Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat im Test

Die Ibanez Iron Label ICTB721-BKF verbindet die markante Iceman-Form mit einer modernen Siebensaiter-Ausstattung.

Die Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat ist eine siebensaitige Iceman für modernen Metal: tiefschwarz, auffällig geformt und mit einer Ausstattung versehen, die klar auf tiefe Tunings, präzises Riffing und hohe Gain-Reserven zielt. Mit einem Marktpreis von rund 1.279 Euro bewegt sie sich in einer ambitionierten Klasse – liefert dafür aber Neck-through-Konstruktion, Gotoh-Locking-Mechaniken und DiMarzio-D-Activator-7-Humbucker.

Konzept: Iceman für die tiefe Saite

Die Iceman-Silhouette hat auch Jahrzehnte nach ihrem ersten Auftreten nichts von ihrer Eigenständigkeit verloren. In der Iron-Label-Ausführung ist sie allerdings nicht als Retro-Instrument gedacht, sondern als moderne Metal-Gitarre mit sieben Saiten und durchgehend funktionaler Ausstattung.

Black Flat passt zu diesem Ansatz: Das matte Schwarz, die schwarze Hardware und die fehlenden Front-Inlays ergeben einen sehr aufgeräumten, fast industriellen Look. Die Orientierung übernehmen leuchtende Side Dots – ein kleines, im dunklen Proberaum oder auf einer Bühne aber ausgesprochen sinnvolles Detail.

Konstruktion und Ausstattung

Zentrales Bauteil der ICTB721 ist der fünfteilig verleimte Wizard-II-7-Ahorn/Walnuss-Hals in Neck-through-Bauweise. Der Hals läuft also durch den Korpus und wird von Okoume-Korpusflügeln ergänzt. Das verspricht eine direkte Ansprache und ein langes Sustain, vor allem aber eine sehr freie Bespielbarkeit in den hohen Lagen: Der Übergang zum Korpus ist deutlich weniger im Weg als bei einer verschraubten Konstruktion.

Das Ebenholzgriffbrett trägt 24 Jumbo-Bünde, besitzt einen flachen 400-mm-Radius und misst am Sattel 48 mm. Mit 19 mm am ersten und 21 mm am zwölften Bund bleibt der Hals sehr schlank. Das ist typisch Ibanez und eindeutig eine Ansage an Spieler, die schnelles Alternate Picking, weite Stretchings, Legato-Linien und technisch anspruchsvolle Akkordvoicings nicht gegen einen massiven Hals arbeiten lassen möchten.


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Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat

Die 25,5-Zoll-Mensur ist bei einer siebensaitigen Gitarre ein wichtiger Punkt. Ab Werk ist die ICTB721 in D-Standard mit tiefer A-Saite gestimmt und mit einem .064er-Satz bestückt. In diesem Bereich ist die Saitenspannung noch sinnvoll abgestimmt: Die tiefe Saite bleibt für präzise Palm-Mutes kontrollierbar, ohne sich vollkommen steif anzufühlen. Wer deutlich tiefer stimmen möchte, etwa auf Drop-G oder tiefer, sollte allerdings stärkere Saiten und ein sorgfältiges Setup einplanen. Eine längere Mensur würde hier mehr Reserven schaffen.

Die feste Mono-Rail-Bridge führt jede Saite über eine eigene Brückeneinheit. Das reduziert mechanische Wechselwirkungen zwischen den Saiten und macht die Intonation gut kontrollierbar. Dazu kommen Gotoh MG-T Locking Tuner. Sie beschleunigen den Saitenwechsel spürbar und unterstützen die Stimmstabilität – gerade bei einem Instrument, das im Bandalltag oft zwischen verschiedenen Drop-Tunings pendelt.

Zwei DiMarzio D Activator 7 Humbucker, Mono-Rail-Bridge und die reduzierte Bedienoberfläche definieren den kompromisslosen Metal-Fokus.
Zwei DiMarzio D Activator 7 Humbucker, Mono-Rail-Bridge und die reduzierte Bedienoberfläche definieren den kompromisslosen Metal-Fokus.

Handling: schnell, aber nicht beliebig

Die ICTB721 fühlt sich eindeutig wie ein Spezialist an. Der breite, sehr flache Siebensaiter-Hals liegt Spielern entgegen, die moderne Metal-Techniken gewohnt sind. Die zusätzliche tiefe Saite verlangt natürlich trotzdem Präzision: Wer sie nicht konsequent abdämpft, handelt sich gerade bei High-Gain-Sounds schnell Nebengeräusche ein. Das ist keine Schwäche der Gitarre, sondern Teil des erweiterten Frequenzbereichs.

Positiv ist die klare linke-Hand-Ergonomie. Der flache Hals und die Jumbo-Bünde erleichtern schnelles Greifen, Bendings und kontrolliertes Vibrato. Auch die hohen Bünde bleiben gut zugänglich. Die kantige Iceman-Form erfordert im Sitzen etwas Eingewöhnung; am Gurt ist die Balance jedoch deutlich praxisnäher, als die radikale Optik zunächst vermuten lässt.

Die Bedienung bleibt erfreulich schlicht: Ein Volume-, ein Tone-Regler und ein Dreiwegschalter reichen aus. Für eine Metal-Gitarre ist das konsequent. Anstatt zahlreiche Split- oder Voicing-Optionen anzubieten, konzentriert sich die ICTB721 auf zwei starke Grundsounds und einen brauchbaren Mischsound.

Die durchgehende Halskonstruktion sorgt für einen fließenden Übergang zum Korpus und unterstützt das lange Sustain.
Die durchgehende Halskonstruktion sorgt für einen fließenden Übergang zum Korpus und unterstützt das lange Sustain.

