Platte der Woche: WEEZER „Weezer (Gold Album)“

Am 21. August erscheint mit „Weezer (Gold Album)“ das mittlerweile 20. Studioalbum der Alternative-Rock-Veteranen aus Los Angeles. Schon der Titel knüpft an eine lange Albumtitel-Tradition an: Nach dem legendären Debüt Blue Album, dem Green Album, Red Album, White Album und einigen weiteren farbenfrohen Kapiteln ihrer Diskografie bekommt die Weezer-Palette nun einen goldenen Anstrich.

Dabei ist „Gold“ allerdings weniger protzig gemeint, als man zunächst vermuten könnte. Brian Bell verweist auf den Ausdruck „Stay Gold“ aus The Outsiders: Gemeint ist die Fähigkeit, sich seine Neugier, Begeisterung und ein gewisses Gefühl des Staunens zu bewahren. Dieses Gefühl wollte die Band offenbar auch untereinander wiederfinden.

Denn beim Gold Album rückt die Zusammenarbeit der vier Musiker wieder deutlich stärker in den Mittelpunkt. Statt Rivers Cuomo allein das Steuer in Sachen Songwriting und Arrangement übernehmen zu lassen, sollten Patrick Wilson, Brian Bell und Scott Shriner wesentlich stärker in den kreativen Prozess eingebunden werden. Inspiriert wurde dieser Ansatz ausgerechnet durch die gemeinsame Arbeit an einem noch unveröffentlichten Weezer-Film. Dabei stellte die Band fest, wie viel Spaß es machen kann, Ideen spontan miteinander zu entwickeln und aufeinander zu reagieren.

Weniger Einzelkämpfer, mehr Band lautete die Devise

Für mehrere Monate trafen sich die vier im Wohnzimmer von Panic!-at-the-Disco-Drummer Dan Pawlovich in Orange County, um gemeinsam an neuen Songs zu arbeiten. Patrick Wilson beschreibt diese Zeit sogar als eine Art „Wiedergeburt“ der Band.

Dieser Ansatz spiegelt sich auch im Sound wider. Das Gold Album schlägt eine hörbare Brücke zurück zu den frühen Weezer und insbesondere zum Blue Album von 1994. Statt Hochglanzproduktion setzt die Band wieder stärker auf einen rauen Charakter: dröhnende E-Gitarren, ein fuzziger Bass und ein Sound, der bewusst etwas mehr Ecken und Kanten behalten darf.

Dass Weezer dabei nicht unbedingt auf die Bremse treten wollen, deutete bereits die Ankündigung an, in der das Gold Album augenzwinkernd als das „most violent Weezer album ever“ bezeichnet wurde.

Mit „Shine Again“, „We Might as Well Be Strangers“ und „C.E.O.“ gab es bereits drei Singles als Vorboten. Letzteren beschrieben Rivers Cuomo und Brian Bell sogar als eine „meta and mind-bending“ Fortsetzung des Blue-Album-Klassikers „Undone – The Sweater Song“.

Über 30 Jahre Weezer

Über 30 Jahre nach dem Blue Album versuchen Weezer damit gar nicht erst, ihre Vergangenheit abzuschütteln. Stattdessen besinnen sie sich auf das, was die Band ursprünglich ausgemacht hat – vier Musiker, verzerrte Gitarren, große Melodien und die Freude daran, gemeinsam Lärm zu machen.

Tracklist

  1. Say Yes
  2. Shine Again
  3. Don’t Make It Weird
  4. We Might as Well Be Strangers
  5. C.E.O.
  6. Hoops
  7. Nowhere
  8. The Show Must Go On
  9. Up in the Clouds
  10. The LA Sound

Album-VÖ: 21.08.2026
Label:  Warner Bros. Records Inc.

weezer.com

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