JAM Pedals Harmonious Monk Mk II im Test

JAM Pedals Harmonious Monk Mk II

Ich muss zugeben: Tremolo-Effekte waren für mich bisher immer ein blinder Fleck auf der Landkarte der Must-Have-Pedale. Das JAM Pedals Harmonious Monk Mk II bietet mir also die perfekte Gelegenheit, endlich in die Welt stimmungsgeladener Lautstärkemodulation einzutauchen. Denn die überarbeitete Version des Monk ist wahrlich ein Boutique-Tremolo, das über die Einsatzbereiche klassischer Vintage-Sounds hinausgeht und auch experimentierfreudigere Gitarristinnen und Gitarristen durchaus ansprechen dürfte. Was das JAM Pedals Harmonious Monk Mk II im Kern ausmacht und wie es klingt, haben wir im Detail getestet.

JAM Pedals x That Pedal Show

Das Harmonious Monk wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem griechischen Effekttüftler Jannis Anastasakis von JAM Pedals und den beiden ‚That Pedal Show‘-Hosts Dan und Mick entwickelt. Hier trifft also der geballte Einfallsreichtum des Gründers von JAM Pedals auf die langjährige Expertise der beiden Pedal-Connoisseure. Da der erste Versuch bereits von außerordentlichem Erfolg gekrönt war, entschied man sich kurzerhand dazu, eine weitere Mk-II-Version des Harmonious Monk mit zusätzlichen Features zu entwickeln.

Analoger Signalweg mit digitaler Steuerung. Das ist der Ansatz, den das JAM Pedals Harmonious Monk Mk II verfolgt. Während der Sound klassisch warm und organisch bleibt, können Spieler von den erweiterten Steuermöglichkeiten der digitalen Welt profitieren. Im Zentrum stehen beim Monk zwei grundlegende Tremolo-Typen: Amplitube Tremolo und Harmonic Tremolo. Ersterer erinnert eher an klassisch pulsierende Tremoloeffekte, der Harmonic Mode ist hingegen etwas komplexer und erzeugt Sounds mit erkennbarem Uni-Vibe-Charakter. Und genau hier weiß das Harmonious Monk seine besonderen Stärken auszuspielen.

Intuitive Bedienung

Bedient wird das Pedal über vier Drehregler, hier verliert man sich also nicht in zahlreichen Untermenüs und Steuerungsoptionen:

  • D für Depth – bestimmt die Effekttiefe
  • S für Speed – bestimmt die Geschwindigkeit des Effekts.
  • M für Mix – bestimmt das Verhältnis aus trockenem Signal und Effekt-Signal.
  • L für Level – setzt für die Ausgangslautstärke des Pedals

Neben dem oberen Harmonic/Amplitude Mode Switch gibt es dann noch den Drei-Wege-Schalter in der Mitte des Pedals, der zur Wahl der Wellenform des internen LFO dient. Während sich vom abgebildeten Viereck der oberen Schaltposition folgerichtig eine Square-Welle ableiten lässt und der Kreis in Mittelstellung einen ungefähren Bezug zur Sinuskurve zulässt, gibt uns die untere Position einen Reverse Sawtooth für abgefahrene Swell-Effekte.

Mk II mit Tap & Ramp Mode

JAM Pedals Harmonious Monk Mk II Angle
Bild: JAM Pedals

So weit, so gut. Aber was macht das Harmonious Monk denn jetzt eigentlich so besonders? Hier kommt der Tap & Ramp Mode der Mk-II-Version ins Spiel, den wir aktivieren, indem wir die beiden Fußschalter gleichzeitig drücken und halten, bis die Status-LEDs blinken. Von hier aus können wir den Tap Switch gedrückt halten und mithilfe des Speed-Reglers ein Zieltempo für die Ramp-Funktion bestimmen. Die auf gleichem Wege abrufbare Alternativfunktion des Depth-Reglers nimmt Einfluss auf die Zeit, die die Ramp-Funktion benötigt, um zwischen den beiden Speed-Settings zu wechseln.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sind die Effekte, die sich mit der Ramp-Funktion realisieren lassen, wirklich der Hammer: Schnelle, aggressive Wechsel zwischen sphärisch wabernden Tremolos und rasanten Stutters sind genau so gut möglich wie kontinuierliche Speed Swells, die dem Tremoloeffekt zusätzliche plastische Tiefe verleihen. Hier kann man also eine Menge Spaß haben und so manches Experiment anstellen, das die eigene Kreativität befeuert.

