„Ich habe schon zweimal darüber nachgedacht, in den Ruhestand zu gehen. Aber dann dachte ich an all die großartigen Bluesmusiker, die nicht mehr unter uns sind. Sie haben immer zu mir gesagt: ‚Du musst weiterspielen und den Blues weiter repräsentieren.“ Buddy Guy wird am 30. Juli 90 Jahre alt und macht einfach immer weiter. Nachdem er im Mai bereits eine 40 Stationen umfassende Sommertour angekündigt hatte, veröffentlichte sein Social-Media-Team über Facebook Informationen zu einer großangelegten Geburtstagsfeier in Form eines Tribute-Konzertes, bei dem auch er selbst auf der Bühne stehen wird. Und die Liste seiner Gäste, die am 01. Oktober in der New Yorker Radio City Music Hall aufschlagen, ist umfangreich und hochkarätig besetzt.
Für die Geburtstagsfeier haben sich zahlreiche Weggefährten und Blues- sowie Rockgrößen angekündigt. Mit dabei sind Eric Clapton, John Mayer, Susan Tedeschi, Derek Trucks, Jon Batiste, Aloe Blacc, Joe Bonamassa, Gary Clark Jr., Shemekia Copeland, Robert Cray, Samantha Fish, Eric Gales, Billy F Gibbons, Ivan Neville, Robert Randolph, Bobby Rush, Isaiah Sharkey, Kenny Wayne Shepherd, Jimmie Vaughan, Ally Venable, Willie Weeks und Kim Wilson. Weitere Gäste sollen in den kommenden Wochen noch bekanntgegeben werden. Als musikalischer Leiter fungiert Rolling-Stones-Schlagzeuger Steve Jordan.
Vorbild unzähliger Gitarristen
Buddy Guy zählt zu den prägenden Figuren des modernen Blues und gilt als einer der einflussreichsten Gitarristen seiner Generation. Der 1936 im US-Bundesstaat Louisiana geborene Musiker zog Ende der 1950er-Jahre nach Chicago, wo er schnell Teil der dortigen Bluesszene wurde. Bei Chess Records nahm er mit Größen wie Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Willie Dixon auf und veröffentlichte zugleich eigene Singles. Obwohl sein virtuoses, oft aggressives Gitarrenspiel seiner Zeit voraus war und kommerziell zunächst nur begrenzten Erfolg hatte, entwickelte sich Guy zu einem entscheidenden Bindeglied zwischen dem traditionellen Chicago Blues und der Rockmusik.
Musiker wie Eric Clapton, Jimi Hendrix, Jeff Beck, Jimmy Page und Stevie Ray Vaughan nannten ihn später als wichtigen Einfluss. Mit Alben wie ‚Damn Right, I’ve Got the Blues‘ (1991) gelang ihm schließlich auch der internationale Durchbruch. Im Laufe seiner Karriere gewann Buddy Guy neun Grammy Awards, erhielt 2015 die Presidential Medal of Freedom – die höchste zivile Auszeichnung der USA – und wurde sowohl in die Rock and Roll Hall of Fame als auch in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Trotz seines nahenden 90. Geburtstags steht er weiterhin regelmäßig auf der Bühne und zählt zu den letzten noch aktiven Vertretern der klassischen Chicago-Blues-Generation.



