Test: Behringer BM-18M Cluster Box – Chorus-Effektpedal

Mit der BM-18M Cluster Box bringt Behringer einen analogen Chorus/Flanger auf den Markt, der sich klar von klassischen Gitarrenpedalen absetzt. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei 149,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In dieser Preisklasse ist ein vollständig analoger Modulationseffekt mit BBD-Schaltung, CV-Steuerung und umfassender MIDI-Anbindung ungewöhnlich – vor allem in einem Format, das eher an Desktop-Effekte als an typische Stompboxes erinnert.

Konzeptionell orientiert sich die BM-18M deutlich an der Denkweise der Moogerfooger-Serie von Moog: Effekte werden nicht als dezente Veredler verstanden, sondern als eigenständige Klangmodule mit offenem Signalweg, direkter Kontrolle und bewusstem Verzicht auf Presets. Diese Ausrichtung macht die Cluster Box besonders interessant für Gitarristen, die Modulation als klangformendes Werkzeug einsetzen – weniger für klassische Clean- oder Rhythmus-Anwendungen, dafür umso mehr für Ambient-, Noise- und Texturarbeit.

Ausstattung & Bedienung

Die BM-18M ist kein typisches Pedal fürs Pedalboard. Das angewinkelte Desktop-Gehäuse mit Holzseitenteilen benötigt Platz und lädt eher zum Schrauben als zum Drauftreten ein. Die Verarbeitung ist solide, die Regler laufen gleichmäßig und mit ausreichend Widerstand, um auch feine Einstellungen reproduzierbar vornehmen zu können.

Die Bedienoberfläche ist vollständig analog gehalten: Drive, Mix, Time/Delay, Feedback, LFO Rate und LFO Amount liegen direkt unter der Hand. Ein großer Kippschalter wechselt zwischen zwei Delay-Ranges, die klanglich den Übergang von Chorus zu Flanger definieren. Zwei Fußschalter übernehmen Bypass und Tap-Tempo für den LFO – sinnvoll für Live-Anwendungen, auch wenn das Gerät insgesamt eher für statische Setups prädestiniert ist.

Auf der Rückseite zeigt sich die eigentliche Stärke der BM-18M: Neben Mono Audio In und Stereo Out gibt es CV-Eingänge für Mix, Feedback, Delay-Time, LFO Rate und LFO Amount, einen Feedback-Insert, MIDI In sowie USB-MIDI. Für Gitarristen bedeutet das vor allem eines: Die Cluster Box lässt sich hervorragend mit Expression-Pedalen, externen Controllern oder komplexeren Routing-Konzepten kombinieren. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil, das nicht mitgeliefert wird.


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Behringer BM-18M Cluster Box

Klang & Technik

Herzstück der BM-18M ist eine BBD-Schaltung (Bucket Brigade Device), also eine klassische analoge Delay-Technologie. Diese bringt einen charakteristischen Klang mit sich: warm, leicht körnig, mit subtiler Unschärfe in den Höhen. Für Gitarristen bedeutet das weniger HiFi-Glanz, dafür mehr organische Bewegung.

Im Chorus-Bereich liefert die Cluster Box breite, schwebende Modulationen, die besonders bei Clean-Sounds, Reverbs und langen Delay-Tails überzeugen. Akkorde bekommen Tiefe und Bewegung, ohne sofort nach „80s Chorus“ zu klingen.
Im Flanger-Bereich wird der Effekt deutlich aggressiver. Kammfilter-Strukturen treten klar hervor, Feedback-Einstellungen führen schnell in resonante, teilweise selbstoszillierende Bereiche. Für klassische Rhythmusarbeit ist das zu viel – für Sounddesign und Noise-Flächen hingegen genau richtig.

Der integrierte LFO bietet sechs Wellenformen, darunter Sinus, Dreieck, Rechteck sowie Sägezahn-, Rampen- und Random-Varianten. Besonders die gestufte Random-Wellenform ist für Gitarristen interessant, die mit unvorhersehbaren Modulationen arbeiten möchten. Modulation greift direkt auf die Delay-Time zu, was den Effekt lebendig, aber auch schwer kontrollierbar macht.

