Neue Details zu Fenders Kampf um die Stratocaster-Bauform: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, erhielt auch der japanische Instrumentengigant Yamaha Post von Fender. Yamaha gab an, das Schreiben des US-amerikanischen Konzerns aus Scottsdale, Arizona im Mai erhalten zu haben. In dem Cease-and-Desist-Letter wurden zwar keine konkreten Modellbezeichnungen genannt, Yamaha erklärte jedoch, man sei dabei, „die Mitteilung zu prüfen und zu überlegen, wie darauf zu reagieren sei“.
Experten gehen davon aus, dass das an Yamaha gerichtete Schreiben speziell auf die Pacifica-Serie abzielt. Die seit 1990 durchgehend angebotene Serie besteht aus zahlreichen S-Style-Gitarren, die im Gitarrensektor zu den traditionellen Bestsellern des Unternehmens zählen. Gerade unter Einsteigern erfreuen sich die günstigen Pacifica-Modelle ganz besonderer Beliebtheit. Ob weitere Instrumente aus dem Katalog des Herstellers betroffen sind, ist bisher nicht bekannt.
Stratocaster-Urteil – wie geht es weiter?
Damit ist Yamaha nun offiziell Teil des großen Rundumschlags, zu dem die Fender Musical Instruments Corporation im Mai ansetzte und im Zuge dessen zahlreiche Briefe an Hersteller, Händler und Gitarrenbauer über die Münchner Anwaltskanzlei Bird & Bird LLP verschicken ließ. Dem voraus ging das im Dezember 2025 gefällte Urteil des Landgerichts Düsseldorf, das die Korpusform der Stratocaster als urhebergeschütztes Werk einstufte.
Sollte es tatsächlich zum Rechtsstreit zwischen den beiden Branchengiganten kommen, könnte dieser umfangreiche Ausmaße annehmen und weitreichende Konsequenzen für die gesamte Branche nach sich ziehen. Auch Musikalienhändler Thomann erwirkte bereits eine Feststellungsklage gegen Fender, der Kampf des US-Amerikanischen Gitarrenherstellers um die ikonische Gitarrenbauform findet also bereits an mehreren Fronten statt.

Es entwickelt sich ein Mehrfrontenkrieg, der niemanden in der Branche nutzt.
Als wären CITES, Inflation und steigende Energiekosten plus die Einflüsse von Ki nicht schon schlimm genug. für die Branche gewesen!
Fender wird- egal, wie der Ausgang sein wird- nicht als Profiteur aus der Geschichte herausgehen.
Ich bin seit vier Jahrzehnten in der Branche und frage mich schon seit je her, wo die ganzen, verkauften Gitarren hingehen. Anders als Fahrräder und Autos, oxidieren die ja nicht irgendwann weg , sondern verbleiben sehr zum Ärger der Hersteller über viele Generationen als Absatzkonkurrent dem Markt erhalten.
Hinzu kommt, das man bei Ware wie Gitarren- nicht wie z.B. bei Apple- jedes Jahr ein neues Model braucht und es auch kein Abo-Model- wie z.B. eine Cloud oder beim Drucker die Patronen- gibt, was regelmäßige Erträge reinspült.
Die Autobranche hat es geschafft, das sich bei Autos das Wegwerfmodel zu etablieren scheint. So ist ein kosmetisches Bümserchen an der Stoßstange heutzutage oft ein wirtschaftlicher Totalschaden, welchen das Kollektiv der Versicherungsnehmer durch ihre Beiträgen mitfinanziert.
Profiteure werden in dieser Angelegenheit die Anwälte und Insolvenzverwalter sein, welche vielleicht hoffen, das ihre zuvor getätigten Investments in Vintage Instrumente noch schnell bessere Renditen erzielen, bevor dieser Fossilienmarkt zusammenklappt.
Des weiteren findet eine Selektion statt, weil viele Kleinen die Hand hochheben müssen, was Einfluss auf den Wettbewerb haben wird.