Platte der Woche: BRING ME THE HORIZON „Count Your Blessings | Repented“

Kommt ihr mit auf eine Zeitreise in das Jahr 2006? Heute erscheint das Remake der ersten Bring Me The Horizon-Platte Count Your Blessings, von der wir bereits im Vorfeld Black & Blue als Single sowie den völlig neuen Song Dehumanized bekommen haben. Die brandneue Single war bis vor wenigen Wochen auf Spotify und Co. lediglich als „Track 11“ gelistet, jedoch wurde das Geheimnis des neuen Songs vor Release der Platte bereits gelüftet. Nun veröffentlichen Bring Me The Horizon Count Your Blessings | Repented zum 20-jährigen Jubiläum ihres Debütalbums als vollständig neu aufgenommene Version, welches 2006 den Grundstein ihrer Karriere legte.

2006 bis 2026: 20 Jahre Count Your Blessings

Das ursprüngliche Count Your Blessings erschien am 30. Oktober 2006 und gilt heute als eine der wichtigsten Veröffentlichungen des frühen Deathcore. Songs wie Pray for Plagues machten die damals noch jungen Briten schnell zu einem Geheimtipp der extremen Metalszene.

Original-Cover von Count Your Blessings (2006)
Original-Cover von Count Your Blessings (2006)

Gleichzeitig war das Debüt geprägt von einer rohen Produktion und einer kompromisslosen Energie, die zwar bis heute Kultstatus genießt, von der Band selbst jedoch über viele Jahre kritisch betrachtet wurde.

Bereits kurz nach der Veröffentlichung verschwanden die meisten Songs aus den Live-Sets, während Bring Me The Horizon ihren Sound mit Alben wie Suicide Season, Sempiternal, That’s The Spirit, amo und den letzten beiden POST HUMAN-Alben immer wieder weiterentwickelten und sich und ihr Genre teilweise völlig neu definierten.

Mit Count Your Blessings | Repented erhält das Debüt nun eine zweite Chance. Unter der Leitung von Sänger Oli Sykes und Gitarrist Lee Malia wurde das komplette Album neu eingespielt und gemeinsam mit Buster Odeholm (u. a. Silent Planet, Orbit Culture und Allt) neu gemischt.

Das Ergebnis bewahrt die ursprüngliche Intensität des Albums und profitiert gleichzeitig von zwei Jahrzehnten musikalischer Erfahrung, wodurch die Songs härter, tighter und klanglich auf dem Niveau einer ausgereiften Metal-Produktion klingen. Quasi wie ein guter, 20 Jahre gereifter Wein. Besonders der Opener, Pray For Plagues, zeigt wunderbar, was wir vom Sound der Platte alles erwarten können!

Sound: Ursprüngliche Intensität neu entfacht

Von vornherein: Klanglich kann sich Count Your Blessings | Repented definitiv hören lassen. Der Sound wirkt insgesamt deutlich satter, ohne dabei den rohen Charakter des Originals zu verlieren. Gerade das ist hier wunderbar gelungen! E-Gitarren, Drums und Vocals greifen präzise ineinander und transportieren genau die Intensität, die Bring Me The Horizon vermutlich schon 2006 im Sinn hatten, jedoch aufgrund der noch begrenzten Erfahrung des damaligen Produzenten im Deathcore-Genre nicht vollständig eingefangen werden konnte. Gleichzeitig verzichtet die Band bewusst auf eine vollständig glattpolierte Metal-Produktion.

Foto: bmthofficial.com
Bring Me The Horizon v.l.n.r.: Lee Malia (E-Gitarre), Oli Sykes (Vocals), Matt Nicholls (Drums), Matt Kean (E-Bass). Foto: bmthofficial.com

Die Gitarren behalten ihre raue, fast schon „nasty“ Note des damaligen 5150-High-Gain-Flaires und lassen Lee Malias technisch anspruchsvolles Riffing hervorragend zur Geltung kommen. Das Schlagzeug wurde mit enormem Punch und reichlich „Bleed“ abgemischt, wobei insbesondere die Snare durchweg hervorragend in diesem heftigen Kontext klingt. Das geschmackvoll eingesetzte Reverse-Reverb der Snare in Black & Blue (02:19) verdient hier definitiv eine Erwähnung!

Songs wie A Lot Like Vegas, (I Used to Make out With) Medusa oder Black & Blue haben es mir besonders angetan, während der legendäre „Move“-Drop beim zweiten Track Tell Slater Not to Wash His Dick (2:04) genau so rein knallt, wie ich es schon beim Original in der Brust gespürt habe!

Auch Oli Sykes‘ Gesang profitiert hörbar von zwanzig Jahren Erfahrung und einer gesünderen Herangehensweise beim Aufnehmen der technisch anspruchsvollen Scream- und Growl-Vocals. Zwar orientieren sich die neu aufgenommenen Songs durch zahlreiche Vocal-Layer klanglich stark am Original, besonders der neue Track Dehumanized zeigt jedoch, wie sehr sich seine gesanglichen Fähigkeiten seit dem Debüt weiterentwickelt haben.


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Fazit: Ein wahrer Schmaus für Deathcore-Ohren!

Alles in allem werden hier nicht nur alte BMTH-Fans abgeholt, die seit der ersten Stunde dabei sind, sondern ebenso neues Publikum, das die Band erst über ihren zwanzigjährigen Genrewandel  kennengelernt hat.

Vom Deathcore zum Metalcore, bis hin zum That’s The Spirit-Pop-Rock mit brachialen Stadionhymnen hat sich die Band über die Jahre immer weiter von ihrem ursprünglichen Genre entfernt. Mit den letzten beiden POST HUMAN-Alben (2020 & 2024) sind Bring Me The Horizon bereits einen deutlich Schritt zurück zum Metal- und Deathcore gegangen und knüpfen mit Count Your Blessings | Repented nun an die Anfangsjahre ihrer Bandgeschichte an. Damit schließt sich dieser Kreis und die Band zeigt mit dem Remake ihrer ersten Platte, dass sie ihre Vergangenheit definitiv nicht vergessen haben. Statt das Debütalbum als unausgereiftes Frühwerk abzutun, schenken sie ihm zwanzig Jahre später eine wohlverdiente Wiedergeburt.

Tracklist

  1. Pray for Plagues
  2. Tell Slater Not to Wash His Dick
  3. For Stevie Wonders Eyes Only
  4. A Lot Like Vegas
  5. Black & Blue
  6. Slow Dance (Instrumental)
  7. Liquor & Love Lost
  8. (I Used to Make out With) Medusa
  9. Fifteen Fathoms, Counting (Instrumental)
  10. Off the Heezay
  11. Dehumanized

Album-VÖ: 10.07.2026
Label: Sony Music

www.bmthofficial.com

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Fotos: bmthofficial.com

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