Vom Klassiker zur kreativen Welle
Manche Gitarreneffekte sorgen buchstäblich auf Knopfdruck für einen bestimmten Vibe. Sobald ein Wah an ist, fühlt man sich wie Kirk Hammett, aktivieren wir einen Flanger, sind wir gleich Eddie Van Halen und bei einem Chorus denken alle an die 80er. Auch ein Tremolo ist so eine Zeitmaschine, die uns sofort in die Fifties und Sixties beamt. Alle Gitarrist:Innen, die es irgendwo zwischen Surf-Gitarren, Soul-Grooves und experimentellem Ambient-Zeug hin und her reißt, kommen an einem Tremolo-Pedal nicht vorbei.
Egal, ob eine subtile Wellenform oder ein stotternder Morse-Code, mit dem TC Electronic Pipeline Tremolo hat der dänische Effektbauer einen Bodentreter gebaut, der klassische Vibes mit modernen Features mixt, als hätte jemand ’60er-Surf, Motown-Shuffle und EDM-Rhythmik in einen Cocktail-Shaker gegeben und kräftig durchgeschüttelt.

Was macht das Pipeline so besonders?
Auch wenn die meisten Tremolo-Pedale überzeugend klingen und Spaß machen, bleibt bei den Features des Öfteren mindestens ein Wunsch offen: Oft fehlt die Tap-Tempo-Funktion, und wenn es diese doch gibt, vermisst man Subdivisionen, Triolen oder punktierte Notenwerte. TC Electronic vereint all diese nützlichen Features und packt noch ein paar Extras oben drauf!

An der Bedienoberfläche des Pedals befinden sich natürlich die obligatorischen Speed-, Depth- und Volume-Regler. Aber das Pipeline geht noch weiter:
- Tap Tempo lässt dich das Tremolo-Tempo per Fuß eintappen, perfekt für den Live-Einsatz oder Songs mit wechselnden Grooves.
- Subdivision-Poti unterteilt das vorgegebene Tempo in bis zu sieben rhythmische Patterns, von 8tel über 16tel bis zu komplexeren, schrägen Aufteilungen.
- Dank TonePrint-Funktion kannst du frei einstellbare Presets und Artist-Tones direkt aufs Pedal laden.
- Bis zu 6 dB Boost am Volume-Regler sorgen für mehr Punch, weil der Tremolo-Effekt die Durchsetzungsfähigkeit des Signals gern abschwächt.
Kurz: Das Pipeline ist kein „one-trick pony“, sondern ein multifunktionaler Groove-Generator, der die alte Schule und hypermoderne Patterns gleichermaßen draufhat.
Klangfarben und Spielmöglichkeiten
Das TC Electronic Pipeline bietet trotz seines kompakten Formats eine erstaunliche Bandbreite an Tremolo-Sounds:
Vintage-Sine: warm und organisch — ideal für Beatles-artige Cleans oder entspanntes Strumming.
Square Wave: scharf, funky, sogar schon rhythmisch wie ein Side-Chain-Effekt in der Elektronik-Musik.
Subdivision-Patterns: machen deinen Tremolo-Sound lebendig und verspielt
Was sogar in High-End-Pedalen selten zu finden ist, nämlich echte rhythmische Kontrolle, ist hier Standard. Und trotz all dieser Technik bleibt der Klang musikalisch und organisch: kein kalter Digital-Fraß, sondern eine Welle, die sich natürlich durch deinen Sound zieht. Außer du willst es digital und künstlich, dann liefert das Pipeline eben das!
Handhabung, Verarbeitung und Praxistauglichkeit
Von außen wirkt das Pipeline aufgeräumt und intuitiv. Kein überfordernder Wirrwarr aus Knöpfen, sondern ein klar strukturiertes Layout, das dich nicht beim Soundcheck nervt.
Tap-Funktion per Fußschalter: Kein Frickeln mit Potis mehr, wenn’s live drauf ankommt.
True-Bypass: Das Gitarrensignal geht ohne klangliche Verluste durch das Pedal, wenn es ausgeschaltet ist.
9 V Betrieb: Klassisch mit Batterie oder Netzteil (nicht im Lieferumfang).
Die robuste Bauweise und der einfache Zugang zu kreativen Features machen das Pipeline zu einem täglichen Begleiter auf dem Board, ohne Sperenzchen, aber mit reichlich Spaß-Potenzial.
TonePrint: Klangvarianten über App & Community
Via TC-App kannst du spielend leicht neue Sounds auf dein Pedal zaubern. Der Verbindungsaufbau wirkt anfangs wie Hexerei: Das Pedal bleibt an seiner Stelle in der Signalkette, wird wie gewohnt mit der Gitarre verbunden und dann öffnet man die App und hält sein Smartphone an den Pickup der Gitarre und einige seltsame Töne später ist die Verbindung hergestellt.
In der App gibt es eine Menge an Presets vom Hersteller und von Artists zum Herunterladen, aber das wahre Highlight ist die Möglichkeit eigene Kreationen zu erstellen und als Preset zu speichern. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und sogar ganz unregelmäßige Tremolo-Pattern programmieren. Das fühlt sich dann tatsächlich mehr nach EDM als nach Gitarrenmusik an. Eine Goldgrube für experimentierfreudige Zitteraale.
Fazit: Vielseitiger Tremolo-Allrounder
Wenn du deinen Sound mit einer Portion Bewegung, Groove und kreativer Flexibilität würzen willst, ist das TC Electronic Pipeline Tremolo ein Pflicht-Kandidat auf deinem Pedalboard. Es verbindet klassische Tremolo-Vibes mit modernen Rhythmus-Finessen und lässt dich wirklich musikalisch kreativ werden, statt nur „Effekt zu machen“. Für Spieler von Surf-Rock über Indie-Texturen bis hin zu experimentellen Sounds ist das Pipeline eine inspirierende Welle, auf der man gerne reitet.
Pro
- Breite Palette von Tremolo-Sounds – von vintage bis futuristisch
- Tap-Tempo & rhythmische Unterteilungen = kreatives Spielgefühl.
- TonePrint-Support öffnet die Tür zur unbegrenzten Klangvielfalt.
- True-Bypass und Boost = musikalisch sauberer, voluminöser Sound.
Contra
- Komplettes Eintauchen in die komplexeren Subdivision-Features braucht etwas Zeit.
- Für absolute Puristen mancher Vintage-Fraktion vielleicht etwas „zu digital“ im Konzept.
Link zur Herstellerseite: www.tcelectronic.com

