JIMI 66 #1 – Jimi Hendrix: Wie alles begann

2026 ist es genau 60 Jahre her, dass ein amerikanische Musiker britischen Boden betrat und damit eine der größten und einflussreichsten Karrieren der Rock-Historie begann. In den folgenden Monaten verfolgen wir das erste und spannendste Karrierejahr von Jimi Hendrix. JIMI 66 startet aber erst mal mit der Vorgeschichte. Der folgende Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch JIMI HENDRIX: MUSIKER POPSTAR MYTHOS von Lothar Trampert. Weitere Infos unter www.jimihendrixbuch.de und am Ende des Artikels.

JOHNNY JIMMY JAMES & JIMI

Es kommt selten vor, dass ein Mensch seinen Namen wechselt. Bei dem Musiker, um den es hier gehen soll, war das aus verschiedenen Gründen gleich mehrmals der Fall: Aus dem gebürtigen Johnny Allen wurde nach knapp vier Jahren James Marshall, er selbst nannte sich Jimmy und seine internationale Karriere in England wurde dann 1966 bekanntlich unter einer so reduzierten wie originellen Variante gestartet. Es geht um Jimi Hendrix.

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Johnny Allen Hendrix wurde am 27. November 1942 in Seattle, Washington, im Nordwesten der USA geboren. Seine Eltern Al und Lucille waren Afroamerikaner mit irischen und Cherokee-Vorfahren und stammten beide aus ärmlichen Verhältnissen. Kurz nach ihrer Hochzeit im Frühjahr 1942 wurde Al zur Armee eingezogen. Seine bei der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes gerade siebzehnjährige Frau, war der Verantwortung für das Kind nicht gewachsen. Sie war überfordert und sie hatte andere Interessen. So verbrachte Johnny Allen seine ersten drei Lebensjahre meist bei Verwandten und Freunden von Lucille.

Nachdem Al Hendrix seinen Dienst bei der Army beendet hatte und nach Seattle zurückgekehrt war, konnte er nicht wie erhofft seinen Sohn wiedersehen, denn der war inzwischen bei einer mit Lucilles Mutter befreundeten Mrs. Champ, in Berkeley, California untergebracht worden. Al fuhr also 800 Meilen nach Süden, um seinen Jungen nach Hause zu bringen. Der Traum vom intakten Familienleben scheint sich aber für ihn damals nicht mehr erfüllt zu haben. Auch nach seiner Rückkehr war Johnny Allen, nicht zuletzt aufgrund der Spannungen zwischen Mr. und Mrs. Hendrix und zeitweise exzessiver Trinkgewohnheiten, immer wieder bei Verwandten untergebracht. Der von Lucille Hendrix bestimmte Name für ihren Sohn wurde am 11. September 1946 von Al geändert: Er beantragte eine offizielle Neueintragung in die Geburtsurkunde, und aus Johnny Allen wurde James Marshall. Nach langen Auseinandersetzungen trennten sich Al und Lucille fünf Jahre später endgültig und wurden am 17. Dezember 1951 geschieden.

James Marshall, der von seinen Freunden Buster genannt wurde, war zur Zeit der Scheidung gerade neun Jahre alt geworden. Er und sein Bruder Leon (*1948) blieben bei ihrem Vater, drei weitere Geschwister, Joseph (*1949), Cathy (*1950) und Pamela (*1951) wuchsen bei anderen Familien auf, die sie adoptiert hatten. Al Hendrix verdiente den Lebensunterhalt für sich und seine beiden Söhne mit verschiedensten Jobs, bis er eine Anstellung als Landschaftsgärtner in Seattle fand. Jimmy und seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Leon war es möglich, eine „weiße Schule“ zu besuchen, die nicht die damals verbreitete Rassentrennung praktizierte – im Süden der USA war sie in den 40er- und 50er-Jahren noch die Regel.

Jimmys Interesse am Schulbesuch scheint eher weniger stark ausgeprägt gewesen zu sein, er hatte eigentlich nur im Kunstunterricht etwas Erfolg und wechselte bis zu seinem 15. Lebensjahr mehrmals zwischen verschiedenen Elementary- und Junior High-Schools hin und her. Daneben war er Mitglied der örtlichen Pfadfindergruppe und spielte auch zwei Jahre im „Fighting Irish“-Football-Team. Außerdem soll er sich als Kind für Autos interessiert haben: Er zeichnete sie und entwarf auch eigene Modelle.

