Yamaha LL16 ARE im Test

Yamaha LL16 ARE Beitragsbild

Auf der Suche nach einer professionellen Westerngitarre stößt man häufig auf die Hersteller Taylor, Martin oder Gibson. Doch seit einigen Jahren holt Yamaha auf und bereichert den Markt um Instrumente, die definitiv an die Modelle der großen Namen herankommen. Besonders die L-Serie erfreut sich einer hohen Beliebtheit und hat sich zum absoluten Geheimtipp unter Musikern entwickelt. Innerhalb dieser Reihe sticht speziell die Yamaha LL16 ARE hervor und überzeugt mit ihren hervorragenden Features. Sie kombiniert eine vollmassive Bauweise, ausgewählte Materialien sowie innovative Fertigungstechniken zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für diesen Testbericht haben wir uns die Gitarre näher angesehen und überprüft, was ihr Marketingversprechen hält.

Yamaha LL16 ARE
Macht in jeder Hinsicht einen guten Eindruck: die Yamaha LL16 ARE. (Bild: Yamaha)

Der erste Eindruck

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Yamaha LL16 ARE mit größter Gewissenhaftigkeit gefertigt wurde. Ihre Lackierung ist gleichmäßig, die Verarbeitung sauber und auch die Bundenden stehen nicht über.

Optisch setzt Yamaha hier auf ein dezentes Erscheinungsbild im Natural Finish oder wahlweise im schwarzen Finish. Für eine zurückhaltende Deko sorgen unterdessen eine Rosette sowie ein Binding mit Abalone-Einlagen, dazu passende Griffbretteinlagen und ein klassisches Tortoise-Schlagbrett. Wer eine zeitlose Westerngitarre sucht, ist hier goldrichtig.

Besondere Stabilität erhält die Gitarre durch ihren fünfteiligen Hals aus Mahagoni und Palisander mit einer Verstärkung am Übergang zur Kopfplatte. Abgerundet wird die Konstruktion durch Griffbrett und Steg aus Ebenholz, die zusätzliche Stabilität verleihen und im Falle des Griffbretts eine angenehme Haptik aufweisen.


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Yamaha LL16 ARE mit Band
Die Gitarre ist ein hervorragendes Bandinstrument. (Bild: Yamaha)

Der Klang der Yamaha LL16 ARE

Mit ihrer massiven Decke aus Engelmann-Fichte sowie Boden und Zargen aus massivem Palisander erzeugt diese Dreadnought-Westerngitarre einen voluminösen Klang, der sich besonders gut bei kräftigem Strumming entfaltet. Gerade Dreadnoughts sind hierfür ausgesprochen gut geeignet und werden daher häufig für ausdrucksstarke Gesangsbegleitung und im Bandkontext eingesetzt. Singer-Songwriter und auch Bandmusiker werden also mit der Yamaha LL16 ARE voll auf ihre Kosten kommen, zumal sie auch mit einem hauseigenen Tonabnehmer ausgestattet ist. Außerdem wartet die Gitarre mit einer neuartigen Deckenverstrebung auf, die den Ton in den tiefen Lagen einmal mehr verbessert. Dank der A.R.E.-Technologie klingt die Gitarre darüber hinaus von Anfang völlig ausgereift, sodass keine lange Einspielzeit erforderlich ist.

Was steckt hinter der A.R.E.-Technologie?

Das Premium-Feature der Yamaha LL16 ARE ist die sogenannte Acoustic Resonance Enhancement, kurz A. R. E. Dabei handelt es sich um ein spezielles Wärmeverfahren, mit dem Yamaha die Eigenschaften der Fichtendecke gezielt verändert. Da sich der volle Klang von Fichtenholz erst nach einer gewissen Einspielzeit voll entfaltet, nimmt dieses Verfahren den Alterungsprozess des Holzes zum Teil vorweg. So klingt das Instrument schon nach dem ersten Auspacken offen und ausgereift.

Doch was ist dran an diesem Marketingbegriff? Im Gegensatz zu vielen anderen Werbeversprechen erzeugt die A.R.E.-Behandlung tatsächlich eine Modifizierung der Molekularstruktur des Holzes. Die Materialeigenschaften verändern sich daraufhin derart, dass das Tonholz praktisch im Zeitraffer altert.

Bereit für die Bühne

Um den professionellen Klang der Yamaha LL16 ARE auch im großen Rahmen präsentieren zu können, ist sie mit dem Yamaha SRT Zero Impact Tonabnehmer ausgestattet. Das SRT ist ein passives Tonabnehmersystem, das den Klang des Instruments authentisch übertragen, dabei aber das harmonische Design der Gitarre nicht stören soll. Es handelt sich um ein System mit Piezoelementen für jede Saite. Zwar verfügen Tonabnehmer mit Preamps über mehr Möglichkeiten der Klangregelung, aber Puristen, die ihre Gitarre optisch möglichst natürlich haben möchten, sind mit dem SRT besser beraten.

Spielgefühl der Yamaha LL16 ARE

Für eine angenehme Bespielbarkeit setzt Yamaha hier auf ein flaches Halsprofil, das sich ausgesprochen vertraut anfühlt. Dazu ist die Saitenlage ab Werk gut eingestellt, sodass sowohl Akkordspiel als auch Fingerpicking problemlos funktionieren. Ein abgerundetes Griffbrett-Binding gewährleistet ebenfalls ein angenehmes Greifgefühl über den gesamten Hals.

Da es sich hierbei um eine Dreadnought handelt, die für Spieler von kleinerer Statur vielleicht schwieriger zu handhaben sein könnte, bieten die abgerundeten Schultern der Yamaha LL16 ARE eine verbesserte Ergonomie für eine natürliche Haltung.

Yamaha LL16 ARE Neck
Der ergonomische Hals liegt gut in der Hand. (Bild: Yamaha)

Verarbeitung im Vergleich zur Konkurrenz

In ihrer Preisklasse ist die Yamaha LL16 ARE jedoch nicht konkurrenzlos. Eine der bekanntesten Alternativen ist beispielsweise die Taylor 214ce, die ein ungebrochener Topseller ist. Während Taylor häufig mit einem sehr komfortablen Halsprofil und einem modernen Klang punktet, ist der Pluspunkt der Yamaha LL16 ARE zweifellos ihre vollmassive Fertigung. In Kombination mit ihrer erlesenen Materialauswahl, dem Tonabnehmer und ihrer sauberen Verarbeitung spielt sie auf einem Niveau, das man durchaus in einem höheren Preissegment erwarten könnte.

Für wen eignet sich die Yamaha LL16 ARE?

Die Yamaha LL16 ARE richtet sich besonders an Gitarristen, die ein professionelles Instrument für den Live- und Studioeinsatz suchen. Dank ihres ausgewogenen Klangs eignet sie sich ausgezeichnet für Singer-Songwriter sowie für Rhythmusgitarristen. Dabei ist die A.R.E.-Behandlung kein bloßes Marketingargument, sondern ergänzt den offenen Klangcharakter der Gitarre sinnvoll.

Bist du auf der Suche nach einer hochwertigen Westerngitarre für jede Gelegenheit, solltest du dir die Yamaha LL16 ARE auf jeden Fall näher anschauen. Sie ist ein wahres Gesamtpaket, das in dieser Preisklasse nur schwer zu schlagen ist.

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