Alle Achtung! An die 100 Musiker sind auf ‚26/70 – die Songs von Stoppok‘ zu hören. Na klar, Stefan Stoppok lädt zur Jubiläumsfeier, da macht man gerne mit…
18 Künstler und Bands greifen zum 70. Geburtstag des Ruhrpott-Songwriters in dessen Liederkatalog. Das hätte eine höfliche Gratulantenplatte werden können, mit all den üblichen Verbeugungen und ein paar Namen, die vor allem auf dem Cover funktionieren. Stattdessen zeigt dieses Doppelalbum, wie belastbar die Songs von Stoppok sind, sobald man sie aus seiner rauen, unverwechselbaren Stimme herauslöst.
Ein Tribute-Album zum Geburtstag
Der Anlass ist klar: Stoppok wurde im Februar 70, „26/70“ verweist auf das aktuelle Jahr und diesen Geburtstag. Doch die Platte blickt nicht einfach nur zurück. Sie nimmt Songs aus mehreren Jahrzehnten und stellt sie Künstlern unterschiedlicher Generationen hin, ohne sie in ein Konzept-Korsett zu zwängen. Sebel, seit Jahren auch Keyboarder in Stoppoks Band, hält das als Executive Producer und Mischer vieler Beiträge zusammen, obschon die einzelnen Handschriften bewusst erkennbar bleiben.

Schon „Wetterprophet“ macht das hörbar: Lina Maly, Phil Siemers und Pohlmann geben dem Einstieg drei Stimmen, Phil Siemers spielt Akustikgitarre. Tokunbo zieht „Leise“ mit Joe Fernandez an Gitarre, Bass und Piano in eine andere, feinere Richtung. Wolfgang Niedecken und BAP nehmen sich „Wie tief kann man sehn“ vor; Anne de Wolff steuert neben Chor und Percussion Geige, Bratsche und Cello bei, Ulrich Rode die Gitarre. Das ist keine Nachstellung des Originals, sondern eine ernst gemeinte Adaption.
„Mal dein Herz an“ als Finale
Überhaupt liegt die Stärke von „26/70“ darin, dass Stoppoks Texte und Melodien nicht wie Reliquien behandelt werden. Ringlstetter singt „…und retour“ in Mundart, Jan Plewka und Marco Schmedtje machen aus „Zwischen Twentours und Seniorenpass“ eine reduzierte Sache mit Gitarre und Percussion. Bei „Dein Glück“ treffen Alin Coens Gesang, Soumyojit Das, Sourendro Mullicks Piano, Tabla und Roger Schaffraths Slide-Gitarre aufeinander; Stoppok selbst spielt Akustikgitarre.
Fortuna Ehrenfeld, Brings, Fury in the Slaughterhouse, Östro 430, 17 Hippies, Joco, Miss Allie, Simon & Jan und die junge Hamburger Band D’Rest: Diese Auswahl hätte leicht beliebig wirken können. Tut sie aber nicht. Die Platte lässt zu, dass ein Stück mal schräger, mal zärtlicher, mal kräftiger ausfällt. Gerade weil sich nicht alles an einem glattpolierten Sound abarbeitet, entsteht ein Bild von Stoppok als Songwriter, der immer auch Rockmusiker war und dessen Figuren, Sätze und Refrains hängen bleiben dürfen.
Den Schluss bildet „Mal dein Herz an“, aufgenommen im Februar 2026 als Live-Session im Kölner Maarweg Studio. Christina Lux, Chris Schmitt, Wolfgang Niedecken, Purple Schulz, Rose Wambui Kemande und viele weitere Musiker versammeln sich um Stoppok. Da wird nicht klein beigegeben. Aber bei einer solchen Feier wäre falsche Bescheidenheit auch unerquicklich.
„26/70 – die Songs von Stoppok“ erscheint am 7. August 2026 bei Glitterhouse auf Doppelvinyl, CD und digital.

Tracklist
01. Phil Siemers, Pohlmann, Lina Maly – Wetterprophet
02. TOKUNBO – Leise
03. Niedeckens BAP – Wie tief kann man sehn
04. Ami Warning , Werner Schmidbauer, Martin Kälberer – Pack mit an
05. D’Rest – Aus dem Beton
06. Simon & Jan – Alles nur ein Film
07. Joco – Mülldeponie
08. Ringlstetter – Und Retour
09. Fortuna Ehrenfeld – Tage wie dieser
10. Alin Coen & Soumyojit-Sourendro – Dein Glück
11. Brings – Wenn Du weggehst
12. Jan Plewka, Marco Schmedtje – Zwischen Twentours und Seniorenpass
13. 17 Hippies – Kebap
14. Östro 430 – Giftig
15. Fury In The Slaughterhouse – Tanz
16. Desiree Klaeukens – Dumpfbacke
17. Miss Allie – Cool durch Zufall
18. Stoppok & Artgenossen – Mal Dein Herz an (Live Session aus dem Maarweg Studio in Köln, Feb. 2026)
Album-VÖ: 07. August 2026
Label: Glitterhouse Records / Indigo
www.stoppok.de

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