Offset-Gitarren jenseits von Fender: Alternative Offset-Shapes für jeden Geldbeutel

Offset-Gitarren: Der Weg vom Nischendesign zum Kultklassiker

Seit ich Kurt Cobain das erste Mal in einem der bekanntesten Nirvana-Musikvideos mit einer Fender Mustang gesehen habe und die Jaguar untrennbar mit ihm verbunden ist, haben mich Offset-Gitarren nicht mehr losgelassen. Umso spannender ist es, wenn man sich nach Offset-Alternativen umschaut: Viele Hersteller interpretieren das Offset-Konzept mit interessanten Korpusbauformen neu, während andere historische Klassiker bei diesem Thema schnell außen vor gelassen werden.

Was mit der Fender Jazzmaster Ende der 1950er-Jahre ursprünglich als ergonomische Nischen-Lösung für Jazz-Musiker gedacht war, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil von Indie-, Alternative- und Rock-Kultur: Offset-Gitarren sind längst Kult in zahlreichen Genres geworden. Während Fender mit Jazzmaster, Jaguar und Mustang die bekanntesten Vertreter stellt, lohnt sich der Blick über den Tellerrand: Viele Hersteller interpretieren das Offset-Konzept heute mit ganz eigenen klanglichen und stilistischen Ansätzen neu.

Wir schauen uns einige alternative Offset-Modelle an und checken, welche asymmetrischen Varianten  es fernab von den altbekannten Fender-Klassikern gibt. Im Folgenden findet ihr sowohl historisch spannende Instrumente, moderne Neuinterpretationen und preislich attraktive Optionen für jeden Geldbeutel!

Was macht eine Offset-Gitarre eigentlich aus?

Der Begriff „Offset“ beschreibt in erster Linie die versetzte Taille (Waist) des Korpus. Im Gegensatz zu klassischen Designs wie Stratocaster oder Les Paul sind die beiden Korpushälften nicht symmetrisch angeordnet, wodurch die Gitarre optisch „nach vorne kippt“.

Dieser Versatz hat nicht nur optische, sondern auch praktische Vorteile: Gerade im Sitzen liegt die Gitarre stabiler auf dem Bein und wirkt ergonomischer. Wichtig ist dabei die Abgrenzung: Nicht jede asymmetrische Gitarre ist automatisch eine Offset-Gitarre – entscheidend ist wirklich die versetzte Taille.

Darstellung des Taillenversatz einer Jazzmaster und Vergleich mit Stratocaster und Explorer E-Gitarre
Gut zu erkennen: Die versetzte Taille klassischer Offset-Modelle unterscheidet sich deutlich von symmetrischen Korpusformen wie beispielsweise der Stratocaster. Die Gibson Explorer hat zwar einen asymmetrischen Korpus, streng genommen ist sie jedoch keine echte Offset-Gitarre, da die Taille, wie bei der Stratocaster, geradlinig ist.

Fender und die Ursprünge der Offset-Ära

Fender brachte das Offset-Design Ende der 1950er-Jahre erstmals auf den Markt. Nach dem Student-Modell Duo-Sonic (1956) war die Jazzmaster (1958) die erste professionelle Offset-Gitarre und wurde ursprünglich gezielt für Jazzmusiker entwickelt. Mit einer komfortableren Spielposition, breiteren Single Coils und einem komplexeren Schaltungskonzept war diese E-Gitarre speziell für das Spielen im Sitzen konzipiert.

Kurz darauf folgten mit der Fender Jaguar (1962) und der Fender Mustang (1964) weitere Offset-Modelle. Während die Jaguar im Vergleich zur Jazzmaster eine verkürzte 24,75″-Mensur und herkömmliche Single Coils verbaut bekam, wurde die Mustang speziell als Student-Modell vermarktet.

Während Fender ursprünglich den Jazz-Markt im Blick hatte, fanden Offsets ihren echten Durchbruch in ganz anderen Genres. In den 60ern prägten sie den Surf-Rock, später wurden sie zu festen Größen in Punk, Grunge, Indie und Shoegaze. Heute stehen Offset-Gitarren genau für diese Mischung aus Individualität, Experimentierfreude und bewusstem Bruch mit klassischen Designs.

Mehr Infos zur Historie der Jazzmaster findet ihr hier im Electric Guitar Deep Dive: Die Fender Jazzmaster

Offset-Gitarren für den schmalen Taler

J & D JM30 RW White

J & D E-Gitarre JM30 WH White
J & D E-Gitarre JM30 WH White

Wer nicht gleich weit weg vom klassischsten Offset-Design möchte, findet mit der J & D JM30 RW White eine preiswerte Jazzmaster-Alternative. Mit breit gewickelten Single Coils und einem Vintage-Tremolo bekommt man ein starkes Rundumpaket für unter 200 €. Der Offset-Erlekorpus sorgt für ein ausgewogenes Handling, während der geschraubte Ahornhals mit C-Profil ein vertrautes Spielgefühl ermöglicht. Mit ihren zwei JM Single Coils funktioniert die Gitarre optimal in Kombination mit Clean- und Crunch-Sounds, während das Vintage-Vibrato zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten bietet.

