… macht Sachen: NUNO BETTENCOURT startet eigene Gitarrenmarke

Nuno Bettencourt mit Nuno Guitar

Seit Jahren verbindet man den Extreme-Gitarristen Nuno Bettencourt mit Washburn-Gitarren. Nun hat der gebürtige Portugiese mit Nuno Guitars offiziell eine eigene Gitarrenmarke gestartet. Die Idee dazu fußt auf Bettencourts „lebenslanger Suche nach dem perfekten Instrumentent“. Zunächst finden sich im Portfolio drei E-Gitarrenserien sowie eine Acoustic Series.

Dabei folgt nach eigener Aussage „jede Nuno Guitar derselben grundlegenden Philosophie, wird jedoch in drei klar voneinander abgegrenzten Serien angeboten“: In der Thoroughbred Series, der Stable Series und der Colt Series. In diesen Serien gibt es jeweils die Modelle Dark Horse und White Stallion sowie in Stable und Colt Series obendrein das Modell N4. Die Unterschiede der Serien erläutert anhand des Modells Dark Horse:

Nuno Guitars Dark Horse
Nuno Guitars Dark Horse

In der Thoroughbred Series ist die Dark Horse das kompromisslose „Masterbuilt“-Flaggschiff aus dem Custom Shop. Hier besteht der Korpus aus Erle, dazu kommt eine hochwertige Ziricote-Decke mit durchgehenden Maple/Ebony-Stripes. Auch beim Hals setzt diese Version am edelsten an: Birdseye Maple. Das Finish ist ein Old Master’s wipe-on polyurethane, also ein aufwendig per Hand aufgetragenes Finish, das eher aus dem Boutique-/Custombereich stammt. Diese Thoroughbred-Variante ist damit am stärksten als „Einzelstück-DNA“ gedacht: selektierte Materialien, maximale Präzision, maximale Detailarbeit. Kostenpunkt 4.999 $.

Nuno Guitars Headstock
Nuno Guitars Headstock

Die Stable Series positioniert sich als US-gefertigte Produktionslinie: Sie übernimmt das Dark-Horse-Konzept, führt es aber konsequenter in ein road-ready Serieninstrument über. Auch hier bleibt es beim Erle-Korpus, allerdings wechselt die Decke: statt Ziricote kommt ein Wenge-Top mit Maple/Ebony-Inlay-Stripes zum Einsatz. Beim Hals wird aus Birdseye Maple ein Hard Rock Maple Neck – also weiterhin hochwertig, aber weniger „Boutique“-Exotenoptik. Das Finish ist hier ein hand-rubbed satin finish, also satiniert und auf praktische Bühnen-/Tour-Tauglichkeit ausgelegt (griffig, unempfindlicher als hochglänzend). Preis: 3.299 $.

Die Colt Series ist schließlich die Import-Version: gebaut, um Preis/Leistung zu maximieren, ohne das Grundgefühl der Dark Horse zu verlieren. Hier wird der Body anders gedacht: Statt Erle + Top gibt es Solid Swamp Ash (Sumpfesche) ohne Decke, aber mit den typischen Through-body stripes (Maple/Ebony/Maple) direkt im Korpus – und als Finish einen Black Stain mit wipe-on Polyurethane. Der Hals ist hier Rock Maple, ebenfalls robust und serientauglich. Die Elektronik- und Konstruktionsbasis bleibt dem Konzept treu (Reverse-Headstock, 25,5″, 22 Nickel Silver Frets, Ebony-Fretboard), aber die Materialien sind zielgerichtet so gewählt, dass die Gitarre international in größerer Stückzahl gebaut werden kann. Dadurch kostet sie 1.299 $.

Nuno Lusitano
Nuno Guitars Lusitano

Akustik-Serie Lusitano

Die Akustik-Serie von Nuno Guitars heißt Lusitano – und sie ist klar als elektroakustische Bühnen-Gitarre gedacht, die sich (typisch Nuno) direkt, griffig und eher „e-gitarrig“ anfühlen soll, statt wie eine traditionelle Dreadnought. Optisch fällt sie sofort durch das Dual-Soundhole-Design auf: ein klassisches rundes Schallloch plus zwei F-Hole-artige Öffnungen, die der Korpusform folgen. Gebaut ist sie als Grand Auditorium – also als Allround-Form zwischen Fingerstyle, Strumming und Live-Einsatz.

Verstärkung erfolgt über einen Under-Saddle Piezo mit Soundhole-Preamp; die Bedienung ist bewusst simpel über Volume- und Tone-Regler am Schallloch. Die Serie umfasst zwei Versionen, Lusitano AS und Lusitano SL. Beide tragen das markante, portugiesisch codierte Design (u. a. Mother-of-Pearl Portuguese Cross Inlays und Emblem am 12. Bund). Der Unterschied liegt vor allem in der Materialklasse: Die AS ist die hochwertigere Ausführung (u. a. mit Solid Mahogany Body und Solid Spruce Top) und kommt im Hardcase, während die SL mit laminierten Hölzern kalkuliert ist und im Deluxe Gigbag geliefert wird.

Auch interessant:

JazzrockTV & Jam In The Basement: Kölner Keller mit Musik

Der Kölner Süden war in musikalischer Hinsicht schon immer bunter als sein Ruf. Bereits vor [...]

> WEITERLESEN
Platte der Woche: MUSE „The Wow! Signal“

Muse waren ja noch nie besonders gut darin, kleine Brötchen zu backen. Während andere Bands [...]

> WEITERLESEN
Musikwelt trauert um A&R-Ikone CLIVE DAVIS

„Clive Davis war ein Visionär. Er konnte das Unfassbare hören, lange bevor andere es überhaupt [...]

> WEITERLESEN
WEITERHÖREN: Musiktipps zur Horizonterweiterung #3

PHILIPP SCHIEPEK & LORENZ WIDAUER: BANGERS & BALLADS Kein Duo sondern eine komplette Band: Gitarrist [...]

> WEITERLESEN
Anfang 2027: FAITH NO MORE kündigen Reunion an

Die Spekulationen darüber poppten immer wieder auf, wohl vor allem genährt von hoffnungsvollen Fans und [...]

> WEITERLESEN
Die neue Gitarre & Bass 07/2026 ist da!

Ob Kiefer Sutherland die Opel-Gang wohl kannte? Vermutlich nicht, auch wenn er in der neuen [...]

> WEITERLESEN
Platte der Woche: GRAHAM COXON „Castle Park“

Fünfzehn Jahre sind im Musikgeschäft eine Ewigkeit. In dieser Zeit hat Graham Coxon zwei neue [...]

> WEITERLESEN
„Zwischen Wahnsinn und Wohlerzogenheit“: LOTHAR KOSSE im Interview

„Es geht um die Melodie.“ Diesen Satz sagt Lothar Kosse im Verlauf unseres Gesprächs mehrmals [...]

> WEITERLESEN
Vai, Govan, Slash und mehr: Bear McCreary kündigt neues Allstar-Album an

Da schöpft einer mal wieder aus dem Vollen… Wahrscheinlich hat jeder schon einmal (unbewusst) Musik [...]

> WEITERLESEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert