Fame URM-500 im Test: Großer Sound, kleiner Preis – überzeugt er wirklich?

Fame URM-500 Test: Kompakter Modeler mit großem Sound – wie überzeugend ist der neue Fame-Modeler?

Mit dem URM-500 bringt Fame eine kompaktere Variante seines erfolgreichen URM-1000 auf den Markt, die zwar mit einem platzsparenderen Gehäuse daherkommt, dennoch aber nahezu alle Features des großen URM-1000 mitbringt. Die Grundidee bleibt dabei unverändert: möglichst viel Klangvielfalt durch unzählige Amps und Effekte sowie authentischen Modeling-Sound in einem preislich attraktiven Gesamtpaket. Die spannende Frage ist also nicht unbedingt, ob der URM-500 viel kann, sondern vielmehr, wie gut sich das Konzept in das kleinere Format übertragen lässt.

Erster Eindruck: Aufgeräumtes User-Interface & starke Presets

Klang & Qualität

Unterm Strich bringt der URM-500 im Vergleich zum URM-1000 ebenfalls 150 Preset-Plätze mit, allerdings mit einer Best-of-Auswahl der spannendsten Presets des großen URM-Vertreters. Klanglich orientiert sich der URM-500 dabei stark am großen Geschwister-Gerät: Wie beim URM-1000 finden sich Presets wie „Megallica“, „Van Phaser“, „Blink Day“, „U Dealy 2“ oder „Purple Sky“ auch im URM-500 wieder und bieten spielbereite Sounds für dein Genre. Dabei bleibt das User-Interface übersichtlich und erlaubt mit den drei rechts vom Bildschirm angeordneten Drehreglern eine simple Steuerung über Amp- und Effektparameter. Gleiches gilt für die Effektkettensektion: Je nach Bedarf lassen sich Effekte in das jeweilige Preset einbinden und sogar in der Reihenfolge verändern. Dazu muss lediglich der Home-Button lange gedrückt werden und schon lassen sich Amps, Effekte und sogar das Cabinet frei nach Wunsch umsortieren.

Fame URM-500
Fame URM-500 Ultimate Response Modeler

Das technische Herzstück ist dabei erneut die ANN-basierte Amp-Simulation, die bereits im URM-1000 für eine überraschend authentische Wiedergabe klassischer Verstärker gesorgt hat. Auch hier stehen über 100 Amp-Modelle und zahlreiche Cab-Simulationen zur Verfügung, wodurch sich ein breites Klangspektrum von Clean bis High-Gain problemlos abdecken lässt.

80 spielbereite Presets: Für jeden Geschmack etwas dabei

Die Best-of-Auswahl der URM-1000-Presets kann sich dabei wirklich sehen beziehungsweise hören lassen. Neben zahlreichen Vintage-Amp-Klassikern von Tweed bis AC30 beinhalten die Presets viele Band- und Künstler-inspirierte Sounds, die von Blues bis Metal alles abdecken, was man sich zum Musizieren und vor allem zum Ausprobieren wünscht. Insgesamt befinden sich 80 spielbereite Presets im Gerät (40 in Deutschland produzierte Presets + 40 Werkspresets)

Schon beim ersten Durchspielen zeigt sich, dass der Fokus klar auf fertigen Ready-to-Play-Sounds liegt. Die Presets sind spielbereit abgestimmt und funktionieren sowohl über Kopfhörer als auch direkt am Interface oder in der PA ohne große Nacharbeit. Gerade Einsteiger profitieren davon, dass sie nicht sofort in komplexe Parameter eingreifen müssen. Falls es je nach Umgebung doch zu spontanen Anpassungen kommen muss, so erwies sich bei mir persönlich der Global-EQ als echte Geheimwaffe im Proberaum.

Mufft der Sound mit Bass und Schlagzeug zu sehr, so haben bereits kleine EQ-Anpassungen an meinem Gitarrensound für mehr Ordnung gesorgt. Gerade ein sauberer Low-Cut in den kritischen Tiefmitten zwischen 100 Hz bis 300 Hz hat meinem Gitarrensound hier wirklich gut getan. Für detailliertere Anpassungen oder präzise Feinschliffe stehen zudem drei umfangreiche Equalizer für Gitarre (6-Band-EQ), Bass (7-Band-EQ) und ein allgemeiner 10-Band-EQ bereit.

Im direkten Vergleich zum URM-1000 fällt auf, dass die klangliche Qualität grundsätzlich auf einem nahezu identischen Niveau liegt. Die Kombination aus über 320 Effekten, Amp-Modellen und IR-Cabs sorgt auch hier für eine enorme Bandbreite, die in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist und zahlreiche Kombinationen für unterschiedlichste Spielertypen ermöglicht.

Rückseitige Anschlüsse des Fame URM-500 Ulrimate Response Modeler.
Rückseitige Anschlüsse des Fame URM-500: Input, MIDI, Kopfhöreranschluss, Stereo-Ausgang, USB-C.


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Fame URM-500

Bedienung & Workflow

Durch das kleinere Gehäuseformat und lediglich drei statt vier Fußschalter wirkt der URM-500 zunächst reduzierter, bleibt aber für diese Preisklasse ein voll ausgestatteter Allrounder. Das 2,4-Zoll-LCD-Display ist übersichtlich, und die wichtigsten Funktionen sind dank Global-Parameter- und Home-Button schnell erreichbar. Gerade im Vergleich zu vielen günstigen Modelern fällt positiv auf, dass das Gerät nicht überladen wirkt, sondern sich nach einer gewissen Einarbeitungszeit meines Erachtens recht einfach bedienen lässt.

