Gitarrenpflege im Sommer: So schützt du deine Akustikgitarre

Gitarre im Sommer

Der Sommer lockt mit Gartenpartys, Lagerfeuern und entspanntem Urlaub am Strand. Die ideale Gelegenheit also, sich die Gitarre zu greifen und Sessions im Freien zu starten. Allerdings bietet die warme Jahreszeit nicht nur vermehrt Gelegenheit zum Spielen, sondern ist auch für deine Gitarre eine Herausforderung. Hohe Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung und Schwankungen der Luftfeuchtigkeit können ihr nämlich erheblich zusetzen. Da du aber schließlich lange etwas von deinem Instrument haben und es sicher auch wieder für besinnliche Stunden unter dem Weihnachtsbaum herausholen möchtest, ist die richtige Gitarrenpflege ein absolutes Muss. Denn so bleibt dein Instrument auch an Tagen mit 30 Grad Celsius und mehr in bestem Zustand.

Warum Hitze für Gitarren problematisch ist

Da Akustikgitarren in erster Linie aus Holz, also einem natürlichen Material, bestehen, reagieren sie stark auf ihre Umgebung. Steigen die Temperaturen stark an oder schwankt die Luftfeuchtigkeit über längere Zeit, geht das nicht spurlos an den Tonhölzern vorbei. Diese können sich verziehen und im schlimmsten Fall entstehen Risse im Korpus.

Eine besondere Gefahr besteht, wenn die Gitarre länger im Auto bleibt. Wir alle kennen die Hitze, die einen schier überwältigt, wenn man im Sommer in ein aufgeheiztes Auto steigt und uns der Innenraum Temperaturen von über 50 Grad Celsius um die Ohren schlägt. Für die Akustikgitarre bedeutet dies, potenzielle Schäden an den Holzteilen und sogar eine Schwächung von Leimverbindungen.

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Gitarrenkoffer geöffnet
Ein Case schützt vor extremen Temperaturen.

Auch wenn es natürlich ausgesprochen angenehm ist, während des Jammens auch noch Sonne zu tanken, sollte deine Akustikgitarre dem Sonnenlicht nicht zu lange ungeschützt ausgesetzt sein. Die intensive Wärme kann das Finish beschädigen und zu Spannungen im Holz führen. Deine Gitarre kriegt also praktisch einen Sonnenbrand.

Daher empfiehlt es sich, beim Spielen im Freien ein schattiges Plätzchen zu suchen. Damit tust du nicht nur deiner Gitarre einen Gefallen, sondern gleich auch noch deiner Haut. Zur Aufbewahrung sollte das Instrument im Koffer oder Gigbag gelagert werden. Neben der richtigen Gitarrenpflege behalte also auch die Umgebungsbedingungen genauestens im Auge.

Die richtige Luftfeuchtigkeit erhalten

Die optimale Luftfeuchtigkeit für Akustikgitarren liegt bei 45 bis 55 Prozent. Im Sommer kann diese regional allerdings stark schwanken. Feuchte Gewitterluft oder ein Urlaub am Meer können das Holz stark aufquellen lassen. Hingegen herrscht während Hitzeperioden und auf dem Festland ein sehr trockenes Klima.

Ortega Hygro-Thermometer
Ein Hygro-Thermometer ermöglicht die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit. (Bild: Ortega)

Um den Feuchtigkeitsgehalt der Luft kontinuierlich messen zu können, hilft ein kleines Hygro-Thermometer im Gitarrenkoffer. Bei Bedarf können spezielle Gitarrenbefeuchter oder -entfeuchter eingesetzt werden, um ein gesundes Klima für dein Instrument zu schaffen. Hier hat die Firma D’Addario übrigens ein sehr praktisches Produkt zur Gitarrenpflege entwickelt. Das D’Addario PW-HPK-01 Humidity Auto Control System bietet eine doppelte Feuchtigkeitskontrolle und hält den Feuchtigkeitsgehalt konstant bei 45 bis 50 Prozent. Es passt sich ganz von selbst dem Jahreszeitenwechsel, geographischen Standort und der Temperatur an.


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Dunlop String Cleaner
String Cleaner für langlebige Saiten. (Bild: Dunlop)

Gitarrenpflege nach dem Spielen

Da die Schweißproduktion an warmen Tagen natürlich ordentlich angekurbelt wird 😉, gelangen entsprechend mehr Schweiß und Hautfette auf Saiten, Griffbrett und Lackoberflächen. Aus diesem Grund solltest du deine Gitarre nach jedem Spiel kurz reinigen. Hierfür reicht meist ein weiches Mikrofasertuch und gelegentlich ein String Cleaner, den du bereits für kleines Geld bei jedem Musikalienhändler bekommst. Lack und Saiten danken es dir mit einer längeren Lebensdauer.


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Transport im Sommer

Neben der richtigen Gitarrenpflege spielt auch der Transport eine wichtige Rolle. Wer seine Gitarre häufig unterwegs nutzt und sie auch mit in den Urlaub nehmen möchte, sollte auf den Transport achten. Hochwertige Gitarrenkoffer bieten dabei einen besseren Schutz vor Temperaturschwankungen als Gigbags. Wie bereits erwähnt, solltest du die Gitarre auch niemals zu lange in einem geparkten Auto lassen.

Bringst du die Gitarre von einer sehr heißen Umgebung in einen klimatisierten Raum, solltest du sie zunächst einige Minuten im geschlossenen Koffer lassen. Das Instrument kann sich so besser an die neue Temperatur gewöhnen.

Anzeichen für Hitzeschäden erkennen

Ein regelmäßiger Blick auf die Gitarre in Kombination mit einer gewissenhaften Gitarrenpflege hilft dabei, Schäden zu verhindern oder zumindest frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu beheben. Warnsignale, bei denen die Alarmglocken schrillen sollten, sind:

  • Veränderungen der Saitenlage
  • Sichtbare Risse im Holz
  • Wölbungen der Decke
  • Hervorstehende Bundenden
  • Locker werdende Leimverbindungen

Fallen dir solche Veränderungen auf, solltest du die Ursache mit Hilfe der richtigen Gitarrenpflege und -aufbewahrung möglichst schnell beheben und bei Bedarf einen Fachmann aufsuchen.

Fazit

Mit etwas Aufmerksamkeit und einer angemessenen Gitarrenpflege bringst du deine Akustikgitarre problemlos durch den Sommer. Entscheidend sind der Schutz vor Hitze, die richtige Luftfeuchtigkeit und die regelmäßige Reinigung. Sofern du deine Gitarre also keiner extremen Hitze, Sonneneinstrahlung und zu hoher oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit aussetzt und nach jedem Spiel einen kurzen Moment in die Gitarrenpflege investierst, wirst du definitiv lange etwas von ihr haben.

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