umfang verfügbar. Laut Hersteller ist eine bestimmte Anzahl an Song-Trennungen nutzbar, bevor Einschränkungen greifen. Eine klar definierte, öffentlich kommunizierte Abo-Struktur mit festen Preisstufen wird weder auf der offiziellen Website noch innerhalb der App transparent dargestellt. Im App Store finden sich Hinweise auf mögliche In-App-Käufe, jedoch ohne detaillierte Erklärung seitens des Herstellers.
Im Test zeigte sich zudem: Die App ist gerätegebunden. Ohne vorherige Registrierung eines kompatiblen Geräts per QR-Code ist kein Zugriff auf viele Inhalte möglich. Das unterstreicht den Plattformcharakter von LAVA+, der eng mit der Hardware verknüpft ist.
Einordnung und Konzept
Das Lava Studio ist klar als All-in-One-Plattform konzipiert. Es richtet sich an alle, die unkompliziert üben, aufnehmen und experimentieren möchten, ohne sich mit komplexer Signalführung oder externer Hardware zu beschäftigen. In dieser Rolle funktioniert das System nahezu einwandfrei.
Gleichzeitig fehlen einige Quality-of-Life-Features, die man in dieser Preisklasse erwarten würde: Mehrfach nutzbare Effekte, offenes IR-Handling, frei zugängliche Preisinformationen zur App oder ein klar dokumentiertes Stimmgerät. Mir ist klar, dass der Lava Amp bewusst auf komplexe Features verzichtet, um ein möglichst einfaches User-Interface für alle Modeling-Neulinge bieten zu können. Allerdings gibt es dadurch gleichzeitig Konkurrenzprodukte, die weitaus funktionaler sind und deutlich weniger kosten.
Fazit: All-In-One-Plattform in einem geschlossenen Ökosystem
Idealer Einstieg für Anfängerinnen und Anfänger
Der Lava Studio ist als All-in-One-Plattform vor allem dann überzeugend, wenn man ein unkompliziertes Übungssystem sucht, das Modeling, Effekte, Recording und Entertainment in einem Gerät bündelt. Das große 13,3″-Touchdisplay sorgt für eine sehr komfortable Bedienung, die sich klar an Anfängerinnen und Anfänger richtet und ohne steile Lernkurve auskommt. Gerade im Kreativbereich spielt der Amp seine Stärken aus: Mini-DAW, 8-Spur-Looper, Backing-Tracks, Drum-Grooves und die Stem-Isolation-Funktion liefern eine umfangreiche Grundlage für Jam-Sessions, Songwriting und Üben im Alltag.
Auch die Integration von Spotify/Apple Music/YouTube passt gut zum Plattformgedanken und macht den Lava Studio zu einer Art „Musikzentrale“ fürs Wohnzimmer oder Homestudio. Wer mit dem geschlossenen Ökosystem klarkommt und keine erweiterten Routing- oder Anschlussoptionen benötigt, bekommt ein modernes Übungstool mit vielen Ideenhelfern und einem insgesamt sehr zugänglichen Workflow.
Preis gerechtfertigt?
Im Gegenzug zeigt der Lava Studio mehrere Punkte, die in dieser Preisklasse nüchtern betrachtet schwer zu ignorieren sind. Klanglich sind die Ergebnisse zwar solide, erreichen aber nicht das Niveau aktueller Mittelklasse-Modeler: Besonders der Höhenbereich reagiert empfindlich, und bei stärkeren Anpassungen wirkt das Obertonspektrum schnell unnatürlich. Dazu kommt, dass sich einige Drive- und Distortion-Effekte nicht wie ihre Vorbilder verhalten und die Dynamik im Vergleich zu günstigeren Standalone-Modelern weniger organisch wirkt. Auch das interne 2.1-System ist eher auf die Wiedergabe fertig gemischter Musik abgestimmt und kann für reinen Gitarrensound subjektiv weniger überzeugend sein als der Kopfhörerbetrieb.
Zusätzlich war im Test eine minimale Latenz bemerkbar – man gewöhnt sich zwar mit der Zeit daran, aber gerade bei einem Übungsgerät sollte dieser Eindruck idealerweise gar nicht erst entstehen. Konzeptionell setzt LAVA außerdem stark auf ein geschlossenes System: Keine externen IRs, keine mehrfach instanziierbaren Effekte (z. B. zwei gleiche Delays), keine erweiterten Anschlüsse wie FX-Loop, MIDI oder externe Controller-Eingänge. Dazu kommt ein sehr praxisrelevanter Kritikpunkt: Ein Stimmgerät ist nicht auffindbar und nicht klar dokumentiert, obwohl sich das Produkt ausdrücklich auch an Einsteiger richtet.
Alternativen zum Lava Studio?
Wer das Konzept des Lava Studio interessant findet, sollte auch einen Blick auf alternative Lösungen werfen. Eine naheliegende Option ist beispielsweise ein iPad in Kombination mit einem Audio-Interface wie dem iRig. In Verbindung mit gängigen Amp- und Effekt-Apps lassen sich vergleichbare Modeling- und Recording-Funktionen realisieren – oftmals mit deutlich größerer Flexibilität bei IRs, Routing und Drittanbieter-Software. Zwar entsteht hier kein integriertes All-in-One-Gerät, dafür bleibt das System deutlich offener und individuell erweiterbar.
Auch Geräte wie die JBL Bandbox verfolgen einen ähnlichen Ansatz mit integriertem Lautsprecher, App-Anbindung und Übungsfunktionen, bieten dabei jedoch teilweise eine offenere Konnektivität zu einem niedrigeren Preis. Wer vor allem ein kompaktes Übungs- und Jam-System sucht, findet hier eine technisch weniger geschlossene Alternative.
Im Bereich Modeling und Klangqualität positionieren sich zudem Anbieter wie Positive Grid mit der Spark-Serie. Diese bietet eine vergleichbare Zielgruppenansprache, allerdings zu einem deutlich geringeren Preis und mit ausgereifterer Modeling-Technologie. In Sachen Dynamik, Klangtiefe und App-Integration wirken diese Lösungen im direkten Vergleich insgesamt stimmiger.
Je nach Priorität – ob maximale Integration, Klangqualität, offene Systemarchitektur oder Preis-Leistungs-Verhältnis – existieren somit mehrere Alternativen, die das Konzept des Lava Studio auf unterschiedliche Weise abdecken oder sogar erweitern.
Pro
- Sehr komfortables 13,3″-Full-HD-Multi-Touch-Display, anfängerfreundliches UI ohne steile Lernkurve
- Solide Preset-Basis für Plug-and-Play und schnelle Ergebnisse ohne tiefes Technik-Wissen
- Mini-DAW und 8-Spur-Looper als Kreativ- und Übungswerkzeuge
- Viele Übungsfeatures: Backing-Tracks, Drum-Grooves, Tonarten-/Akkordfunktionen, Stem Isolation, integrierten Apps (Spotify/Apple Music/YouTube) für Jam- und Übungssessions
Contra
- Extrem geschlossenes Ökosystem
- Anschluss-/Routing-Limitierungen: kein FX-Loop, kein MIDI, keine externen Controller-Eingänge
- Klanglich nicht auf Niveau vergleichbarer Mittelklasse-Modeler
- Stimmgerät nicht auffindbar/dokumentiert
Link zur Herstellerseite: LAVA Music