DiMarzio D Activator 7 im Praxistest

Die beiden passiven DiMarzio D Activator 7 mit Keramikmagneten prägen den Charakter der Gitarre. Sie sind auf hohe Ausgangsleistung, schnelle Ansprache und ein straffes Bassfundament ausgelegt. Im Vergleich zu vielen aktiven Konzepten bleibt dabei die passive Dynamik erhalten: Anschlagsstärke, Palm-Mute-Intensität und das Zurückdrehen des Volume-Reglers werden nachvollziehbar abgebildet.

Am Steg liefert die Ibanez ICTB721 ihren Kernsound. Tiefe Riffs werden klar konturiert, die tiefe A-Saite bleibt unter Verzerrung vergleichsweise definiert und Akkorde zerfallen nicht sofort in ein undefiniertes Bassfundament. Die oberen Mitten setzen sich durch, ohne dauerhaft in harsch-körnige Höhen abzurutschen. Gerade bei präzisen, rhythmisch dichten Metal-Produktionen ist das ein Vorteil: Der Sound hat Attack, aber auch genug Substanz für breite Doppelungen.

Der Hals-Pickup klingt voll, direkt und für Leads geeignet. Er liefert kein weichgezeichnetes Vintage-Bild, sondern bleibt im Tonansatz schnell und fokussiert. Das hilft bei schnellen Läufen und singenden High-Gain-Soli, kann bei sehr cleanen, warmen Jazz- oder Blues-Sounds aber etwas nüchtern wirken. Die Mittelstellung bringt eine leicht offenere, ausgedünntere Variante für Cleans, angezerrte Arpeggien und Arrangement-Layer.

Die Tonregelung erweitert den Einsatzbereich ein Stück weit, ersetzt aber kein komplexes Schaltsystem. Wer viele Singlecoil-artige Zwischensounds oder stark differenzierte Clean-Voicings benötigt, findet hier bewusst kein Allround-Instrument. Die ICTB721 will nicht alles können – sie will in ihrem Bereich zuverlässig funktionieren.

Die markante, schwarze Kopfplatte setzt das reduzierte Black-Flat-Konzept der Iron Label konsequent fort.
Die markante, schwarze Kopfplatte setzt das reduzierte Black-Flat-Konzept der Iron Label konsequent fort.

Im Recording- und Band-Workflow

Im Studio ist die Kombination aus fester Bridge, stabiler Hardware und direkter Pickup-Abnahme sehr angenehm. Das Instrument spricht schnell an, was beim Doppeln präziser Rhythmusgitarren hilft. Die tiefe Saite besitzt genug Definition, um mit einer passenden Amp-Simulation oder einem straff eingestellten High-Gain-Amp nicht unnötig viel Nachbearbeitung zu verlangen.

Wichtig bleibt die Disziplin im Spiel: Die Gitarre bildet Anschlagsdetails und ungewollte Saitengeräusche ehrlich ab. Das macht sie zu einem guten Werkzeug für kontrollierte Metal-Gitarristen, aber nicht automatisch zu einem problemlösenden Instrument. Ein sauber eingestelltes Noise Gate, korrektes Muting und ein passendes Setup gehören bei tiefen Tunings weiterhin zum Workflow.

Live profitiert die ICTB721 von den Locking-Mechaniken, den sichtbaren Side Dots und der unkomplizierten Elektronik. Sie ist ein Instrument, das sich schnell bedienen lässt und dessen Sound nicht zwischen zahllosen Schalterstellungen gesucht werden muss.

Sieben Gotoh MG-T Locking Tuner erleichtern den Saitenwechsel und unterstützen die Stimmstabilität.
Sieben Gotoh MG-T Locking Tuner erleichtern den Saitenwechsel und unterstützen die Stimmstabilität.

Fazit: Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat

Die Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat ist eine charakterstarke siebensaitige Metal-Gitarre mit klarer Haltung. Für rund 1.279 Euro bietet sie eine hochwertige, praxisnahe Konstruktion: durchgehender Wizard-II-7-Hals, Ebenholzgriffbrett, Mono-Rail-Bridge, Locking Tuner und zwei überzeugend straffe DiMarzio D Activator 7.

Ihr Schwerpunkt liegt eindeutig auf modernen High-Gain-Sounds, tiefen Tunings und technisch präzisem Spiel. Die 25,5-Zoll-Mensur funktioniert für das werkseitige D-Standard-Tuning mit tiefer A-Saite gut, ist für extrem tiefe Stimmungen jedoch weniger komfortabel als ein längeres Konzept. Auch klanglich bleibt die Gitarre ein Spezialist: Clean-Sounds sind nutzbar, aber nicht ihr eigentlicher Grund, gekauft zu werden.

Als Werkzeug für moderne Metal-Riffs, progressive Arrangements und dichte Studio-Produktionen ist die ICTB721 ausgesprochen konsequent umgesetzt. Wer eine auffällige Siebensaiter-Gitarre sucht, die sich nicht hinter ihrer Optik versteckt, sondern klanglich und spieltechnisch liefert, findet hier eine starke Iceman.

Pro

  • Straffe, durchsetzungsfähige High-Gain-Sounds
  • Sehr schneller Wizard-II-7-Neck-through-Hals
  • Mono-Rail-Bridge und Gotoh Locking Tuner3

Contra

  • 25,5-Zoll-Mensur bietet für sehr tiefe Tunings weniger Reserven
  • Wenige Klangoptionen außerhalb des klaren Metal-Fokus

Link zum Hersteller: Ibanez

 


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Ibanez Iron Label ICTB721-BKF Black Flat

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