Kapodaster: So setzt du ihn richtig ein

Kapodaster auf Gitarre

Nahezu jeder Sänger und Gitarrist kennt es: Du möchtest unbedingt einen Song singen und begleiten, merkst aber, dass dir die Stimmlage so gar nicht liegt. Anstatt die Tonart jedoch zu transponieren und bei komplizierteren Barré-Griffen zu landen, bietet dir ein Kapodaster (kurz: Capo) die denkbar leichteste Lösung. Schnell an einem Bund platziert, kannst du die Tonart mühelos wechseln und an die Stimmlage anpassen, in der du dich am wohlsten fühlst. Während dir der Artikel Capo-Shootout: Die 7 besten Kapodaster für Gitarre die besten Modelle präsentiert, erfährst du in diesem Beitrag, wie du sie effektiv einsetzt, was sie dir bieten und was du unbedingt beachten musst.

Wie funktioniert ein Kapodaster überhaupt?

Ein Kapodaster verkürzt die Länge der schwingenden Saite, indem er sie an einem bestimmten Bund herunterdrückt. Das Ergebnis: Die Tonhöhe aller Saiten steigt, während die gewohnten Akkordgriffe erhalten bleiben. Denn je kürzer oder kleiner der schwingende Körper, desto heller der Klang.

Das erleichtert dir das Gitarrenspiel um ein Vielfaches. Auch wenn du schon lange spielst und dir Barré-Griffe keine Schwierigkeiten mehr bereiten, musst du dir wahrscheinlich eingestehen, dass du sie vermeidest, wenn es geht. 😉 Mit einem Kapodaster kannst du ganz bequem weiterhin offene Akkorde spielen und trotzdem in einer anderen Tonart musizieren. Genau aus diesem Grund ist der Kapodaster für viele Singer-Songwriter und Fingerstyle-Enthusiasten die absolute Standardausrüstung.

In diesem Video bekommst du übrigens neben Tipps zum Spielen eines großartigen Songs einen Eindruck, wie dir ein Kapodaster das Spiel deutlich erleichtern kann.

Der häufigste Fehler: die falsche Position

Intuitiv setzt du deinen Kapodaster beim ersten Gebrauch wahrscheinlich mittig zwischen zwei Bünde. Das erscheint logisch, führt aber häufig zu schnarrenden Saiten oder unsauberen Akkorden. Verwende ihn stattdessen genau so, wie du deinen Zeigefinger beim Greifen eines Barré-Griffes setzen würdest: möglichst nah hinter dem Bundstäbchen.  Die Saiten benötigen so weniger Druck und schwingen sauberer. Das verbessert den Klang und sorgt zudem dafür, dass die Gitarre länger in Stimmung bleibt. Setze ihn zudem gerade auf, sodass jede Saite an der gleichen Stelle angedrückt wird. Damit vermeidest du Ungleichheiten bei der Stimmung.

D'Addario Kapodaster
Bessere Druckkontrolle durch Kapodaster mit Schraubmechanismus.

Weniger Druck ist oft mehr

Damit kommen wir gleich zum nächsten Punkt. Übt ein Kapodaster einen hohen Druck aus, funktioniert er zwar zuverlässig, birgt aber auch Nachteile. Neben den bereits genannten Folgen werden die Saiten stärker gedehnt und klingen schnell zu hoch. Gerade bei hochwertigen Gitarren fällt das schnell auf. Praktischer sind daher Kapodaster, die eine einstellbare Spannung besitzen. Hier kannst du etwas experimentieren und den optimalen Druck finden, der den sauberen Klang der Saiten erhält.


Affiliate Link:

D’Addario CP-07 NS Capodaster Lite

Kurz nachstimmen lohnt sich

Doch auch wenn der Kapodaster perfekt sitzt, ändert sich die Saitenspannung minimal. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Gitarre einmal kurz nachzustimmen. Ein kurzer Blick auf das Stimmgerät, und die Gitarre ist wieder top eingestellt. Gerade ältere Saiten oder wechselnde Temperaturen sorgen für ein schnelles Verstimmen des Instruments, weshalb sich dieser kleine Aufwand schnell bezahlt macht.

Gitarre stimmen
Ein kurzes Nachstimmen nach der Positionierung des Kapodasters für einen sauberen Klang.

Mehr als nur eine andere Tonart

Du denkst, ein Kapodaster dient nur dem Transponieren von Songs? Weit gefehlt! Gleichzeitig verändert er nämlich den Charakter der Gitarre.

Je höher der Kapodaster sitzt, desto höhenbetonter und brillanter wird der Klang. Eine Dreadnought klingt so weniger basslastig und weitaus transparenter, während Fingerstyle-Stücke an Leichtigkeit gewinnen. Dabei gibt es keine Regel, welcher Bund der richtige ist. Probiere ruhig nach Lust und Laune, bis dein Ohr entscheidet, was gut klingt.

Welcher Kapodaster passt zu mir?

Im Handel finden sich zahlreiche verschiedene Modelle, die sich vor allem in der Bedienung unterscheiden.

Kapodaster mit Druckfeder sind die ideale Wahl, wenn du live schnell die Tonart wechseln musst. Unterdessen bieten dir Kapodaster mit Schraubmechanismus die bereits erwähnte feinere Abstimmung für die optimale Intonation. Darüber hinaus lohnt sich für Vielspieler durchaus die Investition in einen hochwertigen Kapodaster.

Achte beim Kauf aber unbedingt auf die Ausführung des Kapodasters. Western- und E-Gitarren haben gewölbte Griffbretter, während Konzertgitarren flache Griffbretter besitzen. Such dir daher unbedingt das richtige Modell für deine jeweilige Gitarrenart aus. Der falsche Kapodaster übt schließlich keinen gleichmäßigen Druck auf die Saiten aus und erzeugt Schnarren, Dämpfung und eine unsaubere Intonation.


Affiliate Link:

König & Meyer 30900 Capodaster Western/Electric – mattverchromt

Kapodaster: richtig einsetzen, besser klingen

Du siehst also: Ein Kapodaster eröffnet dir sowohl ein leichteres Spiel als auch ganz neue klangliche Möglichkeiten. Neben einer Tonlage, in der sich deine Stimme wohlfühlt, und einer angenehmen Spielbarkeit verleiht er Songs einen frischen Sound. Noch dazu ist er ganz leicht anzuwenden, was ihn zu einem wahren Wunder-Zubehör macht, auf das nicht nur Anfänger, sondern auch gestandene Profis gerne zurückgreifen.

Unser Tipp: Spiele deine Lieblingssongs bewusst einmal mit verschiedenen Kapodaster-Positionen. Vielleicht entdeckst du dabei Klangfarben und Möglichkeiten, die du vorher gar nicht auf dem Schirm hattest.

Auch interessant:

Capo-Shootout: Die 7 besten Kapodaster für Gitarre

Der Kapodaster – oder auch kurz Capo genannt – ist die wohl denkbar einfachste Methode, [...]

> WEITERLESEN
Welches Zubehör für Akustikgitarre brauche ich wirklich?

Beim Kauf einer Akustikgitarre darf natürlich auch das richtige Zubehör nicht fehlen. Das Angebot ist [...]

> WEITERLESEN
Gitarre Stimmen leicht gemacht – Ein Leitfaden für Einsteiger

Das Stimmen einer Gitarre ist eine grundlegende Fähigkeit, die jeder Gitarrist beherrschen sollte. Eine falsch [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert