Die Nachricht kam relativ schnell: Nur vier Monate nach der Insolvenzmeldung und wenige Wochen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im März 2026 wurde ein Käufer gefunden. GEWA übernimmt seit dem 1. April den Geschäftsbetrieb des Gitarrenherstellers Höfner und führt den Standort im fränkischen Baiersdorf fort. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, bleiben damit nicht nur zentrale Teile der Produktion erhalten, sondern auch ein Teil der Arbeitsplätze (etwa die Hälfte) sowie die Marken Höfner und Paesold.
Entscheidend ist dabei, dass die Fertigung der bekannten Instrumente, weiterhin in Franken bleibt. Die handwerkliche Substanz des Unternehmens wird also nicht verlagert, sondern bewusst gesichert. Gleichzeitig entsteht eine neue Struktur: Die Markenrechte liegen künftig bei einer Beteiligungsgesellschaft von GEWA und Thomann, während der Vertrieb neu aufgeteilt wird.
Dass Höfner überhaupt in diese Situation geraten ist, hat strukturelle Gründe. Bereits Ende 2025 befand sich das Unternehmen in einer vorläufigen Insolvenzverwaltung. Ausgelöst wurde diese durch rückläufige Nachfrage, steigende Kosten und Probleme im Exportgeschäft. Der Fall ist damit kein Einzelfall, sondern symptomatisch für einen Markt, der unter Druck steht. Stteigende Produktionskosten, volatile internationale Märkte und ein wachsender Wettbewerb durch globalisierte Fertigung machen den Herstellern zu schaffen.
GEWA selbst ist kein klassischer Gitarrenhersteller, sondern ein hybrider Akteur. Das Unternehmen entwickelt eigene Produkte, organisiert internationale Fertigung, hält Markenrechte und fungiert gleichzeitig als zentraler Vertriebspartner für zahlreiche Hersteller. Im Alltag bleibt das für viele Musiker:innen unsichtbar.
