Platte der Woche: NICKELBACK – Everything Under the Sun

Tiefgestimmte Gitarren, treibende Hardrock-Riffs und Pop-Hymnen mit reichlich Ohrwurmpotenzial: Nickelback haben diese Mischung schon früh für sich entdeckt und mit kontrastreichem Songwriting zwischen Post-Grunge und Pop-Rock-Nummern den Weg in die internationale Musiklandschaft gefunden. Mit „Everything Under the Sun“ erscheint am 30. Oktober ihr elftes Studioalbum. Die vier vorab veröffentlichten Singles lassen bereits einige vertraute Seiten der Kanadier erkennen, während sich unter den Gästen diesmal neben John 5 und Sammy Hagar sogar Schauspieler Ryan Reynolds findet.

Seit ihrem internationalen Durchbruch mit „How You Remind Me“ (2001) gehört der Wechsel zwischen härteren Tracks und eingängigen Radiohits zum musikalischen Wesen von Nickelback. Zwar waren die frühen Veröffentlichungen insgesamt stärker vom raueren Post-Grunge geprägt, doch auch dort fanden sich bereits zahlreiche Melodien und Refrains, mit denen die Band später regelmäßig in den Charts landete. Auf den folgenden Alben verschob sich die Gewichtung immer wieder. Die härtere Seite verschwand dabei allerdings nie ganz.

„Everything Under the Sun“ folgt vier Jahre nach „Get Rollin’“ und erscheint erstmals über Virgin Music Group. Chad Kroeger kündigte die Platte als Veröffentlichung an, auf der sämtliche Seiten der Band vertreten sein sollen. Die bis zum Release veröffentlichten Songs passen deshalb durchaus zu dieser Beschreibung.

Kurzinfo auf einen Blick: „Here’s your nickel back“

Der Bandname geht übrigens auf einen früheren Nebenjob von Bassist Mike Kroeger bei Starbucks zurück. Beim Herausgeben des Wechselgelds sagte er häufig „Here’s your nickel back“ – also sinngemäß „Hier sind deine fünf Cent zurück“. Daraus wurde 1995 schließlich der Bandname Nickelback.

„Rattle the Cage“: Hardrock-Einstieg mit John 5

Mit dem Opener „Rattle the Cage“ legen Nickelback zunächst eine klassische Hardrock-Nummer vor. Ein treibender Drumbeat und tiefe Gitarren bilden die Grundlage für einen Song, der ziemlich direkt zur Sache kommt. Wer Nickelback vor allem durch ihre großen Pop-Rock-Hits kennt, bekommt hier erst einmal die etwas gröbere Kelle serviert.

Als Gast ist John 5 dabei, der neben seiner Solokarriere unter anderem durch seine Arbeit mit Rob Zombie und mittlerweile Mötley Crüe bekannt ist. Für den Einstieg ins Album haben sich Nickelback damit einen Gitarristen ins Studio geholt, der mit härteren Sounds bestens vertraut ist.

Der Song steht zugleich für eine Seite der Band, die zwischen „Photograph“, „Rockstar“ und den zahlreichen Balladen manchmal etwas untergeht: Nickelback haben sich immer wieder Platz für schwere Riffs und deutlich härtere Nummern gelassen.


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Drei weitere Singles mit stärkerem Pop-Einschlag

Die anderen drei Vorab-Songs „Bones for the Crows“, „Leave Me Behind“ und „Make Me Love You“ sind dagegen deutlich poppiger gehalten. Nach dem energischen Einstieg treten hier die zugänglicheren Seiten des Nickelback-Sounds stärker in den Vordergrund.

„Bones for the Crows“ setzt mit seinem härteren, stärker im Hardrock verankerten Gitarrensolo noch einmal einen entsprechenden Akzent. Insgesamt zeigen die vier Singles aber vor allem eine Band, die sich innerhalb ihres vertrauten musikalischen Rahmens bewegt. Für Nickelback ist der Weg von tiefen Gitarren zu einer Pop-Nummer schließlich längst keine große Reise mehr.

Ob man persönlich eher auf die härteren Stücke oder die eingängigeren Songs wartet, dürfte entsprechend beeinflussen, welcher der vier Titel zuerst hängen bleibt. Dennoch kann man sicher sein, dass das Nickelback-typische Songwriting definitiv im Ohr bleibt, auch bei den neuen Tracks der Platte.

Prominente Gäste bis hin zu Ryan Reynolds

Abseits der Singles fällt besonders die Gästeliste auf. Für „Lift Somebody Up“ kommen Sammy Hagar, Shinedown-Sänger Brent Smith und Gitarrist Zach Myers, Joe Bonamassa sowie die Schlagzeuger Tommy Lee und Charlie Benante zusammen. Schon die Namen lassen eine spannende Runde zwischen Hardrock, Blues und Metal erwarten.

Noch überraschender liest sich der Beitrag von Ryan Reynolds auf „Technicolor Steamboat“. Der Schauspieler übernimmt dort einen gesprochenen Einstieg mit Anspielung auf Gene Wilders Willy Wonka. Wie sich dieser Ausflug in den Albumzusammenhang einfügt, bleibt beim Hören der vollständigen Platte zu entdecken.

Everything Under the Sun: Vertraute Mischung mit spannender Feature-Gästeliste

Die vier Singles zeigen zunächst ziemlich typische Nickelback: einen härteren Auftakt, mehrere poppigere Songs und Gitarren, die je nach Stück unterschiedlich viel Raum bekommen. Gerade diese wechselnde Gewichtung begleitet die Band bereits seit ihren frühen Erfolgen.

Mit zwölf Songs bietet „Everything Under the Sun“ darüber hinaus noch einiges zu entdecken. Die prominenten Gäste sorgen zumindest für zusätzliche Neugier – die musikalische Grundlage der bisherigen Veröffentlichungen bleibt aber klar bei Kroeger und seinen Bandkollegen.

Tracklist:

  1. Rattle the Cage (feat. John 5)
  2. Bones for the Crows
  3. I Already Know
  4. Leave Me Behind
  5. If I Don’t Go
  6. Make Me Love You
  7. Chasin’ Famous
  8. Simple Song
  9. Technicolor Steamboat
  10. Lift Somebody Up
  11. Bottled Dreams
  12. Last Night Was Fun

Album-VÖ: 30. Oktober 2026
Label: Virgin Music Group

nickelback.com

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Titelbild/Platten-Cover: Virgin Music Group

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