MUSIC!

Während dieser Zeit muss sich auch sein Interesse für die Musik verstärkt haben. Angeblich war er schon früher gelegentlich mit einem Besen in der Schule aufgetaucht, um vor seinen Mitschülern eine Gitarren-Show abzuziehen. Der neue Trend hieß Rock & Roll, und an dem kam niemand vorbei, denn Radios gab es in jedem Haushalt. Nachdem Jimmy dann noch einige Experimente mit selbstgebauten Saiteninstrumenten – Modell: Besenstiel, Zigarrenkiste und Bindfaden – durchgeführt hatte, die für seine Freunde ein weiterer Anlass für Witze über ihn waren, machte er Ernst. Zuerst brachte er sich auf einer gefundenen Ukulele ein paar Melodien und einfache Akkorde bei, und kurze Zeit später besorgte er sich dann das erste richtige Instrument: eine billige akustische Gitarre, die er einem Freund seines Vaters abkaufte.

Al Hendrix hatte (entgegen mancher Anekdoten über angebliche musikalische Frühförderung) die künstlerischen Interessen seines ältesten Sohns anfangs anscheinend eher ignoriert – vielleicht auch, weil er kein Geld übrig hatte, um ein Instrument zu kaufen. Er selbst hatte keine musikalische Ausbildung, liebte aber Musik und beherrschte die alte Sklaventradition des rhythmischen Schenkel-Trommelns mit zwei Esslöffeln. Später versuchte er es angeblich auch mal mit dem Saxophonspiel, das er jedoch nach einiger Zeit wieder aufgab.

Sein Sohn blieb dabei: Jimmy lernte jetzt also das Gitarrenspiel auf seiner selbst gekauften Acoustic, autodidaktisch. Aufgrund der Fortschritte die er machte, schenkte sein Vater ihm ein Jahr später eine E-Gitarre, auf der er, anfangs ohne Verstärker, versuchte, die im Radio gehörte Rock-&-Roll-Songs nachzuspielen. Er war fasziniert, talentiert und hartnäckig. Und kam voran.

Am 02. Februar 1958 starb seine Mutter Lucille, zu der er in den Jahren seit der Scheidung seiner Eltern kaum noch Kontakt hatte.

Hendrix‘ erste Band, in die er im Sommer 1958 als Fünfzehnjähriger einstieg, hieß The Velvetones, wurde aber nach drei Monaten umbesetzt und umbenannt: The Rocking Teens existierten dann bis Anfang 1959, und im Sommer des Jahres gründeten einige ehemalige Mitglieder The Rocking Kings, die überwiegend Cover-Versionen spielten und bei denen Hendrix wegen Gitarristen-Überschuss als Bassist engagiert wurde – allerdings mit seiner normalen E-Gitarre.

IN THE ARMY

Jimmy verließ noch im selben Jahr die High School, um eigenes Geld zu verdienen. Einige Einnahmen hatte er auch schon durch gelegentliche Auftritte mit seiner Band. 1960 wechselte er zu Thomas & The Tom Cats, die er aber 1961 verlassen musste, als er im Mai des Jahres zur Armee ging. Angeblich wurde er damals wegen Autodiebstahl verhaftet, und man stellte ihn vor die Alternative: US-Knast oder US-Army. Hendrix wählte das zweite Übel und meldete sich, mit 18 Jahren, als unfreiwillig Freiwilliger zur 101st Airborne, einer Fallschirmspringertruppe. Stationiert war er in Fort Campbell, Kentucky, und bis heute wird er auf der Website www.military.com als „famous veteran“ erwähnt. Allerdings nicht nur lobend.

In Kentucky gründete er Anfang 1962 zusammen mit anderen eingezogenen Musikern die Band The King Kasuals und absolvierte regelmäßig Auftritte in den von der US-Armee betriebenen Unterhaltungs-Clubs und im Pink Poodle Club in Clarksville. Das Repertoire von Jimis neuer Formation, zu der auch der ein Jahr ältere Bassist Billy Cox gehörte (der später für Hendrix noch mal eine sehr bedeutende Rolle spielen sollte), bestand aus Top-40-Titeln – eine weitere Cover-Band also. Neben Hendrix und Cox spielten noch Drummer Gary Ferguson, Saxophonist Charles Washington und der Trompeter Jimmy Darden in der Band, später kam noch der etwas ältere Sänger Johnny Jones dazu.

