… macht Sachen: GRACE BOWERS sagt „Bye YouTube“

Grace Bowers

Der Post wurde zwar schnell wieder gelöscht, aber die Worte geistern immer noch durchs Internet: Die US-Gitarristin Grace Bowers hat Fakten geschaffen, YouTube verlassen und ihre Beweggründe angenehm direkt formuliert: „Too many old ass creeps … Ich fühle mich zutiefst unwohl mit der Anzahl älterer Männer hier. Ich habe kein Interesse mehr daran, Blues zu spielen oder was auch immer euch hierherzieht. Ich bin fertig damit.“ Sie habe zunehmend das Gefühl gehabt, ein Publikum anzuziehen, mit dem sie sich nicht identifizieren könne. Stattdessen wolle sie sich stärker auf ihre eigene Generation konzentrieren und Musik machen, die ihrem aktuellen Selbstverständnis entspricht.

Den Rückzug von der Video-Plattform gestaltet sie derweil radikal. Sämtliche Performance-Videos sind inzwischen entfernt, sichtbar blieben lediglich Audioveröffentlichungen. Ihre Follower-Zahl auf YouTube ging verständlicherweise leicht zurück (-2000 Abonnenten).

Alle Performance-Videos wurden entfernt. (Screenshot März '26)
Alle Performance-Videos wurden entfernt. (Screenshot März ’26)

Erwachsen geworden

Schon zu Jahresanfang hatte die 19-jährige aus Nashville. Tennessee ihrem Unmut über die Rezeption ihrer Person und ihrer Musik Ausdruck verliehen: „Nichts bringt mich mehr auf die Palme, als wenn mir jemand ein Label aufdrückt. Ich bin 19! Die Musik, die ich jetzt mache, im Vergleich zu der mit 16 oder 17, ist völlig anders. Die Leute regen sich darüber auf. Ich denke mir: Überleg mal, wie du mit 16 warst … Du warst wahrscheinlich ein anderer Mensch. Das ist eben der ganze Mist daran, ständig in den sozialen Medien präsent zu sein; ich bin vor den Augen von so vielen Menschen erwachsen geworden.“

Bowers war in den vergangenen Jahren rasant aufgestiegen, mit TV-Auftritten, prominenten Kollaborationen und wachsender Social-Media-Reichweite. Und bevor der Erfolg zum Problem für ihre musikalische Entwicklung wird, hat sie nun konsequenterweise die Reißleine gezogen. Sie möchte weg vom Blues-Image hin zu einer moderneren, eigenen Handschrift: „Ich habe das Gefühl, dass es gerade eine richtige Bewegung im Hardcore- und Punk-Bereich gibt. Rockbands kommen zurück. Da sind etwa Geese und Yungblud – das inspiriert mich total. Ich frage mich dann: ‚Was kann ich dazu beitragen?‘“

Offizielle Webseite von Grace Bowers

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