Electro Harmonix Percolator: Kult-Fuzz der 70er-Jahre kehrt modernisiert zurück
Mit dem neuen Percolator greift Electro Harmonix eines der geheimnisvollsten und gleichzeitig einflussreichsten Distortion-Pedale der 1970er-Jahre auf. Das Original, der Interfax Harmonic Percolator von Ed Giese aus Milwaukee (Wisconsin), genießt seit Jahrzehnten Kultstatus und gilt aufgrund seiner geringen Stückzahl, der vergossenen Elektronik und seines ungewöhnlichen Schaltungsdesigns als echte Rarität. Nun interpretiert EHX den legendären Effekt neu und ergänzt das historische Konzept um zahlreiche moderne Funktionen.

Das Original: Ein Mythos aus Milwaukee

Der Harmonic Percolator entstand Mitte der 1970er-Jahre bei Interfax Electronics und unterschied sich bereits damals deutlich von klassischen Fuzz- oder Distortion-Pedalen. Anstelle einer Op-Amp-Schaltung setzte Entwickler Ed Giese auf eine diskrete Transistorschaltung aus einem Silizium-NPN- und einem Germanium-PNP-Transistor.
Charakteristisch war dabei die Betonung geradzahliger Obertöne bei gleichzeitiger Unterdrückung ungeradzahliger Harmonischer. Dieses Konzept sollte für einen besonders organischen und musikalischen Zerrcharakter sorgen.
Seinen legendären Ruf verdankt das Pedal nicht zuletzt Musikerinnen und Musikern wie Steve Albini (Shellac, Big Black), der den Harmonic Percolator über viele Jahre als festen Bestandteil seines Gitarrensounds nutzte. Aufgrund der seltenen Originale und der vergossenen Bauteile entwickelte sich der Percolator im Laufe der Jahre zu einem der meistkopierten Boutique-Pedale überhaupt.
EHX erweitert das Konzept dieses seltenen Klassikers

Der neue Electro Harmonix Percolator orientiert sich am Grundcharakter des historischen Vorbilds, erweitert dessen Funktionsumfang jedoch deutlich. Das Klangspektrum reicht von dynamischem Overdrive bis hin zu aggressiven Fuzz-Sounds und bleibt dabei stets außergewöhnlich anschlagsdynamisch.
Verantwortlich dafür ist unter anderem die asymmetrische Clipping-Schaltung, welche die charakteristischen geradzahligen Obertöne des Originals aufgreift.
Über die Regler Harmonics, Bias und Balance lässt sich der Charakter des Pedals ziemlich detailiert formen. Während der Harmonics-Regler den Eingangs-Gain von leichtem Overdrive bis hin zu massivem Fuzz bestimmt, verändert der Bias-Regler den Arbeitspunkt der Verstärkerschaltung und ermöglicht dadurch glatte Overdrive-Sounds ebenso wie gated Fuzz- oder oktavähnliche Klangfarben.
Zusätzlich bietet ein Drive/Fuzz-Schalter die Wahl zwischen einem offenen transistorbasierten Overdrive ohne Dioden-Clipping oder einem deutlich aggressiveren Fuzz-Modus mit aktivierter Clipping-Stufe. Hier steckt wirklich viel Zerre drinnen!
Über das historische Konzept hinaus stattet Electro Harmonix den Percolator mit einigen zeitgemäßen Funktionen aus. Ein interner Trim-Poti erlaubt zusätzliche Gain-Reserven sowie eine stärkere Betonung tiefer Suboktav-Anteile. Darüber hinaus verfügt das Pedal über True Bypass und einen Fußschalter mit Latching- und Momentary-Funktion, sodass sich der Effekt sowohl dauerhaft als auch nur für kurze Klangakzente aktivieren lässt.
Erschwinglicher Boutique-Klassiker für jedes Pedalboard
Mit dem neuen Percolator bringt Electro Harmonix damit nicht einfach nur eine Neuauflage eines Boutique-Klassikers auf den Markt, sondern macht dieses außergewöhnliche Drive/Octave-Fuzz-Konzept für jeden Erschwinglich, ohne gleich mit hohen Gebrauchtmarktpreise des Originals konfrontiert zu werden. Gerade Gitarristinnen und Gitarristen, die jenseits klassischer Overdrive- und Fuzz-Sounds nach eigenständigen Klangfarben suchen, dürften hier definitiv auf ihre Kosten kommen.