Nach etwas mehr als einem Jahr war Hendrix‘ Karriere als Fallschirmspringer beendet – aber nicht aufgrund einer Fußverletzung, die er sich bei einem Sprung zugezogen haben will, wie er später selbst gerne erzählte. Es war wohl eher so, dass man sich nach diversen Abmahnungen „in gegenseitigem Einvernehmen“ trennte, denn James Marshall Hendrix hatte sich wohl regelmäßig während seiner Dienstzeit aufs Ohr gelegt und auch ansonsten eher mit Zurückhaltung geglänzt. Die Army war nicht sein Ding. Im Juni 1962 kehrte er ins zivile Leben zurück und begann jetzt, mit vollem Einsatz, hauptberuflich als Musiker zu arbeiten. Jimmys Gitarre war damals aufgrund akuten Geldmangels oft im Pfandhaus untergebracht und wurde vor den Gigs nur ausgelöst, wenn Geld leichter aufzutreiben war als ein anderes Instrument. Überhaupt lieh er sich den größten Teil seines Equipments damals von Freunden und verschiedenen Club-Besitzern zusammen.

Nachdem Billy Cox im September ebenfalls aus der Army entlassen worden war, zogen er und Hendrix zusammen nach Clarksville, kurz darauf weiter nach Nashville. Ihre gemeinsame Band, die jetzt The King Casuals oder auch mal The Casuals hieß, führten sie weiter, arbeiteten aber darüber hinaus auch mit anderen Musikern zusammen, so zum Beispiel mit Johnny Snead & The Imperials und Bob Fisher & The Barnevilles, mit denen sie einen Monat lang The Marvelettes und Curtis Mayfield begleiteten. Hier spielten beide auch mit dem Gitarristen Larry Lee zusammen, der wie Cox sieben Jahre später wieder in einer Hendrix-Band auftauchen sollte. In diese Zeit fiel auch angeblich die erste, wenngleich nicht sehr erfolgreiche Studioarbeit von Hendrix. Er nahm an einer Recording-Session von Starday-Records für Bill Hoss Allen in Nashville teil. Die von ihm eingespielte Gitarrenspur konnte oder wollte man jedoch nicht verwenden und wurde vom Produzenten gelöscht.

HENDRIX ON THE ROAD

Im Winter zog Hendrix wieder in die Nähe seiner Heimatstadt Seattle; er lebte bei Verwandten im benachbarten Vancouver und spielte in dieser Zeit mit Tommie Chong (später eine Hälfte der Kiffer-Komiker Cheech & Chong) und Bobbie Taylor & The Vancouvers. Doch schon im Frühjahr 1963 ging er zurück nach Nashville und fand auch sofort wieder Anschluss an die dortige Musikszene. Mit der Band von Gorgeous George Odell tourte er dann durch die gesamten USA. Auch diese Combo lebte im Wesentlichen von Backing-Jobs für verschiedene Solisten. Es kam während dieser Tour auch zu ersten Kontakten mit Rock-&-Roll-Musiker Little Richard, bei dem Hendrix in dieser Zeit jedoch, wenn überhaupt, nur kurz als Aushilfsgitarrist tätig war. Im folgenden Jahr wurde Jimmy als Begleitmusiker für eine Package-Tour mit Interpreten wie B.B. King, Jackie Wilson und The Supremes verpflichtet. In dieser Zeit beginnt auch Hendrix‘ stärker werdendes Interesse für den Blues, das mit ausgelöst wurde durch weitere Begegnungen, unter anderem mit den Musikern Albert King, Willie Dixon und Muddy Waters.

