Wer gewissenhaft Gitarre übt und viel spielt, kennt das Problem: Nach ein paar Wochen klingen die Saiten auch gestimmt einfach nicht mehr so gut, verfärben sich oder zeigen sogar schon Spuren von Rost. Spätestens dann ist es aller höchste Eisenbahn für einen Saitenwechsel. An der Zubehörtheke stößt man schließlich auf eine unfassbar große Auswahl und steht nicht zuletzt vor der Frage: unbeschichtete oder beschichtete Gitarrensaiten?
Die Wahl der Gitarrensaiten ist immer eine Geschmackssache, weshalb beide Varianten ihre treuen Anhänger haben. In diesem Artikel zeigen wir dir die spezifischen Unterschiede zwischen beiden Saitentypen auf und beleuchten Klang, Spielgefühl, Haltbarkeit und Preis. Dies soll dir einen Überblick verschaffen und dir die Entscheidung erleichtern, damit du die passende Wahl für deinen Spielstil treffen kannst.
Was sind beschichtete Gitarrensaiten?
Beschichtete Gitarrensaiten sind mit einer hauchdünnen Schutzschicht aus Polymeren oder ähnlichen Materialien ausgestattet. Diese Beschichtung bildet einen Schutzfilm, der die Saite vor Schweiß, Schmutz, Hautfetten und Feuchtigkeit schützt und somit ihre Abnutzung verlangsamt.
Um den Einfluss auf Klang und Spielgefühl zu reduzieren, entwickeln renommierte Saitenhersteller wie D’Addario, Elixir, Ernie Ball oder Martin ausgefeilte Beschichtungstechnologien. Dabei erfreut sich zum Beispiel die XS-Serie von D’Addario aufgrund ihrer langen Haltbarkeit sowie eines angenehmen Spielgefühls einer großen Beliebtheit.


Was sind unbeschichtete Gitarrensaiten?
Unbeschichtete Saiten bestehen ausschließlich aus den verwendeten Metalllegierungen wie Nickel, Stahl, Bronze oder Phosphor Bronze. Sie verfügen über keine zusätzliche Schutzschicht und gelten daher als die traditionelle Variante. Viele Gitarristen bevorzugen unbeschichtete Saiten aufgrund ihres direkten Klangs und natürlichen Spielgefühls.


Unbeschichtete und beschichtete Gitarrensaiten im Klangvergleich
Unbeschichtete Saiten werden am häufigsten wegen ihres Klangs bevorzugt. Ohne die dämpfende Beschichtung zeichnet sich ihr Klangverhalten durch eine sehr direkte Ansprache und einen offenen Ton aus. Gerade im Studio macht sich dies ausgesprochen gut, denn ein natürlicher Klang hört sich auf Aufnahmen einfach besser an. Allerdings muss erwähnt werden, dass der authentische Sound unbeschichteter Saiten bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Äußere Einflüsse wirken stark auf die Saiten ein, was sie weniger lang haltbar macht.
Zwar wurden frühere Generationen beschichteter Saiten wegen ihres gedämpften Klangs kritischer betrachtet, aber natürlich steht die Zeit nicht still. Moderne Beschichtungen haben enorme Fortschritte gemacht und nähern sich dem natürlichen Ton unbeschichteter Saiten kontinuierlich an. Die klaren Vorteile einer Beschichtung sind ein konstanter Klang über einen längeren Zeitraum und eine damit einhergehende gleichbleibende Performance. Zwar ist die Brillanz gegenüber frischen unbeschichteten Saiten etwas geringer, dafür sind beschichtete Saiten deutlich langlebiger.
Haltbarkeit: der größte Unterschied
Hier liegen beschichtete Gitarrensaiten ganz klar vorne. Durch ihre Schutzschicht gelangen Schweiß, Hautpartikel und Feuchtigkeit schwerer an das Metall, woraus sich eine deutlich längere Lebensdauer ergibt. Somit müssen die Saiten auch nicht so häufig gewechselt werden, weshalb du durchaus ein paar Wochen länger Freude an ihnen haben wirst.
Unbeschichtete Saiten sind hingegen zwar ein günstiger Ersatz, oxidieren allerdings weitaus schneller und müssen häufiger gewechselt werden. Gerade Gitarristen mit eher schwitzigen Händen werden dies schnell zu spüren bekommen und bereits nach wenigen Tagen Veränderungen im Klang und Spielgefühl feststellen.
Preisvergleich
Da unbeschichtete Saiten keine zusätzliche Schutzschicht besitzen, sind sie entsprechend günstiger in der Anschaffung. Hier kannst du mit einer Preisspanne von 5 bis 15 Euro und einer großen Auswahl je nach Preisklasse rechnen.
Im Gegensatz dazu sind beschichtete Gitarrensaiten zwar teurer, aber auch langlebiger. Das rechnet sich definitiv, denn wenn ein Satz drei- bis viermal länger hält, gleicht dies den höheren Kaufpreis hervorragend aus.
Für wen eignen sich beschichtete Gitarrensaiten?
Besonders Vielspieler tendieren zu beschichteten Saiten, da sie sich einen andauernden Saitenwechsel mit ihnen getrost sparen können. Auch Live-Musiker oder jene, die viel touren, profitieren definitiv von einer Beschichtung, da sie ihre Instrumente raueren Bedingungen aussetzen. Hast du häufig schwitzige Hände, könnten beschichtete Gitarrensaiten ebenfalls genau das Richtige für dich sein, da Schweiß eben schneller zu Korrosion führt. Last but not least sind beschichtete Gitarrensaiten auch etwas für Faulpelze (keine Wertung), die schlichtweg keine Lust haben, ihre Saiten ständig zu wechseln. 😉

Für wen eignen sich unbeschichtete Gitarrensaiten?
Unbeschichtete Saiten richten sich an Puristen, die einen möglichst natürlichen Ton bevorzugen, sowie Studiomusiker, die einen maximal frischen Klang auf ihren Aufnahmen hören möchten. Um dem schnellen Verschleiß der Saiten entgegenzuwirken, solltest du sie nach jeder Session mit einem trockenen Mikrofasertuch abwischen, ab und an einen speziellen Saitenreiniger verwenden, dir vor dem Spielen die Hände waschen und die Gitarre nicht in feuchten Räumen lagern (das ist ohnehin nicht gut für das Instrument). Außerdem verwendest du zur Aufbewahrung am besten einen Koffer oder ein Gigbag, die deine Gitarre zusätzlich vor äußeren Einflüssen schützen.
Fazit: beschichtet oder unbeschichtet?
Wie du siehst, kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Sowohl beschichtete als auch unbeschichtete Saiten haben ihre Vor- und Nachteile. Während beschichtete Gitarrensaiten mit einer längeren Haltbarkeit und einem konstanten Klangerlebnis punkten, überzeugen unbeschichtete durch ihr direktes Spielgefühl und einen brillanten Sound.
Letztlich entscheidet also das persönliche Spielgefühl, weshalb du beide Varianten ausprobieren solltest, um deine Entscheidung zu treffen. Dafür musst du dich auch nicht in Unkosten stürzen.