  • JM-Style E-Gitarre
  • Erlekorpus
  • Geschraubter Ahornhals (C-Profil)
  • Composite-Griffbrett mit 22 Bünden
  • 2x J & D JM Single Coils
  • Master Volume & Tone, 3-Weg-Schalter
  • Vintage Vibrato System
  • Druckgussmechaniken
  • White Finish


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J & D E-Gitarre JM30 WH White

Jackson JS Series Surfcaster JS22 SF HT Gloss Black

Jackson JS Series Surfcaster JS22 SF HT Gloss Black
Jackson JS Series Surfcaster JS22 SF HT Gloss Black

Erstmals in den 90er-Jahren von Jackson/Charvel veröffentlicht, sollte die Surfcaster eine Vintage-Hommage an die 50er- und 60er-Jahre sein. Ursprünglich mit zwei Lipstick-Pickups ausgestattet, gibt es mittlerweile zahlreiche Varianten dieses Modells in allen Preisregionen. Für unter 300 € bringt die Jackson JS22 Surfcaster ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis mit und lässt sich für sämtliche Genres von Pop bis Heavy wunderbar einsetzen. Der Compound-Radius von 12″ bis 16″ ermöglicht komfortables Akkordspiel in den unteren Lagen und eine flache Saitenlage in hohen Registern für schnelle Leads. Zwei High-Output-Humbucker sorgen für kräftige Sounds, während die Hardtail-Bridge ein stabiles Setup und direkte Ansprache garantiert.

  • Korpus aus Poplar
  • Geschraubter Ahornhals
  • Amaranth-Griffbrett mit Sharkfin-Inlays
  • 12″–16″ Compound Radius
  • 24 Jumbo-Bünde
  • 2x Jackson High-Output Humbucker
  • 3-Wege-Schalter
  • Volume & Tone
  • Jackson Hardtail-Bridge
  • Druckguss-Mechaniken


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Offset-Gitarren im oberen Preissegment

Vintage REVO VRS654MW Surfmaster Quad Metallic White

Vintage REVO VRS654MW Surfmaster Quad Metallic White
Vintage REVO VRS654MW Surfmaster Quad Metallic White

Wer bereits ein Auge auf die Surfcaster geworfen hat und nicht auf ein modernes Metal-Brett aus ist, findet mit der Surfmaster von Vintage eine ähnliche Interpretation, die sich am Original aus den 1990er-Jahren orientiert. Die Vintage REVO Surfmaster Quad überzeugt dabei mit einer außergewöhnlichen Pickup-Konfiguration und vielseitigen Klangoptionen. Der Thinline-Offset-Korpus aus Okoume sorgt für ein komfortables Handling, während vier Alan Entwistle Single Coils in Kombination mit Einzelschaltern und ATN5 Variator eine enorme Bandbreite an Sounds ermöglichen. Ergänzt wird das Konzept durch ein klassisches Offset-Vibrato und hochwertige Hardware.

  • Thinline-Offset-Korpus aus Okoume
  • Geschraubter Ahornhals
  • Jatoba-Griffbrett mit Binding & Block-Inlays
  • 22 Medium-Jumbo-Bünde
  • 24,75″ Mensur
  • 4x Alan Entwistle Astrosonic VX Single Coils
  • Einzelschalter für Pickup-Anwahl
  • Volume & Tone
  • ATN5 Variator
  • Roller-Bridge & Vintage Offset Vibrato
  • Wilkinson E-Z-Lok Mechaniken
  • GraphTech-Sattel
  • Metallic White Finish


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Hagstrom Adina Purple Burst

Hagstrom Adina Purple Burst
Hagstrom Adina Purple Burst

Die Hagstrom Adina kombiniert ein etwas außergewöhnlicheres Offset-Design mit flexibler Pickup-Bestückung. Der stark asymmetrische Mahagonikorpus mit Riegelahorndecke sieht im Vergleich zu klassischen Jazzmaster-Modellen zwar etwas eigen aus, hebt sich aber genau deswegen vom Klassiker ab. Die Kombination aus P-50 Single Coil und Custom 60 Humbucker deckt ein breites Klangspektrum ab, das zwischen P90-ähnlichem Sound und satter Humbucker-Action überzeugt. Dank Coil-Split-Funktion lassen sich zusätzlich transparente Single-Coil-Sounds in der Stegposition realisieren, wodurch die Hagstrom Adina ein echter Allrounder mit eigenständigem Look ist.

  • Mahagonikorpus
  • Ahorndecke mit Riegelahorn-Furnier
  • Ahornhals
  • Resinator-Griffbrett
  • 15″ Radius, 25,5″ Mensur
  • Hagstrom P-50 (Hals) & Custom 60 Humbucker (Steg)
  • 3-Weg-Schalter
  • Volume & Tone mit Push/Pull Coil-Split
  • Hagstrom Wraparound Bridge
  • Purple Burst Finish


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ESP LTD XJ-1 Hardtail Black Blast / Silver Blast

Die ESP LTD XJ-1 Hardtail ist optimal für moderne Gitarristinnen und Gitarristen, die Ausschau nach einer Offset-Bariton-Gitarre mit 27″-Mensur halten. Der Korpus aus Sumpfesche sieht mit seinem sandgestrahlten Finish nicht nur schick aus, sondern bietet auch eine ganz spezielle Haptik. Der dreistreifige Ahornhals mit Thin-U-Profil fühlt sich zudem äußerst geschmeidig an und unterstützt schnelle Riffs und anspruchsvolle Leads. Der Fishman Fluence Humbucker bietet mehrere Voicings, die per Push/Pull-Funktion ausgewählt werden können, und deckt mit nur einem Pickup mehr als einen Sound ab.

  • Korpus aus Sumpfesche
  • Geschraubter 3-streifiger Ahornhals (Thin-U)
  • Macassar Ebenholzgriffbrett
  • 22 Extra-Jumbo Edelstahlbünde
  • 42 mm Sattelbreite
  • Fishman Fluence Open Core Classic Humbucker
  • Volume mit Push/Pull Voice Switch
  • Hipshot Fixed Bridge (Strings-Through-Body)
  • LTD Locking-Mechaniken
  • Black Blast Open Pore Finish

Hier geht’s zum Testbericht der ESP LTD Deluxe XJ-1 Silver Blast


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Titelbild: Fender/Jackson

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