Die Drive-Sektion dient weniger als klassischer Overdrive, sondern eher als sättigende Eingangsstufe. Gitarrensignale lassen sich damit leicht andicken, bei höheren Einstellungen entstehen harmonische Verzerrungen, die den Modulationseffekt dichter wirken lassen.

Praxis: Gitarre im Studio- und Live-Setup

Im Gitarren-Setup zeigt sich schnell: Die BM-18M ist kein universeller Chorus für jeden Song. Sie entfaltet ihre Stärken vor allem nach Reverbs und Delays, im FX-Loop eines Amps oder in komplexeren Wet/Dry-Setups. Als Insert vor einem clean eingestellten Amp kann sie funktionieren, wirkt dort aber schnell dominant.

Bei langsamen Akkordflächen, Volume-Swells und Ambient-Passagen überzeugt die Cluster Box mit Tiefe und Bewegung. Der stufenlose Mix-Regler erlaubt es, den Effekt präzise beizumischen oder vollständig wet zu fahren – ideal für parallele Signalwege.

Problematisch wird es bei perkussivem Spiel, schnellen Pick-Attacken oder Palm-Mutes. In Kombination aus hoher Modulationstiefe, starkem Feedback und übersteuerter Eingangsstufe können hörbare Artefakte auftreten: Transienten wirken abgeflacht oder leicht hart, einzelne Anschläge verlieren Kontur. Das ist kein Defekt, sondern eine direkte Folge des offenen, nicht selbstlimitierenden Signalwegs.

Gerade hier zeigt sich die Nähe zur Moogerfooger-Philosophie: Die BM-18M schützt den Anwender nicht vor extremen Einstellungen. Wer sie wie ein klassisches Pedal behandelt, wird an diesen Grenzen anecken. Wer jedoch bewusst mit Gain-Staging arbeitet und den Feedback-Insert nutzt – etwa mit einem EQ oder Filter – kann diese Bereiche gezielt kontrollieren oder kreativ einsetzen.

MIDI, Performance & Integration

Die MIDI-Implementation ist vollständig. Parameter lassen sich per Control Change steuern, der LFO kann zur MIDI-Clock synchronisiert werden. Für Gitarristen, die mit Loops, Backing-Tracks oder Hybrid-Setups arbeiten, ist das ein echter Pluspunkt. USB-MIDI erleichtert die Integration in moderne Rigs. Presets gibt es nicht. Das passt zum Konzept, bedeutet aber auch: Sounds müssen live eingestellt werden. Für Ambient-Performer kann das inspirierend sein, für Gitarristen mit festen Song-Strukturen dagegen eine Herausforderung.

Fazit: Behringer BM-18M Cluster Box

Die Behringer BM-18M Cluster Box ist kein klassischer Gitarren-Chorus. Sie ist ein Modulations-Spezialist mit klarer Moogerfooger-DNA, der sich an Gitarristen richtet, die Klanggestaltung ernst nehmen und bereit sind, Kontrolle gegen Charakter einzutauschen.

Für 149,00 Euro bietet sie einen ungewöhnlich tiefgehenden, analogen Modulationsklang, der besonders in Ambient-, Experimental- und Post-Rock-Setups seine Stärken ausspielt. Gleichzeitig verlangt sie Erfahrung, Aufmerksamkeit und ein sauberes Setup. Wer absolute Kontrolle, Presets und Vorhersagbarkeit erwartet, wird hier nicht glücklich. Wer hingegen offene Klangarchitektur und performative Modulation sucht, bekommt ein äußerst inspirierendes Werkzeug.

Pro

  • Warmer, lebendiger Analogklang mit starker Bewegung
  • CV-, MIDI- und Expression-tauglich für komplexe Gitarren-Setups
  • Sehr attraktiver Preis für Funktionsumfang und Charakter

Contra

  • Artefakte und eingeschränkte Kontrolle bei perkussivem Spiel
  • Keine Presets, keine „Sicherheitsnetze“
  • Desktop-Format nicht pedalboardfreundlich

Link zur Herstellerseite: Behringer


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Behringer BM-18M Cluster Box

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