In meinem Testbericht zum URM-1000 habe ich bereits erwähnt, dass die Bedienung zum Großteil intuitiv und übersichtlich ist, was sich meiner Meinung auch am URM-500 bestätigt. Dennoch muss ich anmerken, dass sich einige Funktionen und Parameter nicht sofort erschließen, gerade wenn man noch kaum bis gar keine Erfahrung mit Amp-Modelern hat.

Gerade die Button-Zuweisung sowie die Kalibrierung des Expression-Pedals können etwas umständlicher ausfallen. Wer also wenig Erfahrung mit Modeling-Geräten beziehungsweise Modeling-Floorboards hat, benötigt hier definitiv etwas Zeit, um sich im Workflow zurechtzufinden.

Geduld lohnt sich aber auch bei diesem Modeler allemal: Wer seinen Workflow gefunden hat, dem stehen nahezu alle Türen für unzählige Gitarrensounds und Kombinationsmöglichkeiten offen!

Praxis

In der Praxis erweist sich der URM-500 als echtes Allrounder-Powerhouse für Studio und Proberaum. Die frei zuweisbaren Fußschalter ermöglichen eine flexible Steuerung im Live-Einsatz. Preset-Wechsel, Tap Tempo oder das Aktivieren einzelner Effektblöcke lassen sich problemlos angehen, sodass auch beim Jammen ein relativ flüssiger Workflow entsteht. Gleichzeitig bietet die frei konfigurierbare Effektkette genug Spielraum, um eigene Sounds detailliert anzupassen.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Der Einsatz des Expression-Pedals kann je nach Preset-Auslastung minimale Latenzen mit sich bringen. Volume-Swells oder sehr präzise Wah-Passagen lassen sich dadurch nicht immer optimal umsetzen. Wer ohnehin ein externes Expression- oder Wah-Pedal nutzt, wird das kaum bemerken. Wer jedoch stark darauf setzt, sollte darauf achten, nicht zu komplexe Presets zu erstellen, da eine höhere Prozessorlast diese Latenz verstärken kann.

Zusammengefasst zeigt sich: Für den aufgerufenen Preis ist das Gesamtpaket wirklich stark. Kleine Einschränkungen wie die leichte Latenz des Expression-Pedals sind vorhanden, aber angesichts von rund 130 € absolut vertretbar.

Alles zum Üben: Looper & Drum-Machine

Auch im Recording-Bereich kann der URM-500 überzeugen. Die integrierte USB-Audio-Interface-Funktion macht ihn zu einem praktischen All-in-One-Tool für Home-Recording. Gitarrensignale lassen sich direkt aufnehmen, während Re-Amping zusätzliche Flexibilität im Nachhinein ermöglicht.

Ich nehme meine Gitarren in der Regel direkt als Audio-Signal ins Interface auf. Besonders viel Spaß hatte ich dabei mit Stereo-Experimenten. Dank zweier separater Ausgänge (L/R) und vorhandener Stereo-Effekte wie Delays, Modulationen und Reverbs lassen sich breite Gitarrenflächen und interessante Klangtexturen erzeugen. Die Klangqualität ist dabei absolut überzeugend, da insbesondere die Cab-Simulationen eine große Vielfalt bieten und für unterschiedliche Genres passende Charaktere liefern.

Ergänzt wird der Modeler durch praktische Übungsfeatures. Der integrierte Looper und die Drum-Machine ermöglichen nicht nur kreatives Jammen zu Drum-Loops, sondern auch das schnelle Festhalten von Songideen. Gerade für Übungszwecke oder spontane Einfälle unterwegs bietet das Gerät damit deutlich mehr als viele vergleichbare Modeler in dieser Preisklasse.

Der integrierte Akku sorgt zudem für mehrere Stunden Spielzeit, wodurch sich der URM-500 nicht nur im Studio oder Proberaum, sondern auch unterwegs sinnvoll einsetzen lässt.

Fazit: Vielseitiger Allrounder für jedes Genre

Mit dem URM-500 gelingt Fame eine gelungene Übertragung des URM-1000-Konzepts in ein deutlich kompakteres und günstigeres Format. Klanglich bringt der URM-500 alles mit, was sein großer Bruder mit seinen zahlreichen Amp- und Effektmodellen ebenso auf Lager hat. Besonders die Best-of-Presets überzeugen im Alltag durch ihre Vielseitigkeit und machen das Gerät sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Gitarristinnen und Gitarristen sofort einsatzbereit.

Auch im Bereich Recording und Übung punktet der URM-500 mit sinnvoll integrierten Features wie die USB-Audio-Interface-Funktion, dem integrierten Looper und der Drum-Machine. In Kombination mit der kompakten Bauweise und dem Akkubetrieb ergibt sich ein äußerst flexibles Gesamtpaket, das sich sowohl im Home-Studio als auch unterwegs oder im Proberaum problemlos einsetzen lässt.

Kleine Abstriche gibt es bei der Bedienungstiefe und im Detailverhalten einzelner Funktionen. Gerade das Expression-Pedal zeigt je nach Preset-Auslastung leichte Latenzen, und auch die Menüführung erfordert an einigen Stellen etwas Einarbeitung.

Unterm Strich bietet der Fame URM-500 ein erstaunlich umfangreiches Feature-Set mit überzeugendem Klang und hoher Alltagstauglichkeit. Wer einen kompakten, vielseitigen Modeler mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket mit viel kreativen Möglichkeiten.

Pro

  • Große Klangvielfalt durch authentisches Amp-Modeling, Effekte und IR-Cabs
  • Zahlreiche spielbereite Presets mit direkter Praxistauglichkeit
  • USB-Audio-Interface, Looper und Drum-Machine integriert
  • Sehr starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Menüführung erfordert Einarbeitungszeit
  • Einige Funktionen nicht sofort intuitiv erreichbar
  • Leichte Latenz beim Expression-Pedal je nach Preset-Auslastung

 


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