NOFX veröffentlichen neues Album „A to H“ – Der erste Teil eines späten Abschieds
Nach dem offiziellen Ende ihrer Live-Karriere im vergangenen Jahr hatten viele Fans damit gerechnet, dass sich NOFX endgültig aus dem musikalischen Tagesgeschäft zurückziehen würden. Über vier Jahrzehnte hinweg prägten Fat Mike und seine Mitstreiter den Punkrock seit ihrer Gründung 1983 wie kaum eine andere Band. Doch während die letzte Show bereits gespielt ist, scheint das kreative Kapitel NOFX noch nicht vollständig abgeschlossen zu sein. Mit „A to H“ erscheint nun der erste Teil eines angekündigten Triple-Albums, das bislang unveröffentlichtes Material aus verschiedenen Schaffensphasen der Band bündelt.
Der Auftakt umfasst acht Songs mit einer Gesamtlaufzeit von rund 18 Minuten. Schon der Opener „The Audition“ macht deutlich, dass NOFX auch im späten Bandstadium ihrem typischen Stil treu bleiben: kurze Spielzeiten, zahlreiche Tempowechsel und melodische Wendungen prägen den Song, der sofort vertraut wirkt. Auch „Barcelona“ reiht sich klanglich problemlos in den bekannten NOFX-Kosmos ein, bleibt jedoch vergleichsweise zurückhaltend und setzt stärker auf Wiedererkennbarkeit als auf neue Akzente.
Ungeschliffene Archivfunde
Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass „A to H“ weniger als klassisches Studioalbum konzipiert ist, sondern vielmehr als kuratierter Blick ins Archiv der Band verstanden werden kann. Mehrere Songs tragen bewusst den Zusatz „Demo“ im Titel, was ihren Status klar einordnet. Stücke wie „Don’t Count On Me“ oder „Generation Z“ zeigen, dass viele dieser Ideen bereits in frühen Versionen ein hohes Maß an Substanz besaßen, auch wenn sie nicht die Ausarbeitung späterer Veröffentlichungen erreichen. Gerade im direkten Vergleich mit den bekannten Studiofassungen wird deutlich, wie sich bestimmte Songs im Laufe der Jahre entwickelt haben.
Interessant ist dabei weniger der Grad der Perfektion als vielmehr der Einblick in den kreativen Prozess. Die Demos wirken roh, teilweise unfertig, aber genau darin liegt eben ihr Reiz. „Cigarette Girl“ oder „Everything In Moderation (Especially Moderation)“ liefern typische NOFX-Momente, die Fans der Band sofort wiedererkennen werden, ohne jedoch den Anspruch zu erheben, neue Klassiker zu sein.
Kein Neubeginn, sondern ein Nachklang
„A to H“ versteht sich nicht als Comeback oder stilistischer Neuanfang, sondern vielmehr als bewusstes Nachreichen von Material, das bislang im Hintergrund geblieben ist. Für langjährige Fans bietet der Release die Gelegenheit, bekannte Motive und Songideen in einem anderen Licht zu betrachten.
Dennoch erfüllt „A to H“ genau den Zweck, den Fat Mike im Vorfeld angedeutet hatte: Musik, die zu schade war, um dauerhaft im Archiv zu verschwinden, erhält nun ihren Platz im Katalog der Band. Als erster Teil eines größeren Gesamtprojekts weckt das Album zudem Neugier darauf, welche weiteren Facetten der NOFX-Geschichte in den kommenden Teilen noch freigelegt werden!
NOFX – „A to H“: Cover & Tracklist
Tracklist:
- The Audition
- Barcelona
- Cigarette Girl
- Don’t Count on Me (demo)
- Everything in Moderation (especially moderation)
- Fleas (live at MySpace)
- Generation Z (demo)
- Hardcore 84
Album-VÖ: 05.12.25
Label: Fat Wreck Chords
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Titelbild-Credit: Susan Moss
Album-Cover: NOFX / Fat Wreck Chords

