Gitarrenlautsprecher erklärt: Celestion Greenback, Vintage 30 & Co.

Celestion Creamback Lautsprecher

Tonabnehmer, Saiten, Pedale, Verstärker-Topteile – wenn Gitarristinnen und Gitarristen ihren Sound verbessern möchten, denken sie in der Regel zuerst an die üblichen Verdächtigen in der Signalkette. Dabei unterschätzen wir jedoch oft eine Komponente, die weitaus mehr Impact darauf hat, wie unser Rig eigentlich klingt: der Lautsprecher.

Wer verschiedene Verstärker über eine Lautsprecherbox verglichen hat, merkt nämlich schnell, dass der Charakter des Gitarrenlautsprechers maßgeblichen Einfluss darauf hat, wie der angeschlossene Verstärker klingt. Egal, ob Celestion Greenback, Vintage 30, Creamback, Jensen oder Eminence, sie alle haben ihre völlig eigenen Klangeigenschaften, die teils gravierende Unterschiede im Sound mit sich bringen.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die bekanntesten Gitarrenlautsprecher und erklären, welche Eigenschaften sie auszeichnen und für welche Musikstile sie sich besonders eignen.

Gitarrenlautsprecher vs. HiFi-Lautsprecher: Was ist der Unterschied?

Was zeichnet Gitarrenlautsprecher eigentlich aus und inwiefern unterscheiden sie sich von üblichen Lautsprechern, wie sie z. B. in HiFi- und PA-Anlagen oder Studiomonitoren zum Einsatz kommen? Der Hauptunterschied und somit auch die klanggebende Komponente liegt im Frequenzgang des Lautsprechers. Während HiFi-Lautsprecher darauf abzielen, eine möglichst lineare und unverfälschte Wiedergabe mit gleichmäßiger Ansprache aller hörbaren Frequenzen zu erzeugen, bedienen Gitarrenlautsprecher nur ein recht begrenztes Frequenzband. Dieses reicht in der Regel von ca. 70 Hz bis ca. 5000 Hz, ist also auf den reinen Mittenbereich fokussiert. Zusätzlich ist die Membran eines Gitarrenlautsprechers leichter und weniger steif als die eines HiFi-Lautsprechers, wodurch sie in der Regel eine schnellere Ansprache bietet.

Worauf sollte man beim Kauf eines Gitarrenlautsprechers achten?

Ob ein Gitarrenlautsprecher für dein Equipment geeignet ist oder nicht, hängt von einigen Eigenschaften ab, die du vor Kauf auf jeden Fall überprüfen solltest:

Membrandurchmesser

Die offensichtlichste Eigenschaft eines Lautsprechers ist der Membrandurchmesser. Wenn du einen bestehenden Lautsprecher in einer Box tauschen möchtest, solltest du natürlich einen Ersatzlautsprecher mit derselben Membrangröße nehmen, damit er in die Box passt. Aus klanglicher Sicht sorgt eine größere Membran für eine bessere Darstellung tieferer Frequenzen, allerdings spricht eine große Membran nicht ganz so schnell an wie eine kleinere Membrangröße. Zu den gängigen Membrangrößen von Gitarrenlautsprechern zählen 8, 10 und 12 Zoll.

Belastbarkeit (Watt)

Die Belastbarkeit in Watt gibt an, welche Leistung der Lautsprecher im Dauerbetrieb verarbeiten kann. Wenn dein Lautsprecher eine Belastbarkeit von 30 Watt angegeben hat, solltest du also besser nicht mit einem 50 Watt starken Verstärker bei voller Leistung spielen, da der Lautsprecher sonst Schaden nehmen kann. Gerade bei Röhrenverstärkern sollte die Gesamtbelastbarkeit immer etwas höher sein als die maximale Ausgangsleistung des Verstärkers, da die ausgegebene Leistung eines voll aufgerissenen Röhren-Amp die angegebene Maximalleistung übersteigen kann.

Impedanz

Eine weitere wichtige Eigenschaft eines Lautsprechers ist seine Impedanz. Die Impedanz ist der Wechselstromwiderstand, der in Ohm gemessen wird. Glücklicherweise gibt es im Bereich der Gitarrenlautsprecher nur drei verwendete Impedanzen: 4, 8 und 16 Ohm. Viele Röhrenverstärker haben entweder verschiedene Ausgänge für unterschiedliche Impedanzen oder einen gemeinsamen Ausgang, der über einen Schalter für 4-, 8- oder 16-Ohm-Lautsprecher eingestellt werden kann.

Achtung: Wer mehrere Lautsprecher an einen Verstärker anschließen möchte, muss unbedingt darauf achten, welche Gesamtimpedanz sich ergibt! Diese ist davon abhängig, wie die Lautsprecher miteinander verkabelt sind.