Anfang 1964 zog Jimmy nach New York City. Am 13. Mai 1964 war Hendrix mit dem amerikanischen Singer/Songwriter Don Covay im Studio und spielte den Titel ,Mercy Mercy’, auch bekannt als ,Have Mercy’ ein. Es ging weiter mit einer Konzerttournee und Plattenaufnahmen für die Isley Brothers, einer Soul-orientierten, damals nur mittelmäßig erfolgreichen Band hervorragender Musiker. Nach einem Gig in Nashville/Tennessee im November des Jahres verließ er die etwas überraschte Band genauso plötzlich, wie er aufgetaucht war. Im benachbarten Memphis angekommen, traf er im Stax-Studio den Gitarristen Steve Cropper, bekannt geworden durch die Band Booker T. & The M.G.’s. Hendrix erzählte später, er habe bei seinem Besuch eine Demo-Single eingespielt, was aber laut Cropper nicht stimmt. Anschließend begleitete Hendrix im Rahmen einer Package-Tour den Soul-Sänger Sam Cooke bei einigen seiner letzten Auftritte.

Die erste Hälfte des Jahres 1965 war Jimmy, jetzt auch mal unter dem Pseudonym Maurice James aktiv, wieder Mitglied der Upsetters, der damaligen Begleit-Band von Little Richard. Mit dieser Band entstanden neben den im Vordergrund stehenden Tourneen einige wenige Studioaufnahmen. Richards Manager feuerte ihn aber nach einiger Zeit wegen permanenter Unpünktlichkeit. Zwischen seinen Jobs bei Richard spielte er mit Arthur Lee und Rosa Lee Brooks in Los Angeles eine Single ein, begleitete das Soul-Duo Sam & Dave und war als Gitarrist an einigen Shows der Ike & Tina Turner Revue beteiligt. Tina Turner kann sich zwar nicht daran erinnern, ihr weirder Ex-Mann Ike konnte es aber schon, was alleine schon zu denken gibt und diese Information nur mit gebotener Vorsicht genießen lässt.

Von 1965 stammt auch die früheste Filmaufnahme von Hendrix. Mit verschiedenen Musikern, zum Teil Mitgliedern der Upsetters, spielte er für eine TV-Show in Dallas/Texas den Titel ,Shotgun‘ – interpretiert vom Gesangs-Duo Buddy & Stacy. Kurz nach seiner Kündigung bei Richard hatte er außerdem seinen ersten Plattenvertrag bei Sioux-Records in New York unterzeichnet – mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Näheres dazu, also etwa, an welchem musikalischen Projekt Hendrix hier beteiligt werden sollte, ist nicht bekannt. 1965 absolvierte Hendrix außerdem Gigs mit Carl Holmes & The Commanders, spielte mehrfach mit der Band des Saxophonisten King Curtis, und im November/Dezember tourte er mit Joey Dee & The Starlighters.

Ende 1965 spielte Jimmy auch zum ersten Mal mit Soul- und R&B-Sänger Curtis Knights Band The Squires, mit der er in der Folgezeit Club-Konzerte und mehrere Studioaufnahmen absolvierte. Jimmy arbeitete bis Mai ’66 regelmäßig mit Curtis Knight & The Squires. Es existieren auch einige Live-Mitschnitte der Band, unter anderem die erste Aufnahme bei der Hendrix auch als Sänger zu hören ist.

Über Curtis Knight lernte Hendrix auch den Produzenten Ed Chalpin kennen, der ihm, nachdem er ihn bei Aufnahmen in seinem Studio erlebt hatte, ebenfalls einen Vertrag anbot. Der verpflichtete Jimmy, was Studioaufnahmen anging, für drei Jahre nur mit Chalpins Firma PPX Enterprises zusammenzuarbeiten. Anfang 1966 kam es in diesem Rahmen unter anderem zu Aufnahmen mit der Schauspielerin & Sängerin Jayne Mansfield und dem kanadischen Newcomer Ricky Mason. Auch mit der Band von King Curtis entstanden einige Studioaufnahmen – die Bänder mit den drei Songs ,Linda Lou‘, ,Baby How About You‘ und ,I Can’t Take It‘ wurden aber bei einem Brand vernichtet. Die King Curtis Band spielte unter anderem bei einer Party von Atlantic Records in New York City, wo Hendrix am 05. Mai 1966 Percy Sledge, Esther Phillips, Wilson Pickett und Don Covay begleitete.

