Platte der Woche: DEVON ALLMAN „Nightvision“

Devon Allman Nightvvision

Devon Allman traf seinen Vater, den berühmten und damals omnipräsenten Gregg Allman, erst Mitte der 80er-Jahre. Er war damals 15 Jahre alt und hatte ihm einen Brief geschrieben. Darin stand: „Hey, ich bin dein Sohn, ich spiele Gitarre und würde dich gern irgendwann treffen.“ Aus dieser zaghaften Annäherung entstand in der Folge eine innige menschliche wie musikalische Beziehung, die die ersten Lebensjahre von Devon Allman nicht hatten erwarten lassen. Heute steht er auf eigenen Beinen. Zwar wird, wie man hier merkt, bei seinen eigenen Veröffentlichungen sein Vater immer noch erwähnt. Doch er ist den großen musikalischen Fußstapfen, die Gregg mit der Allman Brothers Band hinterlassen hat, längst entwachsen.

Nightvision

Und nun hat der inzwischen 53-Jährige Devon Allman ein neues Album mit einem neuen Projekt veröffentlicht: Nightvision. Und schließt damit einen Kreis: Sein Sohn Orion feiert darauf seinerseits sein Recording-Debüt als Keyboarder. Schon die zweite Singleauskopplung „Awaken“ setzt laut Allman den Ton für die „sci-fi“-Atmosphäre des gesamten Albums: „Für mich ist es teils Pink Floyd, teils The Cure, die durch Arabien ziehen, während man VHS-Kassetten des ursprünglichen Dune schaut. Eine Mixtur, die von meiner texanischen Jugend geprägt ist.“

Nightvision ist ein immersives, von 1980er-Sci-Fi-Kino und esoterischer Nahost-Bildsprache inspiriertes Ambient-Art-Rock-Projekt. Die Musik wurde während der COVID-Pandemie in Allmans Heimstudio aufgenommen. Unterstützt werden Devon und Orion Allman von Schlagzeuger John Lum und Bassist Justin Corgan, beide langjährige musikalische Partner Allmans aus früheren Bands. Stilistisch nutzt Nightvision mystische Rhythmen, atmosphärische Gitarren und dichte Texturen, um cineastische Klanglandschaften zu erschaffen. Nach seinen bisherigen sich eher im Blues und Rock zuhause fühlenden Arbeiten, hat Allman einen neuen Ansatz gefunden:

„Es ist ein echtes Erfolgserlebnis, dieses Projekt nach fünf Jahren aus dem Archiv zu holen. Nightvision ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich hatte schon immer den Wunsch, Musik für Filme zu schreiben – das hier ist eine Annäherung an genau diese Dimension. Die Aufnahmen im Haus waren ein Trip: Wir haben die Drums im Foyer eingefangen, mit Mikrofonen im Obergeschoss, ganz im Stil von John Bonham. Außerdem habe ich gezielt dem Andy-Summers-Sound nachgespürt, mit alten Roland-Jazz-Chorus-Amps und Electric-Mistress-Pedalen. Ich habe überwiegend sogenannte Shredder-Gitarren verwendet, etwa meine Jackson von 1987, die ‚Jack Butler‘ (IYKYK), sowie meine Suhr Modern Custom HSS. Und meinen Sohn am Synthesizer dabei zu haben, war ein unglaublich stolzer Moment – er hat wirklich einzigartige Texturen beigesteuert.“.

Tracklist:

01. Awaken
02. Arabia (Part-I-The Approach)
03. Arabia (Part-II-The Arrival)
04. Burj
05. Dead Sea Scrolls
06. Enemy Mine
07. Old Republic
08. Imzadi
09. Welcome To Rylos, My Boy!
10. Plans Within Plans

Album-VÖ: 02.01.26
Label: Create Records
www.allmanbettsband.com
www.devonallmanproject.com

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