HeadRush erweitert seine aktuellen Multi-Effektgeräte um eine offene Modeling-Plattform: Mit dem kostenlosen Firmware-Update auf Version 5.1 erhalten HeadRush Prime, Core und Flex Prime native Unterstützung für Neural Amp Modeler (NAM) sowie einen direkten Zugriff auf die umfangreiche TONE3000-Bibliothek. NAM-Captures und Impulse Responses lassen sich dadurch unmittelbar über den Touchscreen der Geräte suchen, herunterladen und in das eigene Rig integrieren. Das ganze funktioniert also ohne Computer bzw. ohne manuellen Transfer per USB oder Bluetooth ist dabei.
Was die Modeling-Plattform TONE3000 zu bieten hat und wie die NAM-Integration auf der HeadRush-Hardware im Detail funktioniert, erfahrt ihr im Folgenden!
Was ist Neural Amp Modeler?
Neural Amp Modeler, kurz NAM, ist eine kostenlose Open-Source-Technologie, mit der sich das Klang- und Dynamikverhalten realer Verstärker, Effektpedale, Studio-Hardware oder kompletter Signalketten digital erfassen lässt. Ähnlich wie bei kommerziellen Capture-Systemen von Kemper, Neural DSP und co. entsteht dabei kein klassisches Amp-Modell mit frei regelbaren virtuellen Potis, sondern zunächst eine klangliche Momentaufnahme eines Geräts mit bestimmten Einstellungen.
Genau hier kommt TONE3000 ins Spiel. Die Plattform dient als umfangreiche Online-Bibliothek für NAM-Captures und Impulse Responses, die von Musikern, Produzenten und Sounddesignern erstellt und geteilt werden. Nach Angaben der Betreiber wurden von der Community inzwischen mehr als 500.000 Tones erstellt. Neben einzelnen Verstärkern finden sich dort komplette Amp-und-Cabinet-Signalketten, Gitarren- und Basspedale, Lautsprecher-Cabinets sowie experimentellere Captures.
Grundsätzlich können Nutzer auch ihr eigenes Equipment capturen und die daraus entstandenen NAM-Modelle entweder privat verwenden oder mit der Community teilen.
Vom Computer direkt aufs Floorboard
Bislang lässt sich NAM beispielsweise als Open-Source-Plugin in einer DAW verwenden. Ein heruntergeladenes Amp-Head-Capture kann dort mit einer passenden Cabinet-IR kombiniert werden, während sogenannte Full-Rig- oder Combo-Captures Verstärker und Lautsprecher bereits gemeinsam abbilden. Auch Pedale und Outboard-Equipment können als einzelne Bestandteile einer Signalkette geladen werden.
Mit der neuen HeadRush-Integration wandert dieser Workflow nun direkt auf die Hardware. Über das integrierte WLAN und den Touchscreen können Anwender die TONE3000-Bibliothek durchsuchen und entsprechende Captures unmittelbar in ihr Rig laden. Besonders interessant: HeadRush verarbeitet die NAM-Dateien nativ und konvertiert sie laut Hersteller nicht zunächst in ein proprietäres Modeling-Format. Die Geräte bleiben damit unmittelbar mit dem offenen NAM-Ökosystem kompatibel.
Auch NAM A2 wird unterstützt
Das Firmware-Update unterstützt darüber hinaus das neue NAM A2, die jüngste Generation der Open-Source-Modeling-Technologie. TONE3000 hatte A2 erst kürzlich vorgestellt und dabei insbesondere eine höhere Modeling-Qualität bei gleichzeitig effizienter Berechnung auf bestehender Hardware in den Mittelpunkt gestellt.
Nach eigenen Angaben hat TONE3000 NAM A2 außerdem in quantitativen Messungen und einem Blindtest mit 1.000 Teilnehmern gegen andere aktuelle Capture-Technologien antreten lassen. Dabei soll A2 deutlich besser abgeschnitten haben. Diese Aussage stammt allerdings von TONE3000 selbst und sollte entsprechend als Herstellerangabe und nicht als unabhängiger Vergleich verstanden werden.
Für Besitzer eines HeadRush Prime, Core oder Flex Prime ist die neue Integration Bestandteil des kostenlosen Firmware-Updates 5.1. Damit entwickelt sich die Plattform gleichzeitig ein gutes Stück weiter in Richtung eines offenen Modeling-Systems: Neben den bisherigen HeadRush-eigenen Sounds können Anwender nun auf eine kontinuierlich wachsende Community-Bibliothek zurückgreifen, ohne dafür den gewohnten Hardware-Workflow verlassen zu müssen.




