Aus (drohender) Langeweile entstehen manchmal die besten Dinge. So auch im Falle von Dominic Millers neuester Veröffentlichung: „The Beatles“, einem Notenbuch mit 14 Arrangements von Songs der britischen Beat-Legenden für Sologitarre. „Ich bin ständig unterwegs auf Tour. Und was kann ich da tagsüber machen? Ich muss ja irgendwas tun“, erzählt der auch als Solo-Artist äußerst umtriebige Sting-Gitarrist im Interview mit Rick Beato. „Manche Leute gehen ins Museum oder wandern oder so etwas. Ich sitze lieber in meinem Hotelzimmer und dudel ein bisschen auf der Gitarre herum. Und da spiele ich schon seit Ewigkeiten klassische Stücke. Deshalb dachte ich mir, ich möchte diesmal Stücke machen, die ein bisschen weniger akademisch sind. Ich möchte Stücke bearbeiten, die ich wirklich mag. Also habe ich mich dazu entschieden, meine liebsten Beatles-Songs anzugehen und sie für Solo-Gitarre zu arrangieren, so wie es ein klassischer Gitarrist machen würde.“
(Relativ) einfache Arrangements
Und wer Miller kennt, der kann sich denken, dass das Endergebnis dieser Arbeit nicht einfach ein weiteres Heft mit 08/15-Bearbeitungen der beliebtesten Beatles-Klassiker ist, sondern dass man den Bearbeitungen und der Songauswahl anmerkt, wieviel Gespür für die Musik, Liebe und Sachverstand miteingeflossen sind. Von einem Spieler für Spieler. So finden sich in der 14 Songs umfassenden Sammlung zwar natürlicherweise auch Evergreens der Band wie ,Yesterday‘ oder ,Norwegian Wood‘, aber die zu erwartende Hit-Dichte ist nicht so hoch. Vielmehr scheint sich die Sammlung tatsächlich auf die Nummern zu konzentrieren, die am besten zu Dominic Miller passen:

- In My Life
- And I Love Her
- The Fool On The Hill
- Eleanor Rigby
- She’s Leaving Home
- Michelle
- Here Comes The Sun
- The Long And Winding Road
- A Day In The Life
- Yesterday
- Something
- Norwegian Wood
- Blackbird
- I Am The Walrus
Dominic Miller behandelt diese Songs in seinen Bearbeitungen mit viel Respekt, dichtet nichts hinzu und hat die große Gabe, die für das jeweilige Lied relevanten musikalischen Informationen zusammenzutragen und für die Solo-Gitarre spielbar zu machen. Apropos spielbar: Auffallend an den Arrangements ist, dass spieltechnischen Hürden gering gehalten sind. So gering, wie das Original es eben zulässt oder verlangt. Und so werden mit großen Teilen der Transkriptionen, die allesamt in Noten- und Tabulaturschreibweise geliefert werden, auch fortgeschrittene Anfänger zurechtkommen.

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