Wer sich für Akustikgitarren interessiert, kommt an dem Namen Taylor Guitars nicht vorbei. Als einer der führenden Hersteller professioneller akustischer Gitarren steht das US-amerikanische Unternehmen für allerfeinste Qualität und Liebe zum Gitarrenbau. Natürlich schlägt sich das auch deutlich im Preis nieder, doch während Gitarren ab der 300er-Serie schnell mehrere tausend Euro kosten, ist die Taylor 214ce deutlich erschwinglicher. Möchtest du als fortgeschrittener Gitarrist nun auf eine professionellere Gitarre umsteigen, solltest du dieses Modell definitiv einmal testen. Diese Westerngitarre zählt seit Jahren zu den beliebtesten Taylor-Gitarren, weshalb wir sie uns einmal genauer angesehen haben.
Aufbau der Taylor 214ce im Überblick
Die Taylor 214ce ist Teil der Standard-Modelle aus der 200er-Serie in Grand-Auditorium-Bauform mit einem venezianischen Cutaway. Sie kombiniert eine massive Decke aus torrefizierter Fichte mit geschichtetem Walnussholz für Boden und Zargen und ist mit dem hauseigenen Expression System 2 ausgestattet. Damit ist sie fit für die große Bühne und in puncto Einsatzvielfalt ein wahrer Allrounder.
Ihr Hals ist aus Mahagoni gefertigt und mit einem Ebenholzgriffbrett ausgestattet, beides eine beliebte Wahl für diese Gitarrenparts. Mit einer Mensur von 648 Millimetern und einer Sattelbreite von 42,9 Millimetern verfügt sie dazu über Standardmaße einer Grand Auditorium.

Der erste Eindruck
Schon auf den ersten Blick fällt die hochwertige Verarbeitung auf, mit der sich Taylor international einen Namen gemacht hat. Saubere Bindings, präzise Bundierung und ein makellos aufgetragenes Finish vermitteln sofort Vertrauen.
Optisch setzt die Taylor 214ce auf ein klassisches Erscheinungsbild. Ihr Natural Finish und das Tortoise-Schlagbrett auf der Decke wirken angenehm dezent und auf Verzierungen wird bewusst verzichtet. Dies liegt natürlich auch daran, dass die Produktionskosten mit dekorativen Elementen steigen, weshalb die Gitarre visuell einfach schlicht (aber dennoch stilvoll) gehalten werden muss.

Bespielbarkeit der Taylor 214ce: Eine der größten Stärken

Wenn es eine Disziplin gibt, in der Taylor höchste Ansprüche an sich selbst stellt, dann ist es die Bespielbarkeit. Gerade das Halsdesign spielt in einer höheren Liga als das vieler Konkurrenzmodelle. Dabei ist das griffige, sanft abgerundete Standard-Carve-Halsprofil ein idealer Kompromiss zwischen dem früheren Slim-Carve-Profil und den kräftig geformten Hälsen zahlreicher traditioneller Akustikgitarren. So liegt der Hals der Taylor 214ce angenehm in der Hand und vermittelt ein angenehmes und ausgesprochen modernes Spielgefühl.
Darüber hinaus ist die Saitenlage ab Werk bereits optimal eingestellt, sodass sich Akkorde und Sololinien unkompliziert greifen lassen. Der Bonus ist zudem der Cutaway, der einen hindernisfreien Zugriff auf die hohen Lagen ermöglicht, weshalb sich das Potenzial der Gitarre entsprechend voll und ganz ausschöpfen lässt.

Der typische Taylor-Sound?
Die zentrale Frage lautet natürlich: Klingt die Taylor 214ce wie eine echte Taylor? Definitiv! Taylor hält, was es verspricht, denn die charakteristische klangliche Brillanz der massiven Fichtendecke kommt hervorragend zum Tragen. Da sie zudem einer thermischen Behandlung (Torrefizierung) unterzogen wurde, muss sich ihr Klang nicht wie üblich mit der Zeit entfalten.
Zusätzlich sorgt die Grand-Auditorium-Bauform für einen ausgewogenen Gesamtsound, denn sie liefert ausreichend Klangvolumen, ohne dabei so basslastig wie die klassische Dreadnought zu wirken. Daher gilt die Grand Auditorium als besonders vielseitig, da sie sowohl Akkordbegleitung als auch Soloparts ausgezeichnet zur Geltung bringt.
Wo spart Taylor bei der 214ce?

Natürlich muss Taylor in der Produktion für den geringeren Verkaufspreis Abstriche machen. Neben dem bereits erwähnten eher schlichten Erscheinungsbild sind Boden und Zargen aus Schichtholz der größte Unterschied zu den hochpreisigeren Modellen. Ab der 300er-Serie setzt Taylor ausschließlich massive Tonhölzer ein, deren Verarbeitung deutlich teurer ist.
Wer hier nun klanglich Einbußen befürchtet, kann beruhigt sein. Die Decke übernimmt den größten Part der Klangproduktion und verleiht der Gitarre bereits dank ihrer massiven Fertigung eine enorme Durchsetzungskraft und präzise Artikulation der Töne. Darüber hinaus zeichnet sich Taylor durch eine gewissenhafte Fertigung durch qualifizierte Fachkräfte aus, weshalb du sicher sein kannst, dass die Klangqualität nicht wesentlich beeinträchtigt ist. Wer allerdings das Maximum an Resonanz und Obertonreichtum sucht, wird langfristig bei den 300er- bis 900er-Modellen landen.
Für wen eignet sich die Taylor 214ce?
Die Taylor 214ce richtet sich besonders an fortgeschrittene Gitarristen, die ihre Gitarrensammlung um ein hochwertiges Modell der Mittelklasse erweitern möchten, um sich weiterzuentwickeln. Mit ihrer massiven Decke, ihrem hohen Spielkomfort und nicht zuletzt dem ausgezeichneten Tonabnehmer ist sie bereits ideal für den professionellen Rahmen geeignet. Ihr Sound erfüllt alle Taylor-Kriterien und wird Live-Musiker und Recording-Enthusiasten definitiv begeistern, wobei sie besonders die Performance von Singer-Songwritern unterstützt.
Weniger geeignet ist die Gitarre für absolute Anfänger. Zwar ist ihre Bespielbarkeit vorteilhaft, allerdings ist der Preis alles andere als einsteigerfreundlich. Hier kannst du dich in deutlich günstigeren Segmenten umsehen. Auch wer einen druckvollen Bassbereich sucht, ist mit der Taylor 214ce nicht ganz so gut beraten. Hier empfehlen sich eher Dreadnought-Gitarren.
Außerdem: Die Taylor 214ce gibt es sogar als Linkshänder-Modell und für klassische Gitarristen als Konzertgitarre. Es wird also wirklich an jeden gedacht.


Fazit: Der perfekte Einstieg in die Taylor-Welt?
Die Taylor 214ce ist nicht grundlos die meistverkaufte Gitarre des Taylor-Sortiments. Sie vereint die Qualitätsstandards des Herstellers mit dem beliebten Taylor-Sound, auf den viele Musiker schwören. Natürlich erhält man nicht alle Premium-Merkmale, aber dafür bekommst du eine erschwinglichere Gitarre, in der sich erstaunlich viel Taylor-Gefühl findet. Für viele Gitarristen ist die Taylor 214ce tatsächlich der perfekte Einstieg in die Taylor-Welt und eine langjährige treue Begleiterin.
Titelbild: Taylor Guitars
