Multiscale Iceman ICMS721, Signature-Nachschub, Genesis, P-Series & Advanced Acoustics
Ibanez legt zum September noch einmal mit einigen Neuheiten für das aktuelle Gitarrenprogramm nach. Neben neuen Ausführungen bekannter Signature-Modelle von Joe Satriani und Nita Strauss gibt es Zuwachs für die made-in-Japan Genesis Collection sowie drei neue Westerngitarren der Advanced Acoustic Series. Das eigentliche Highlight fällt allerdings deutlich aus dem Rahmen: Mit der Ibanez ICMS721-IPT Iron Pewter bekommt die traditionsreiche Iceman aus den 1970er-Jahren eine siebte Saite, Multiscale-Mensur und aktive Fishman-Fluence-Pickups spendiert.
Hier dürften nicht nur Iceman-Fans hellhörig werden! Nachdem Ibanez bereits Anfang des Jahres die neuen Alpha-Modelle in 7- und 8-String-Ausführung mit Multiscale-Mensur vorgestellt hat, hält der Multiscale-Trend nun Einzug in eine der traditionsreichsten Modellreihen des Herstellers.
Ibanez ICMS721: 7-String Multiscale Iceman
Die Iceman gehört seit den späten Siebzigern zu den wohl eigenständigsten Korpusformen im Ibanez-Programm. Bekannt wurde die Iceman unter anderem durch KISS-Gitarrist Paul Stanley oder Daron Malakian (System of a Down), wodurch das Instrument bis heute immer noch in aktuellen Serien produziert wird.

Mit der neuen ICMS721-IPT Iron Pewter interpretiert der Hersteller den Klassiker im Rahmen des Axe Design Lab nun allerdings völlig neu. Statt klassischer Sechssaiter-Spezifikationen mit 24,75″-Mensur gibt es sieben Saiten und eine 25,5″–27,2″ Multiscale-Mensur.
Gerade für die tiefe H-Saite ist die längere Mensur interessant, da sie für zusätzliche Saitenspannung und eine definiertere Ansprache sorgt. In Richtung der hohen Saiten verkürzt sich die Mensur hingegen bis auf gewohnte 25,5″, wodurch sich Akkorde und Leads in hohen Registern weniger weit von einem klassischen Spielgefühl entfernen.

Bei den Hölzern setzt Ibanez auf einen Okoume-Korpus und einen geschraubten fünfteiligen Ahorn/Walnuss-Hals mit schlankem Wizard II-7 Profil. Das Ebenholzgriffbrett trägt 24 Jumbo-Bünde, White Step Offset Dot Inlays und lumineszierende Side Dots. Abgerundet wird die Konstruktion durch eine Mono-rail G2 Bridge und Gotoh MG-T Locking-Mechaniken.
Aktive Fishman Fluence Modern Ceramic 8 Humbucker
Auch in Sachen Pickups geht die Iceman klar in eine moderne Richtung. Zwei aktive Fishman Fluence Modern Ceramic 8 Humbucker sorgen hier für den Sound. Über den Push/Pull-Volume-Regler lassen sich zwei Voicings abrufen, während ein Dreiwege-Schalter die Pickup-Auswahl übernimmt. Ab Werk kommt die ICMS721 in Standard-H-Stimmung und inklusive Gigbag.
Damit ist die neue Iceman weniger Retro-Neuauflage als vielmehr eine moderne Interpretation der bekannten Form für tiefe Tunings, Progressive Metal und technischere Spielweisen.

Neue Farbvarianten für Nita Strauss und Joe Satriani
Mit der Joe Satriani JS2470-CS Cherry Sunburst erhält die in Japan gefertigte JS2470 eine neue Farbvariante. Unter dem neuen Finish bleibt die bekannte Ausstattung mit Erlekorpus, dreiteiligem Ahorn/Bubinga-Hals und Palisandergriffbrett samt 24 Medium-Bünden erhalten.

Für den Sound ist die Kombination aus SUSTAINIAC Driver am Hals und DiMarzio Satchur8 Humbucker am Steg zuständig. Der Sustainiac lässt sich über den Push/Pull-Tone-Regler einschalten und über einen zusätzlichen Dreiwege-Mini-Switch in seinen verschiedenen Betriebsarten nutzen. Ein Push/Pull-Schalter am Volume-Regler aktiviert wiederum einen High-Pass-Filter. Satrianis ausgiebigem Einsatz des Tremolohebels trägt das klassische Ibanez Edge Tremolo Rechnung. Neben dem regulären Tremoloarm legt Ibanez einen Ultralite Tremolo Arm bei, während die Gitarre selbst im Hardshell Case geliefert wird.
Nita Strauss JIVA10 im brandneuen Torch Red-Finish
Auch Nita Strauss bekommt eine neue Farbvariante ihres bereits erhältlichen JIVA10-Signature-Modells. Die JIVA10R-TRC Torch Red basiert weiterhin auf dem schlanken Saber-Design und kombiniert einen Mahagonikorpus mit Wölkchenahorndecke und einem dreiteiligen Ahorn/Amaranth-Hals. Das Ebenholzgriffbrett trägt die charakteristischen „Beaten Path“-Inlays und fluoreszierende Side Dots.

