Mit den neuen Helix-Stadium-Prozessoren hat Line 6 im vergangenen Jahr nicht nur die nächste Generation seiner Modeling-Hardware vorgestellt, sondern mit Agoura auch eine neue Modeling-Technologie eingeführt. Nun wandert die Plattform in die DAW: Mit Helix Stadium Native veröffentlicht Line 6 ein neues Amp- und Effekt-Plugin für macOS und Windows, das zahlreiche Funktionen der Stadium-Hardware ohne zusätzliches Bodenboard oder Rackgerät bereitstellt. Neben der kostenpflichtigen Vollversion gibt es mit Helix Stadium Native Intro außerdem eine dauerhaft kostenlose Variante.
Agoura Modeling ohne Hardware nutzen
Im Mittelpunkt von Helix Stadium Native stehen die mit der neuen Agoura-Methodik erstellten Amp-Modelle. Line 6 verspricht damit eine besonders detaillierte Nachbildung des Spielgefühls und Klangverhaltens der jeweiligen Verstärker. Die Vollversion umfasst 27 Agoura-Amps mit insgesamt 55 Kanälen, die durch 111 bereits bekannte HX-Amp-Modelle ergänzt werden. Hinzu kommen 46 Cabinet-Modelle und 274 Studio-Effekte, womit Helix Stadium Native weit über eine reine Amp-Simulation hinausgeht.
Eine Besonderheit ist die Integration der bereits von der Helix-Stadium-Hardware bekannten Proxy-Technologie. Entsprechende Clones von Verstärkern und anderem Equipment lassen sich direkt in das Plugin laden und mit den vorhandenen Amp-, Cab- und Effektmodellen kombinieren. Auch eigene Cabinet Impulse Responses werden unterstützt. Mit dem sogenannten Hype-Regler lässt sich außerdem zwischen einer möglichst authentischen Wiedergabe eines modellierten Verstärkers und einer stärker idealisierten Interpretation des jeweiligen Sounds überblenden.


Austausch zwischen DAW und Helix Stadium
Interessant dürfte Helix Stadium Native insbesondere für Musiker sein, die bereits einen Helix Stadium verwenden. Im standardmäßig aktivierten Hardware Compatibility Mode bleiben im Plugin erstellte beziehungsweise bearbeitete Presets mit der Stadium-Hardware kompatibel. Ein Sound lässt sich damit beispielsweise zunächst in der DAW zusammenstellen und anschließend auf den Hardware-Prozessor übertragen – oder eben auch umgekehrt.
Die Benutzeroberfläche soll dabei trotz des großen Funktionsumfangs einen möglichst direkten Zugriff ermöglichen. Dazu gehört unter anderem die Focus View, über die sich die jeweils relevanten Parameter eines ausgewählten Modells bearbeiten lassen. Zusätzlich können Informationen und Audioclips direkt innerhalb einzelner Presets hinterlegt werden. Helix Stadium Native unterstützt sechs Sampleraten von 44,1 bis 192 kHz und steht unter macOS und Windows in den Formaten AAX, AU und VST3 zur Verfügung.
Helix Stadium Native Intro kostenlos erhältlich
Wer die neue Plattform zunächst ausprobieren möchte, muss dafür nicht direkt zur Vollversion greifen. Mit Helix Stadium Native Intro bietet Line 6 eine kostenlose und zeitlich unbegrenzt nutzbare Variante an. Diese umfasst fünf mit Agoura modellierte Amps mit insgesamt elf Kanälen, fünf dazugehörige Cabinet-Modelle und 16 Effekte. Auch das Laden eigener Cabinet-IRs sowie von Proxy Clones wird bereits von der kostenlosen Version unterstützt.
Für die vollständige Version von Helix Stadium Native steht zusätzlich eine 15-tägige Testversion bereit. Danach hängt der Preis unter anderem davon ab, welche Line-6-Produkte bereits vorhanden sind.
Mehr Infos gibt es direkt bei Line 6.
Damit öffnet Line 6 das bisher an die Stadium-Hardware gekoppelte Agoura-Ökosystem erstmals deutlich weiter. Gerade die kostenlose Intro-Version dürfte dabei interessant sein: Sie bietet nicht nur einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Modeling-Generation, sondern mit Amp-, Cab-, Effekt-, IR- und Proxy-Unterstützung bereits ein eigenständig nutzbares Gitarren-Plugin zum Ausprobieren.


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Fotos: Line 6 / line6.com/helix-stadium-native