JIMMY JAMES

Die zwei Jahre in New York waren für Jimmy Hendrix‘ musikalische Entwicklung sehr wichtig: Er hatte Jobs in der Stadt, ging zwischendurch auf Tour und lernte viele unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler kennen. Viele verschiedene Einflüsse kamen hier auf ihn zu – Blues, Soul, Jazz, Singer/Songwriter-Folk-Rock, Poetry, Bildende Kunst, Freiheit.

Dann war ein wichtiger Schritt einfach überfällig: 1966 gründete Hendrix, jetzt unter dem Pseudonym Jimmy James aktiv, seine eigene Band The Blue Flames, zu der auch zeitweise der damals fünfzehnjährige Randy Wolfe gehörte, der später als Randy California bekannt gewordene Gitarrist von Spirit. Hier interpretierte Jimmy neben Blues- und Rock-&-Roll-Standards auch erstmals einige Titel von Bob Dylan, bei denen er sich auch als Sänger präsentierte – der Begleitmusiker wurde zum Frontman. Kein leichter Schritt, denn bisher hatte sich Hendrix, wegen mangelndem Selbstbewusstsein in Bezug auf seine gesanglichen Fähigkeiten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, zurückgehalten. Dylans zwar dilettantischer, aber durchaus expressiver Gesangsstil, sowie seine Stimme, „die klingt, als käme sie über die Mauern eines Tuberkulose-Sanatoriums“ (so Siegfried Schmidt-Joos & Barry Graves im legendären „Rocklexikon“,1979), hatten es Hendrix angeblich leicht gemacht, diese Zweifel zu überwinden. In erster Linie verstand er sich aber auch weiterhin als Gitarrist. Angeblich soll Hendrix seine Band kurz auch mal in „The Rainflowers“ umbenannt haben und mit Ed Sanders, Tuli Kupferberg und Ken Weaver von „The Fugs“ zusammengearbeitet haben.

In den drei Monaten in denen die Band existierte erregte sie einiges Aufsehen in der Künstlerszene von Greenwich Village. Musiker wie der Bassist Jeff Baxter, der Keyboarder Al Kooper und der Gitarrist und Harmonikaspieler John Hammond Jr. (Sohn des legendären Produzenten John Hammond) stiegen für kurze Zeit ein, britische Popstars die in den USA auf Tour waren, unter anderem die Beatles, die Rolling Stones und die Animals wurden auf den Insider-Tipp Jimmy James aufmerksam und besuchten das Cafe Wha? und das Cafe A GoGo, in denen der neue Ausnahmegitarrist zu hören war. Als Gitarrist wurde er auch der Geheimtipp des New Yorker Sommers ’66.

Und das bedeutete den Wendepunkt in seiner Karriere: Der Bassist der britischen Formation The Animals, Chas Chandler, der Jimmy schon im Juli gesehen hatte, kehrte Anfang September nach einer US-Tour nach New York zurück und überzeugte ihn davon, seine Band zu verlassen und mit nach England zu kommen, um dort eine neue Gruppe zusammenzustellen. Chandler kannte den britischen Markt schon lange genug, und er sah, wie auch Animals-Manager Michael Jeffery, gute Chancen, die am Blues orientierte Musik Hendrix‘ kommerziell nutzen zu können. Hendrix und Chandler einigten sich, die nötigen Papiere wurden besorgt, und die Reise ins Ungewisse konnte beginnen. Deal!

Chas Chandler hatte vorher noch die bestehenden Vertragsrechte von Sioux-Records für 50 US-Dollar aufgekauft. Den Drei Jahres-Vertrag mit Ed Chalpin hatte Chas zu seinem Pech nicht weiter berücksichtigt; vielleicht war er hierüber auch gar nicht informiert. Diese Tatsache sollte ihm und Hendrix noch eine Menge Ärger bereiten …

In JIMI 66 #2 geht es dann in Kürze weiter mit Jimi Hendrix‘ Ankunft in London.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus

JIMI HENDRIX
MUSIKER POPSTAR MYTHOS
von Lothar Trampert. Mit über 100 Abbildungen,
darunter 40 Fotos von Günter Zint aus dem Star Club Hamburg
404 Seiten; Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN-13: 9783819246296
Verlag: BoD – Books on Demand 2025
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