JAM Pedals Tiny Amp Destroyer: Stu Mackenzies kleiner Pawn-Shop-Amp wird zum Effektpedal

Kleiner Übungsamp statt legendärem Vintage-Verstärker: Gemeinsam mit King-Gizzard-Mastermind Stu Mackenzie präsentiert JAM Pedals den neuen Tiny Amp Destroyer. Das Distortion/Preamp-Pedal orientiert sich am Sound eines kleinen unscheinbaren Pawn-Shop-Amps, der weit über seine eigentlichen Grenzen hinaus getrieben wird.

Wenn Gitarristen versuchen, einen bestimmten Verstärkersound im Pedalformat einzufangen, stehen normalerweise große Namen wie Marshall, Fender oder Vox im Raum. Stu Mackenzie von King Gizzard & the Lizard Wizard geht die Sache erwartungsgemäß etwas anders an. Ausgangspunkt für den neuen JAM Pedals Tiny Amp Destroyer war ein günstiger Verstärker aus dem Gebrauchtwarenladen, dessen Sound alles andere als perfekt sein möchte, es den dem australischen Musiker jedoch voll angetan hat.

Die Vorliebe kommt dabei nicht ganz aus dem Nichts. Bereits in der Vergangenheit sprach Mackenzie darüber, günstige Mini-Verstärker weit über den vorgesehenen Arbeitsbereich hinaus aufzudrehen und gerade die dabei entstehenden Verzerrungen, Nebengeräusche und mitschwingenden Gehäuseteile interessant zu finden. Für Flight b741 experimentierte King Gizzard beispielsweise mit mehreren solcher günstigen Amps.

Zwei Boomster und ein kleiner Amp am Limit

Für den Sound, der schließlich zum Tiny Amp Destroyer führen sollte, ging Mackenzie noch einen Schritt weiter. Zwei JAM Pedals Boomster Clean Booster wurden vor seinen bevorzugten kleinen Pawn-Shop-Amp geschaltet und trieben dessen Eingang weit über das hinaus, wofür er eigentlich gedacht war. Genau der Punkt, an dem der Verstärker zunehmend komprimiert, boxig und instabil reagiert, wurde zur Grundlage des neuen Pedals.

Produltfoto des JAM Pedals Tiny Amp Destroyer Effektpedals
JAM Pedals Tiny Amp Destroyer

JAM Pedals besorgte sich hierfür dasselbe Verstärkermodell und rekonstruierte Mackenzies Setup. Statt die Kombination jedoch schlicht nachzubauen, konzentrierte sich der griechische Hersteller auf deren charakteristisches Breakup und entwickelte daraus eine eigenständige Schaltung.

JAM selbst bringt das Konzept ziemlich treffend auf den Punkt: Der Tiny Amp Destroyer soll ausdrücklich kein klassischer „Amp in a Box“ sein, sondern vielmehr den Moment einfangen, in dem die kleine Kiste klanglich die Kontrolle verliert.

Einen Prototypen bekam Mackenzie schließlich während der King-Gizzard-Residency in Athen in die Hände. Nach Angaben von JAM Pedals verwendete er diesen anschließend für den Rest der Tour, wobei die Erfahrungen aus dem Live-Einsatz auch in die finale Version des Pedals einflossen.


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JAM Pedals Tiny Amp Destroyer

G1, G2 und jede Menge Zerstörung

Herzstück des Tiny Amp Destroyer sind zwei unabhängig schaltbare Gain-Stufen. G2 übernimmt dabei die gemäßigtere Seite und reicht von leichtem Breakup bis zu klassischen Drive-Sounds, während G1 deutlich heißer abgestimmt ist und stärker in Richtung Overdrive und Distortion geht. Beide Stufen lassen sich natürlich miteinander kombinieren, wodurch erheblich dichtere und stärker gesättigte Sounds entstehen.

Level sowie eine aktive Bass- und Treble-Klangregelung mit Boost und Cut gelten gemeinsam für beide Gain-Stufen. Interessant wird es außerdem mit dem Magic-Schalter: Dieser verschiebt das Voicing gezielt in Richtung des komprimierten und boxigen Charakters des ursprünglichen Mini-Amps. Der zusätzliche Notch-Regler greift noch drastischer ein und nimmt mit zunehmender Einstellung einen bestimmten Frequenzbereich aus dem Signal. So lässt sich der Sound vom vollen, direkten Drive bis zu ausgehöhlten und bewusst eigenwilligen Zerrsounds formen.

Rooster Treble Booster gleich mit an Bord

Damit ist allerdings noch nicht Schluss. Ein dritter Fußschalter aktiviert einen eigenständigen Treble Booster, dessen Schaltung auf dem JAM Pedals Rooster basiert und am Anfang des Signalwegs sitzt. Entsprechend kann der Booster entweder alleine verwendet werden oder die nachfolgenden Gain-Stufen zusätzlich antreiben und dabei unter anderem den Bassbereich straffen.

Über einen internen Schalter stehen hierfür zwei unterschiedliche Voicings zur Verfügung. Ab Werk liefert JAM den Tiny Amp Destroyer mit der volleren Variante aus. Zusätzlich kann das Pedal in einen alternativen G1 Global Bypass Mode versetzt werden. In diesem Modus lassen sich beispielsweise G2 und Treble Booster vorwählen und anschließend gemeinsam über den G1-Fußschalter in den Signalweg holen.

Optisch stammt der Tiny Amp Destroyer ebenfalls aus dem direkten King-Gizzard-Umfeld: Das Artwork wurde von Jason Galea gestaltet, der seit Jahren für einen großen Teil der visuellen Welt rund um die Band verantwortlich zeichnet.

JAM Pedals Tiny Amp Destroyer

JAM Pedals Tiny Amp Destroyer: Release am 18. August

Nach einer ersten exklusiven Auflage von 30 Exemplaren beim Field of Vision Festival am 14. August erfolgt der weltweite Release des Tiny Amp Destroyer am 18. August 2026 über JAM Pedals und das internationale Händlernetz. Die ersten 50 direkt über JAM verkauften Exemplare sollen zudem von Stu Mackenzie und Jason Galea handsigniert werden.

Technisch arbeitet das True-Bypass-Pedal mit 9 V DC (Center Negative) und benötigt bei vollständig aktivierter Schaltung maximal 90 mA. Mit Abmessungen von 145 × 124 × 59 mm und einem Gewicht von 511 Gramm fällt der Tiny Amp Destroyer trotz seiner drei Fußschalter noch vergleichsweise kompakt aus.

Und irgendwie ist die Idee ziemlich sympathisch: Statt den nächsten Boutique-Amp zu emulieren, haben JAM Pedals und Stu Mackenzie ausgerechnet einem günstigen Mini-Verstärker ein eigenes Effektpedal gewidmet. Oder, wie Mackenzie seine Vorliebe für solche Sounds selbst zusammenfasst: „Shitty is pretty!“


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