Harmonious Monk Legacy Mode mit Speed Multiplier

Aber auch der Legacy Mode hat ein paar kleine Tricks im Ärmel: Bei Betätigung des Tap Schalters lässt sich der Speed Multiplier aktivieren, mit dem sich das eingestellte Effekttempo vervielfachen lässt. Wer den Tap Switch doppelt drückt, verdoppelt das Speed Setting, durch dreifaches Drücken ist auch x1.5 Speed möglich – ideal für Dotted Feeling und synkopische Klangeffekte.

Wer also eher einen klassischen und einfach zu bedienenden Tremoloeffekt möchte, wird sich hier besonders schnell zurecht finden. Positiv ist in jedem Fall, dass der Legacy Mode über den Tap Switch vollständig mit dem Fuß bedient wird und die Regler hier eher nach ‚Set and Forget‘-Manier eingestellt werden können. Dennoch hat man erstaunlich viele Optionen unter der Fußspitze parat, die den Sound des Harmonious Monk lebendig gestalten.

Hidden Features im Inneren des Pedals

Platine des JAM Pedals Harmonious Monk Mk II
Platine des JAM Pedals Harmonious Monk Mk II (Bild: JAM Pedals)

Sollte die Funktionsweise des Pedals an sich zwar überzeugen, sein Klangbild jedoch nicht so ganz, hat Jannis von JAM Pedals ein besonders nützliches Zusatzfeature im Inneren des Pedals versteckt. Beim Abschrauben der Base Plate offenbart sich nämlich die Platine des Harmonious Monk Mk II, die mit kleinen Trim-Potis bestückt ist. Die drei Regler auf der Platine oben rechts bilden einen Dreiband-Equalizer, über den sich mithilfe eines kleinen Schraubenziehers die Bässe, der Midrange und die Höhen des Wet-Signals einstellen lassen. Wichtig hierbei: Der EQ muss von rechts nach links gelesen werden! Der Bassregler befindet sich also rechts, der Treble-Regler links.

Bei Problemen mit unterschiedlichen starken Tonabnehmern wie aktiven Pickups oder anderweitigen Signalquellen wie Line-Signale wurde mit dem untersten Trim-Poti als Regler für den Input Gain auch eine Lösung implementiert. Auf der Platine sind noch zwei weitere Trim-Potis untergebracht. Da deren Funktionsweise im Handbuch allerdings nicht näher erklärt wird und sich der Klang des Pedals bereits bestens in mein Setup einfügt, habe ich sie vorsorglich in Ausgangsstellung gelassen 😉

Anschlussoptionen – MIDI? Leider Fehlanzeige

Kommen wir zum größten Manko des Harmonious Monk: seine eher spartanisch gestalteten Anschlussoptionen. Ein Blick auf die Seiten des Gehäuses offenbart nämlich, dass wir an Buchsen hier nur jeweils einen in Mono ausgeführten Ein- und Ausgang zur Verfügung haben, zusätzlich noch der Anschluss für das Netzteil. Sehr schade, denn gerade hier hätte die überarbeitete Mk-II-Version tatsächlich zusätzliche Punkte im Vergleich zum Vorgänger einfahren können. Ein Anschluss für Expression-Pedale zur manuellen Steuerung der Ramp-Funktion hätte sicherlich Spaß gemacht, eine MIDI-Schnittstelle zur Synchronisierung des Monk mit anderen Geräten oder zur Änderung des aktiven Mode per PC-Befehl hätte ihm ebenso gut getan.

JAM Pedals Harmonious Monk Mk II
Bild: JAM Pedals

JAM Pedals Harmonious Monk Mk II – Fazit

Das JAM Pedals Harmonious Monk Mk II hat es tatsächlich geschafft, mir die Vorzüge des Tremolo-Effekts näher zu bringen. Was mit einem oberflächlich betrachtet recht einfach zu bedienenden und ebenso einfach nachvollziehbaren Pedal so alles möglich sein kann, ist wirklich erstaunlich. Besonders der Tap & Ramp Mode mit seiner integrierten Ramp-Funktion hat es mir angetan und erstaunlich viele spaßige Momente beschert. Lediglich die fehlenden Steuermöglichkeiten per MIDI und Expression verhindern dem Monk Mk II eine dauerhafte Stellplatzgarantie auf meinem Pedalboard. Sollte es jedoch demnächst nochmal um stakkato-artige On-Off Chops, klassische Flutter Sounds oder raumfüllende Ambience-Klänge gehen, ist es definitiv die Waffe meiner Wahl!

Pro

  • Ideal für analoge Klangtexturen
  • Einfach und intuitiv zu bedienen, trotzdem enorm umfangreich
  • Tap & Ramp Mode besonders spaßig
  • Sehr schickes Gehäuse-Design

Contra

  • Fehlende Anschlüsse für MIDI und Expression
  • Recht hoher Preis (299 € UVP)

Link zur Herstellerseite: https://jampedals.com/


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Jam Pedals Harmonious Monk Mk.II

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