Riff Lab: JOHN MAYER „Who Did You Think I Was“ (Noten + Tabs)

John Mayer Trio "Try" Cover

Mit der Gründung des John Mayer Trio wagte John Mayer Mitte der 2000er-Jahre einen deutlichen stilistischen Richtungswechsel. Während er zuvor vor allem als Singer/Songwriter mit radiotauglichen Pop-Hits in Erscheinung getreten war (der wahrlich auch sehr gut Gitarre spielte), stellte er nun seine Leidenschaft für Blues, Groove und improvisationslastigen Rock stärker in den Vordergrund. Unterstützt wurde er dabei von zwei absoluten Schwergewichten der Szene: Bassist Pino Palladino und Schlagzeuger Steve Jordan bildeten eine Rhythmusgruppe, die dem Trio einen trockenen, dynamischen und extrem musikalischen Bandsound verlieh.

Der Opener „Who Did You Think I Was“ erschien 2005 auf dem Live-Album ‚Try!‘ und machte sofort klar, dass Mayer hier nicht länger nur der sensible Pop-Gitarrist sein wollte. Stattdessen dominieren bissige Stratocaster-Sounds, aggressiver Anschlag und ein deutlich vom Texas-Blues inspirierter Stil. Besonders die Einflüsse von Stevie Ray Vaughan sind unüberhörbar – sowohl im phrasierten Vibrato als auch in den pentatonischen Läufen und dem druckvollen Attack der Rhythmusparts.

Trotz aller Blues-Wurzeln klingt der Song jedoch keineswegs wie eine bloße Kopie klassischer Vorbilder. Gerade das Zusammenspiel zwischen Jordan und Palladino sorgt für eine fast schon funkige Tightness, die den Tracks des Trios eine eigene Handschrift verleiht. Mayer arbeitet dabei mit viel mit und energischer Phrasierung. Das Gitarrenspiel wirkt roh und spontan, bleibt aber rhythmisch extrem kontrolliert. Und auch soundtechnisch steht „Who Did You Think I Was“ exemplarisch für die damalige Mayer-Ära. Typisch sind leicht angezerrte Fender-Amps, ein transparenter Overdrive und die klaren Single-Coil-Sounds seiner Stratocaster.

Das Riff

Die Live-Version dieses Blues-Rock in A lebt stark vom Groove der Rhythmusgruppe. Wichtig sind deswegen ein präzises Timing und ein kontrollierter aber harter Anschlag. Mayer variiert viele Phrasen subtil und spielt bewusst leicht „laid back“ hinter dem Beat. Die unten stehende Transkription des zweitaktigen Riffs ist also nur ein Beispiel, wie man das Main Riff spielen kann. Variationen und Ungenauigkeiten sind erwünscht. Den Ton A auf Zählzeit 1 greift Mayer übrigens mit dem Daumen. Für den authentischen Sound empfiehlt sich eine Stratocaster mit Singlecoils in Kombination mit einem transparenten Overdrive und einem eher clean eingestellten Röhrenamp.

Riff Lab: John Mayer

 


Affiliate Link:

PRS SE John Mayer Silver Sky Gold Spark

Auch interessant:

Lick Lab: AC/DC „Thunderstruck“ (Noten + Tabs)

“It’s one of those songs that works great live because the audience instantly knows what’s [...]

> WEITERLESEN
Lick Lab: Aerosmith „Walk This Way“ (Noten + Tabs)

Als ‚Walk This Way‘ 1975 auf dem Album ‚Toys in the Attic‘ erscheint, befindet sich [...]

> WEITERLESEN
Riff Lab: RAGE AGAINST THE MACHINE „Killing In The Name“ (Noten + Tabs)

Oft wenn ich (vor allem) die frühen Sachen von Rage Against The Machine höre, denke [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert