MXR Flanger/Doubler: Rack-Effekt aus den Siebzigern kehrt als Pedal zurück

MXR legt einen Klassiker aus der eigenen Firmengeschichte neu auf: Der neue MXR M226R Flanger/Doubler überträgt die analogen Flanger- und Doubling-Sounds des historischen Rack-Effekts in ein modernes Pedalformat und behält dabei nicht nur das grundlegende Bedienkonzept des Originals bei.

Wer sich mit den etwas ausgefalleneren Effekten der Siebziger- und Achtzigerjahre beschäftigt, dürfte früher oder später über den MXR Flanger/Doubler stolpern. Das ursprüngliche Rackgerät kombinierte Flanger sowie einen Chorus-artigen Doubler in einem Gerät, das bereits 1979 in zeitgenössischen Anzeigen von MXR auftauchte. Der Flanger/Doubler war damit sowohl für Instrumenten- als auch Line-Pegel ausgelegt und bot schon damals umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten in Delay-Zeit und Modulation des Ursprungssignals.

MXR Model 126 Flanger/Doubler Rack-Effekt
MXR Model 126 Flanger/Doubler Rack-Effekt

Nun kehrt das Konzept als MXR M226R Flanger/Doubler zurück: dieses Mal allerdings in kompakter Form als Effektpedal fürs Pedalboard. MXR setzt dabei weiterhin auf eine vollständig analoge Schaltung mit Bucket-Brigade-Devices, um den Charakter des ursprünglichen Geräts möglichst authentisch einzufangen.

Zwischen Jet-Flanger und gedoppelter Gitarre

Wie beim historischen Vorbild stehen zwei grundsätzlich unterschiedliche Betriebsarten bereit. Im Flanger-Modus geht es von dezenten Bewegungen bis zu den bekannten Jet-artigen Sweeps und stärkerer Resonanz. Manual beeinflusst den grundlegenden Charakter beziehungsweise die Delay-Zeit, während Width und Speed die Breite und Geschwindigkeit der Modulation bestimmen. Über Regen. kommt schließlich Feedback ins Spiel, wodurch der Effekt von dezenter Färbung bis zu wesentlich aggressiveren Resonanzen reicht.

MXR Flanger/Doubler
MXR Flanger/Doubler

Der zweite Teil des Pedals widmet sich dem namensgebenden Doubler. Hier wird dem Originalsignal eine zeitlich leicht versetzte zweite Ebene zur Seite gestellt. Je nach Einstellung entstehen dadurch breite, Chorus-artige Texturen oder sogar kurze Slapback-Echos. Über den Mix-Regler lässt sich anschließend festlegen, wie deutlich das bearbeitete Signal gegenüber dem trockenen Gitarrenton in Erscheinung tritt.

Historisch ist diese Kombination durchaus interessant: MXR bewarb das ursprüngliche Gerät Anfang der Achtziger mit einem Delay-Bereich von 0,25 bis 5 Millisekunden für den Flanger und 17,5 bis 70 Millisekunden für den Doubler. Dadurch konnte ein einzelnes Gerät schon damals ein erstaunlich breites Feld zwischen Flanging, Chorus und etwas stärker verzögerte Dopplungen abdecken.


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MXR Flanger/Doubler

Ein Stück Dimebag-Sound

Eine besonders prominente Verbindung besitzt der Flanger/Doubler zu Dimebag Darrell. Der Pantera-Gitarrist setzte das ursprüngliche MXR-Rackgerät als wichtigen Bestandteil seines Setups ein, um seinem Gitarrensound zusätzliche Breite zu verleihen. Entsprechend dürfte die Neuauflage nicht nur Fans klassischer Modulationseffekte interessieren, sondern auch Gitarristen, die sich mit Dimebags charakteristischem Sound beschäftigen.

Passenderweise hat das neue Pedal sogar bereits seinen Weg in das aktuelle Pantera-Umfeld gefunden: Zakk Wylde soll den neuen Flanger/Doubler bei den Pantera-Celebration-Shows bereits live eingesetzt haben.

Mehr als eine reine Vintage-Neuauflage

MXR beschränkt sich allerdings nicht darauf, die alte Rack-Schaltung einfach in ein kleineres Gehäuse zu verfrachten. Mit dem Invert-Schalter lässt sich die Polarität des Effektsignals umkehren, wodurch sich der Frequenzcharakter deutlich verändern und beispielsweise hohlere oder stärker auf die unteren Mitten konzentrierte Texturen erzeugen lassen.

Spannend für experimentellere Setups sind außerdem CV In und CV Out. Darüber lässt sich das Pedal mit Synthesizern, Sequencern, CV-fähigen Expression-Pedalen und weiterem Equipment verknüpfen. Ein zusätzlicher Line-Level-Schalter erleichtert wiederum den Betrieb mit stärkeren Eingangssignalen.

Auch optisch greift MXR das alte Konzept auf: Zwei LEDs visualisieren die Bewegung der Modulation und reagieren dabei auf die Einstellungen von Speed, Width und Manual. Gerade auf der Bühne lässt sich dadurch auf einen Blick nachvollziehen, was der aktuelle Sweep gerade veranstaltet.

Mit dem MXR M226R Flanger/Doubler bekommt damit ein ziemlich interessantes Stück Effektgeschichte eine zeitgemäße Neuauflage. Und statt lediglich einen weiteren klassischen Flanger auf den Markt zu bringen, behält MXR gerade die Kombination aus Flanging, Doubling und umfangreicher Modulationskontrolle bei, die bereits das ursprüngliche Rackgerät auszeichnete.


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MXR Flanger/Doubler

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MXR Model 126 Flanger/Doubler Rack-Effekt – Foto: Universal Audio

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