Seit ihrem Erscheinen im Jahr 2010 hat die Taylor GS Mini die Musikerwelt im Sturm erobert. Mit ihrer kompakten Konstruktion zählt sie zu den beliebtesten Westerngitarren auf dem Markt, denn sie kombiniert ein reisefreundliches Format mit dem typischen Taylor Sound. Doch wie gut ist die GS Mini wirklich? In diesem Testbericht erfährst du, wie die kleine Kultgitarre aufgebaut ist, wie sie klingt und in welchen Variationen du sie bekommst.


Kurzer Überblick über die Taylor GS Mini
Die GS Mini wurde als verkleinerte Version der Taylor Grand Symphony entwickelt. Sie ist entsprechend deutlich kleiner als ihr Vorbild, erzeugt aber dennoch ein erstaunliches Klangvolumen. So ist sie seit ihrer Einführung zu einer der meistverkauften Akustikgitarren auf dem Markt geworden und wird bevorzugt als Reisegitarre oder Zweitinstrument eingesetzt. Gerade erfahrene Gitarristen investieren gerne in die GS Mini, da sie ihnen die Möglichkeit gibt, ihrem Hobby bequem auch unterwegs nachzugehen.
Auch wenn die Gitarre in der Regel zu den günstigeren Modellen des Taylor-Sortiments zählt, ist sie für Anfänger nicht unbedingt geeignet. Wer mit der Westerngitarre starten möchte, kann ruhig auch auf preiswertere Instrumente setzen und braucht nicht gleich mehrere hundert Euro auszugeben.
Aufbau und Features

Typischerweise ist die GS Mini mit einer massiven Decke ausgestattet, die zweifelsohne ihren Teil zu dem durchsetzungsstarken Klang beiträgt. Boden und Zargen hingegen bestehen üblicherweise aus laminiertem Holz, was den günstigeren Preis erklärt und die Gitarre darüber hinaus widerstandsfähiger für unterwegs macht. Laminierte Hölzer sind einfach nicht so empfindlich wie massive, weshalb diese Bauweise für eine „Unterwegs-Gitarre“ absolut Sinn ergibt.
Während ihr Korpus in verschiedenen Tonholzkombinationen erhältlich ist, besteht der Hals aus Mahagoni oder Sapele (einem nachhaltig gewonnenen Mahagonigewächs). Auch Griffbrett und Steg werden konstant auf Ebenholz gefertigt, wobei Taylor Guitars auch hier auf eine umweltschonende Gewinnung setzt und nicht nur das tiefschwarze Kernholz, sondern ebenso den Verschnitt des Gewächses verwendet. Schließlich ist das gemaserte Ebenholz haptisch ebenso angenehm und zum Wohle der Umwelt ist seine Verwendung doch durchaus vorteilhaft, oder?
On top kommt jede GS Mini in einem passenden Gigbag, wodurch du sie praktisch sofort mit auf die Reise nehmen kannst.

Klang
Trotz ihrer handlichen Größe klingt die GS Mini extrem durchsetzungsstark und ist daher definitiv mehr als „nur“ eine Wohnzimmergitarre. Durch ihre kompakte Korpusform ist ihr Sound eher höhen- und mittenbetont, während die Bässe nicht so stark ausgeprägt sind. Doch gerade bei einer Minigitarre ist dies absolut logisch. Schließlich hat sie nicht das Korpusvolumen einer klassischen Dreadnought, die für ihren markanten Bassanteil bekannt ist. Den genauen Klangcharakter bestimmen die jeweiligen Tonhölzer der verschiedenen Modelle, zu denen wir später noch kommen.
In puncto Klang lässt sich zusammenfassend sagen, dass gerade Pickings hervorragend zur Geltung kommen. Strumming erklingt aufgrund des geringeren Bassanteils etwas dezenter, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht für Strumming Patterns geeignet ist.
Bespielbarkeit
Einer der Großen Vorteile der Taylor GS Mini ist ihr hoher Spielkomfort. Gerade ihre kurze Mensur von 597 Millimetern trägt dazu bei, da sie die Saitenspannung deutlich reduziert. Das erleichtert dir das Greifen und schont deine Fingerkuppen. Dazu kommt natürlich ihr kompakter Body für eine angenehme Haltung sowie ein schlanker Gitarrenhals mit einer Sattelbreite von 42,8 Millimetern. Spieler mit kleinen Händen haben es so definitiv leichter, während größere Leute beim Picking überlegen sollten, zum Plektrum zu greifen. Schließlich sind die Saitenabstände hier schmaler.

Varianten der Taylor GS Mini
Da Vorlieben nun einmal verschieden sind und jeder Gitarrist unterschiedliche Tonhölzer, Farben und sonstige Ausstattungsmerkmale bevorzugt, ist die GS Mini Serie breit aufgestellt. So gibt es sie neben dem Klassiker mit Fichtendecke sowie Boden und Zargen aus Sapele auch vollständig aus Mahagoni, Koa oder mit Boden und Zargen aus Palisander. Du hast also die freie Wahl zwischen verschiedenen Klangcharakteren. Möchtest du mehr über die Klangeigenschaften von Tonhölzern erfahren, schau gerne im Lexikon der Tonhölzer nach.

Darüber hinaus gibt es exklusivere und limitierte Modelle in aufregenden Farben und ausgefallenen Designs, die sich üblicherweise verkaufen wie geschnitten Brot.
Viele Modelle sind zudem als Taylor GS Mini-e, also mit Tonabnehmer erhältlich. Dabei handelt es sich bei den günstigeren Standard-Modellen um den Taylor ES-B Tonabnehmer mit Zargen-Preamp, während die Premium-Gitarren sogar mit dem hochprofessionellen Taylor Expression System 2 ausgerüstet sind. Damit kannst du deine GS Mini sogar auf der Bühne präsentieren und musst dich nicht nur auf kleine Settings oder das Wohnzimmer beschränken. Einen Mangel an Vielseitigkeit kann man Taylor hier also definitiv nicht vorwerfen.


Taylor GS Mini im Test: unser Urteil
Mit ihren beeindruckenden Klangeigenschaften, der angenehmen Bespielbarkeit und ihrer Vielseitigkeit ist die Taylor GS-Mini völlig zurecht eine der beliebtesten Mini- und Reisegitarren. Ihr Sound füllt den Raum mit klaren Höhen und Mitten, dank ihrer kurzen Mensur schmerzen die Finger weniger und unter den verschiedenen Varianten ist wahrhaftig für jeden etwas dabei. Ihre saubere Verarbeitung in jedem noch so kleinen Detail ist natürlich selbstverständlich und ein Taylor-Standard.
Kleine Nachteile sind ihr geringer Bassanteil im Klang sowie eine schwierigere Bespielbarkeit für Spieler mit großen Händen. Dies ist jedoch ein typischer Kompromiss bei einer Gitarre im kompakten Format.
Insgesamt präsentiert sich die Taylor GS Mini als vielseitige Westerngitarre mit eigenständigem Charakter. Und genau deshalb ist sie eine der beliebtesten Travel- und Allround-Gitarren ihrer Klasse.
Titelbild: Taylor Guitars