Seriell vs. Parallel: Lautsprecher richtig verkabeln

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, Lautsprecher miteinander zu verkabeln: Seriell oder parallel. Um für unsere Box die richtige Verschaltungsmethode zu wählen, schauen wir uns beide im Vergleich an:

Serienschaltung

Wenn Lautsprecher seriell verschaltet werden, heißt das, dass das Signal erst durch den ersten Lautsprecher geht und danach erst den zweiten Lautsprecher passiert. Heißt, das Plussignal geht an den Pluskontakt von Lautsprecher 1, der Minuskontakt von Lautsprecher 1 wird mit dem Pluskontakt von Lautsprecher 2 verbunden, danach geht der Minuskontakt von Lautsprecher 2 an den Pluskontakt von Lautsprecher 3, usw.

Seriell verschaltete Lautsprecher
Seriell verschaltete Lautsprecher.

In diesem Fall werden die Impedanzen der einzelnen Lautsprecher einfach addiert. Wer also eine Box mit vier 4-Ohm-Lautsprechern seriell verkabelt, erhält also eine Gesamtimpedanz von 16 Ohm.

Parallelschaltung

Alternativ können Lautsprecher auch parallel verschaltet werden. Die Lautsprecher werden also nicht hintereinandergeschaltet, sondern simultan angesprochen. Hier geht das Signal gleichzeitig an die Pluspole aller Lautsprecher und wird von allen Minuspolen wieder abgeführt.

Parallel verdrahtete Lautsprecher
Parallel verdrahtete Lautsprecher.

Die Rechnung zur Ermittlung der Gesamtimpedanz ist zumindest auf dem Papier etwas komplizierter als bei der seriellen Verschaltung. Hier gilt nämlich folgende Formel:

Formel zur Impedanzberechnung parallel verschalteter Lautsprecher.Sieht kompliziert aus, ist es aber eigentlich nicht, wenn man sich die Rechnung an einem Beispiel anschaut. Angenommen, wir wollen zwei 8-Ohm-Lautsprecher parallel verkabeln. Dann ergeben sich folgende Rechenschritte:

1. Kehrwert beider Impedanzen addieren

Zuerst nehmen wir die beiden Impedanzen und ermitteln den Kehrwert, indem wir Zähler und Nenner tauschen. Aus 8 Ohm wird also 1/8. Wenn wir diese addieren, erhalten wir 1/8 + 1/8 = 2/8 bzw. 1/4.

2. Kehrwert des Ergebnisses nehmen

Anschließend errechnen wir den Kehrwert des Ergebnisses, indem wir wieder Zähler und Nenner tauschen. Aus 1/4 wird dann 4, die errechnete Gesamtimpedanz ergibt also 4 Ohm.

Und hier wird es dann in der Praxis recht einfach: Wenn wir zwei Lautsprecher mit gleicher Impedanz parallel schalten, halbiert sich die Impedanz. Die oben genannte Formel müssen wir also nur anwenden, wenn wir zwei Lautsprecher mit unterschiedlichen Impedanzen miteinander verschalten möchten.

Eine beliebte Kombination für vier Lautsprecher mit 8 Ohm ist es daher, die Lautsprecher parallel und seriell zu verdrahten. Dadurch verdoppeln und halbieren wir die Impedanz und erhalten unterm Strich wieder 8 Ohm.

Gitarrenlautsprecher – die bekanntesten Speaker im Überblick

Nachdem die grundlegenden Eigenschaften eines Gitarrenlautsprechers geklärt sind, ist es höchste Zeit, einen Blick auf die bekanntesten und meistgenutzten Vertreter zu werfen.

Celestion G12M Greenback – der Vintage-Klassiker

Absoluten Legendenstatus genießt der Celestion G12M Greenback, der bereits seit den 1960er-Jahren den Rock-Sound vieler Amps prägt. Am besten klingt er, wenn er auf hohen Lautstärken gespielt wird und bei beginnender Kompression den begehrten Vintage Crunch erzeugt. Von Jimi Hendrix über Angus Young und Jimmy Page bis hin zu Eric Clapton haben zahlreiche Gitarristen den Greenback auf so manch legendärer Aufnahme genutzt. Wer mit dem Sound der Jungs vertraut ist, weiß also schon ziemlich gut, wohin die Reise mit diesem Lautsprecher geht.

Celestion G12M Greenback – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 25 Watt Belastbarkeit
  • 55 Hz – 5000 Hz Übertragungsbereich
  • Keramikmagnet
  • Warmer, mittiger Sound, ideal für Rock und Blues


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Celestion G12M Greenback

Celestion Vintage 30 – der Speaker für moderne Sounds

Mindestens genauso legendär ist der Celestion Vintage 30, dessen Name nicht unbedingt seinen besten Einsatzbereich beschreibt. Der Vintage 30 ist nämlich der absolute Favorit zahlreicher Rock- und Metalgitarristen und vor allem im Modern Metal besonders beliebt. Der 12-Zoll-Lautsprecher mit 30 Watt Belastbarkeit zeichnet sich durch straffe Bässe und eine hohe Durchsetzungskraft aus, die vor allem in den klar artikulierten Höhen zur Geltung kommt. Kein Wunder, dass er besonders im High-Gain-Bereich seine Fans findet.