Beim HSH-Setup bleibt es ebenfalls bei der bewährten Kombination aus zwei ihrer eigenen DiMarzio Pandemonium Signature Humbuckern und einem DiMarzio True Velvet Single Coil in der Mittelposition. Ein Fünfwege-Schalter übernimmt die Pickup-Auswahl, während ein Edge-Zero II Double Locking Tremolo für künstlerische Vibrato-Einsätze bereitsteht.


Genesis Collection: Neue RG565R und Rückkehr der P-Series
Auch bei den in Japan gefertigten Genesis-Modellen gibt es Zuwachs. Die RG565R erscheint in den neuen Farben Candy Apple und Purple Neon. Typisch für das Modell sind der Lindekorpus, der fünfteilige Ahorn/Walnuss-Hals mit besonders schlankem Super-Wizard-Profil sowie die Reverse-Kopfplatte. Ein Palisandergriffbrett mit 24 Bünden und Sharktooth-Inlays komplettiert die klassische RG-Konstruktion.
Beim Pickup-Setup kombiniert Ibanez einen Infinity R Keramik-Humbucker im Singlecoil-Format am Hals mit einem full-sized V8 Keramik-Humbucker am Steg. Geschaltet wird über fünf Positionen, während das Ibanez Edge Double-Locking Tremolo und Gotoh-Mechaniken die Hardware-Ausstattung vervollständigen.

Etwas auffälliger präsentiert sich die neue Ibanez Genesis 540PIIIHH-BK Black. Das P-Series-Modell greift mit seinem umgekehrten Korpusdesign und der Reverse-Kopfplatte tief in die Achtziger-Jahre-Kiste. Auch hier kommen ein Lindekorpus und ein fünfteiliger Ahorn/Walnuss-Hals mit Super-Wizard-Profil zum Einsatz. Das Palisandergriffbrett bietet 24 Jumbo-Bünde und Sharktooth-Inlays. Die HH-Bestückung besteht aus einem Infinity R am Hals und einem V8 Humbucker am Steg.




Drei neue Advanced-Acoustic-Modelle
Neben den E-Gitarren erweitert Ibanez auch die Advanced Acoustic Series um drei Dreadnought-Modelle. Gemeinsam sind ihnen unter anderem die 25,5“-Mensur, das hauseigene X-M Bracing, der A.I.R.port sowie ein Ibanez T-bar Undersaddle Pickup in Kombination mit dem AEQ-TP2 Preamp.
Den Anfang macht die Ibanez AAD361CE-TKR im Transparent Black Finish. Sie kombiniert eine massive torrefizierte Fichtendecke mit laminierten Zargen und einem Boden aus geflammter Akazie. Ein Cutaway erleichtert den Zugang zu den hohen Lagen, während Palisander-Binding, Abalone-/Holzrosette und vergoldete Mechaniken optische Akzente setzen.
Die AAD371E-ATW fällt dagegen bereits durch ihr Antique White Hochglanz-Finish auf. Unter der Lackierung arbeitet eine massive Fichtendecke mit laminierten Ahornzargen und einem dreiteiligen Boden aus Ahorn, Palisander und Ahorn. Anders als die beiden CE-Modelle verzichtet die AAD371E auf einen Cutaway.
Als dritte Westerngitarre kommt die AAD381CE-NT im klassischen Natural Finish. Ihre massive torrefizierte Fichtendecke wird mit laminierten Palisanderzargen und einem dreiteiligen Palisander/Akazie/Palisander-Boden kombiniert. Auch hier sind Cutaway, A.I.R.port, T-bar Pickup und AEQ-TP2 Preamp mit an Bord.



Von klassischer RG bis zur Multiscale-Iceman
Mit dieser Neuheitenwelle liefert Ibanez gleich mehrere neue Varianten etablierter Serien, während die Iceman 7 Multiscale ein echtes Highlight in diesem Segment sein dürfte. Satriani- und Strauss-Fans bekommen zusätzliche Farboptionen, die Genesis Collection bleibt ihrem japanischen Shred-Erbe treu und bei den Advanced Acoustics wächst die Auswahl um drei optisch deutlich unterschiedliche Dreadnoughts.
