Platte der Woche: MEGADETH „Megadeth“

MEGADETH album cover

„Das Grundtempo dieses Albums ist sehr schnell. […] Ich will einfach reinkommen und komplett zerstören. Das ist gerade meine Mission.“ Das sagt mit Dave Mustaine einer der wichtigsten Protagonisten der Metal-Geschichte – 64 Jahre alt, aber immer noch so kompromisslos wie vor 40 Jahren. Und tatsächlich, Kompromisse gehen die US-Schwermetaller auf dem heute erscheinenden 17. und gleichzeitig letzten Studioalbum nicht ein. Ja, nach eigener Aussage soll es das dann gewesen sein.

Und wenn eine Band nach so langer Zeit beschließt, wirklich Schluss zu machen, geschieht dies in den seltensten Fällen mit einem derart intensiven letzten Aufbäumen wie hier. Der Pressetext hatte es schon im Vorfeld treffend zusammengefasst: „Mit flinken Fingern und in halsbrecherischem Tempo präsentieren sie ihr Griffbrettfeuerwerk und weben daraus ein dichtes Geflecht aus erstklassigen Metal-Riffs, unvorhersehbaren, stadionerschütternden Rhythmen, souverän ausgeführten Gitarrensoli sowie zugleich boshaften und philosophischen lyrischen Gedankenspielen, durchtränkt von Groll und Reflexion.“ Kann man so unterschreiben. Oder um es mit den Worten von Frontmann Dave Mustaine zu sagen: „Das ist guter, altmodischer Megadeth-Stoff. Auf Balladen haben wir diesmal komplett verzichtet. Ich persönlich glaube, das ist genau das Album, auf das die Fans gewartet haben.“

205 Songs als Referenz

Einer der interessantesten Aspekte an der Entstehungsgeschichte von „Megadeth“ ist tatsächlich der Prozess. Denn um die Band-DNA allen Mitgliedern gleichermaßen einzuimpfen, setzte Mustaine sich mit Teemu Mäntysaari (Gitarre), James LoMenzo (Bass) und Dirk Verbeuren (Drums) zusammen und hörte sich durch den komplette Megadeth-Back-Katalog. „Wir haben über alle rund 205 Songs gesprochen. Wir haben uns jeden einzelnen angehört und notiert, was uns daran gefallen hat.“ Das ist keine Nostalgie-Geste, sondern klingt nach einem sehr konkreten Ziel. Und Mustaine selbst beschreibt es als eine Art Bewaffnung der Band. Sein Gedanke: „Wenn ich das richtig machen und den Jungs die Waffen geben will, die sie brauchen, dann tauche ich sie in Megadeth ein wie kein anderer.“

Was auch für den Aufnahmeprozess gegolten haben soll: „Wir haben uns einen Song vorgenommen, die Parts aufgenommen, das Ganze abgespielt – und dann entweder gesagt: ‚Nein‘, ‚Zu schnell‘ oder ‚Zu langsam‘. So sind wir wirklich jeden einzelnen Drum-Schlag, jeden Basston und jede Rhythmusnote durchgegangen und haben dafür gesorgt, dass alles perfekt ist.“ Diese obsessive Präzision verbindet Mustaine ausgerechnet mit einer der kommerziell stärksten Phasen der Band: „Countdown To Extinction“. Und genauso klingt nun auch „Megadeth“: schnell, melodisch, aggressiv. So wie es sein soll.


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Tracklist

01. Tipping Point
02. I Don’t Care
03. Hey, God?!
04. Let There Be Shred
05. Puppet Parade
06. Another Bad Day
07. Made To Kill
08. Obey The Call
09. I Am War
10. The Last Note
11. Ride The Lightning (Bonus Track)

Album-VÖ: 23.01.1971
Label: Black II Black
www.megadeth.com

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