Celestion Vintage 30 – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 60 Watt Belastbarkeit
  • 70 Hz – 5000 Hz Übertragungsbereich
  • Keramikmagnet
  • Durchsetzungsfähiger Sound mit straffen Bässen und klaren Höhen, ideal für Rock und Metal


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Celestion Vintage 30

Celestion G12M-65 Creamback – der differenzierte Vintage-Speaker

Wer den Sound des Greenback mag, wird den Celestion Creamback lieben: Als Weiterentwicklung des Greenback bietet er eine weitaus höhere Belastbarkeit und einen weiter gefassten Dynamikumfang, weshalb er expressive Spielstile besonders gut umsetzen kann. Daher ist er ideal für Spieler, die gerne den ‚Edge of Breakup‘ ihres Verstärkers erkunden, also mit gerade genug Gain spielen, um je nach Anschlagsstärke sowohl Clean- als auch Crunch-Sounds zu erreichen.

Celestion G12M-65 Creamback – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 65 Watt Belastbarkeit
  • 75 Hz – 5000 Hz Übertragungsbereich
  • Keramikmagnet
  • Ausdrucksstarker Sound mit großem Dynamikumfang, ideal für Blues und Classic Rock


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Celestion G12M-65 Creamback

Celestion G12H Anniversary – Vintage mit mehr Power

Ebenfalls vom Greenback ausgehend, ist der Celestion G12H Anniversary die perfekte Alternative für Spieler, die den Greenback zwar schätzen, jedoch noch mal etwas mehr Power brauchen. Im direkten Vergleich liefert er mehr Bässe mit strafferem Attack und mehr Headroom. Das Resultat ist ein Lautsprecher, der sowohl am oberen als auch am unteren Rand des Frequenzbereichs mehr Wumms auf die Waage bringt. Kein Wunder, dass viele Gitarristen ihn treffenderweise als „Greenback mit Muskeln“ bezeichnen.

Celestion G12H Anniversary – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 30 Watt Belastbarkeit
  • 75 Hz – 5000 Hz Übertragungsbereich
  • Keramikmagnet
  • Kraftvolle Hochmitten, straffe Bässe und präsente Höhen ideal für 60s & 70s Rock


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Celestion G12H Anniversary

Celestion Alnico Blue –Inbegriff des Brit Sound

Der letzte Celestion-Lautsprecher unserer Liste ist der Celestion Alnico Blue, der im Gegensatz zu den vorher genannten Vertretern auf Alnico-Magneten setzt. Er wird bereits seit vielen Jahren standardmäßig im berühmten Vox AC30 Verstärker verbaut. Wer also den Gitarrensound der Beatles oder Brian Mays Griffbrettarbeit von Queen zu schätzen weiß, wird mit dem Celestion Alnico Blue einen vertrauenswürdigen Begleiter finden.

Celestion Alnico Blue – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 15 Watt Belastbarkeit
  • 75 Hz – 5000 Hz Übertragungsbereich
  • Alnico-Magnet
  • Gedämpftes Attack mit warmen Mitten und glockenartigem Top-End, perfekt für ausdrucksstarke Brit-Sounds


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Celestion Alnico Blue

Jensen P12R – der US-Klassiker

Neben den etablierten Platzhirschen des britischen Herstellers Celestion finden sich auf der anderen Seite des großen Teichs natürlich auch zahlreiche hervorragende Alternativen. Gerade Fender-Fans werden ihr Loblied auf die Lautsprecher des US-amerikanischen Herstellers Jensen anstimmen, da sie zur Standardausrüstung der legendären Fender-Verstärker wie dem Twin Reverb zählen. Kein Wunder, dass sie vor allem im Bereich des Country, Surf, Rockabilly und Jazz ganz klar die Lautsprecherboxen dominieren.

JensenP12R – Eigenschaften

  • 12 Zoll Membrandurchmesser
  • 25 Watt Belastbarkeit
  • 8 Ohm Impedanz
  • Alnico-Magnet
  • US-Voicing, ideal für Surf, Rock, Country, Rockabilly, Bluegrass u. v. m.


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Jensen P12R

Eminence – vielseitige Alternativen

Ebenfalls in den USA ansässig ist der Hersteller Eminence, der ein weitgefasstes Spektrum unterschiedlichster Lautsprecher führt. Zu den bekanntesten Lautsprechern zählen der Cannabis Rex mit namensgebender Hanfmembran, der Swamp Thang für dicke, saftige Sounds mit viel Sustain und der Texas Heat als perfekte Ergänzung für Southern Rock Sounds.

Fazit

Gitarrenlautsprecher sind nicht nur dazu da, den Verstärker-Sound laut zu machen. Sie sind ein maßgeblicher Teil unseres Sounds, dessen Einfluss niemals unterschätzt werden sollte. Egal, ob strahlkräftige Vintage-30-Sounds, glockig-klare Klänge eines Alnico Blue oder cremige Rock-Sounds eines Creamback: sie alle verleihen dem Verstärker ihren maßgeblichen Charakter. Insofern ist es also nie verkehrt, sich genauer mit den verschiedenen Lautsprechertypen zu beschäftigen und die richtige Ergänzung für deinen persönlichen Sound zu finden!

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