Killerclowns, Monster und düstere Gestalten gehören längst nicht nur auf die große Kinoleinwand. Auch im Rock und Metal haben Horror-Themen seit Jahrzehnten ihren festen Platz. Seit den frühen Siebzigern sorgen Bands immer wieder für musikalischen Nachschub aus dem Gruselkabinett.
Manche widmen einzelnen Filmfiguren einen Song, andere bauen gleich ganze Alben und Bühnenshows um ihre Vorliebe für das Unheimliche. Für deinen Halloween-Soundtrack haben wir sieben Bands zusammengestellt, die Horror auf ganz unterschiedliche Weise hörbar und sichtbar machen. Mit Metalcore-Breakdowns, Horror-Punk, schweren Gitarren und einer ordentlichen Portion Theatralik findest du hier sicher Musik für deine Halloween-Playlist .
Unsere Auswahl beginnt bei einem ziemlich bekannten Killerclown und führt durch verschiedene Spielarten und Epochen des musikalischen Horrors.
Ice Nine Kills – „IT Is the End“: Pennywise lässt bitten
Wer Horrorfilme und Metalcore mag, dürfte bei Ice Nine Kills schnell warm werden. Die Band um Sänger Spencer Charnas hat ihre Filmleidenschaft spätestens mit The Silver Scream von 2018 und dem Nachfolger The Silver Scream 2: Welcome to Horrorwood von 2021 zum zentralen Konzept ihrer Texte, Musikvideos und Shows gemacht. Schon auf dem Vorgänger Every Trick in the Book griffen die Musiker bekannte Horrorgeschichten auf: „Hell in the Hallways“ bezieht sich auf Carrie, „Communion of the Cursed“ auf Der Exorzist. Während damals eher einzelne Songs das Horror-Konzept unterschwellig bestimmten, rückten mit The Silver Scream Horrorfilmklassiker in den Mittelpunkt. Die Songs widmen sich jeweils unterschiedlichen Filmen, während die aufwendigen Musikvideos daraus eine eigene, zusammenhängende Horrorwelt entstehen lassen.

Für unsere Auswahl fällt die Wahl auf „IT Is the End“ vom ersten Silver-Scream-Album. Der Song widmet sich Stephen Kings ES und dessen wohl bekanntester Gestalt: Pennywise. Charnas wollte den Wechsel zwischen der zunächst freundlichen Clownfassade und dem dahinterliegenden Grauen sowohl im Gesang als auch im Video einfangen.
Eine besondere Rolle übernehmen dabei die Gäste: JR Wasilewski und Buddy Schaub von Less Than Jake steuern Bläser bei, die den unheimlichen Zirkuscharakter des Horrorclowns unterstreichen. Will Salazar von Fenix TX ist als Gastsänger beteiligt und schrieb gemeinsam mit Charnas den Refrain. Zwischen Metalcore-Gitarren, Breakdowns und diesem verdrehten Jahrmarktsgefühl entsteht ein Song, bei dem die Bläser mindestens ebenso gut ins Horrorkonzept passen wie die härteren Passagen.
Gerade diese Abwechslung macht „IT Is the End“ zu einem passenden Einstieg. Pennywise bekommt hier keine bloße musikalische Erwähnung, sondern eine kleine Horrorvorstellung mit allem Drum und Dran.
Misfits – „Halloween“: Horror-Punk ohne lange Vorrede
Bei den Misfits braucht es deutlich weniger Anlauf. Ihre Single „Halloween“ erschien bereits 1981 und bringt den Anlass unserer Auswahl direkt im Titel unter. Die Band gehört zu den prägenden Namen des Horror-Punk und hat Monster, Friedhöfe und B-Movie-Ästhetik zu einem festen Bestandteil ihres musikalischen Erscheinungsbilds gemacht.
Musikalisch bildet „Halloween“ einen schönen Kontrast zum aufwendigen Metalcore von Ice Nine Kills. Verzerrte Akkorde, ein direkter Rhythmus und der wiederkehrende Gesang stehen im Mittelpunkt. Der Song braucht weder ein langes Intro noch ausgedehnte Soli, um seine Wirkung zu entfalten.
Das macht ihn auch für eine gemischte Halloween-Playlist interessant: Nach all den filmreifen Arrangements darf eine Nummer ruhig einmal kurz, rau und unmittelbar aus den Boxen kommen.

Alice Cooper – „Feed My Frankenstein“: Ein Monster mit prominenten Gitarristen
Wenn Rockmusik zur Horrorvorstellung wird, darf Alice Cooper kaum fehlen. Für unsere Auswahl bietet sich „Feed My Frankenstein“ vom Album Hey Stoopid aus dem Jahr 1991 an. Der Song bringt das Monster bereits im Titel mit und bekam durch Coopers Auftritt im Film Wayne’s World zusätzliche Aufmerksamkeit.
Für Gitarrenfans lohnt sich ein Blick in die Besetzung: Steve Vai und Joe Satriani spielen auf dem Stück, während Nikki Sixx den Bass übernimmt. Das ist eine ziemlich prominente Runde für die musikalische Fütterung eines Monsters.
Der Song bleibt trotz dieser Gäste eine zugängliche Hardrock-Nummer mit einem griffigen Riff und einem Refrain, der schnell hängen bleibt. Coopers theatralischer Vortrag gibt dem Ganzen den passenden Charakter zwischen Monsterfilm und bewusst überzogenem Rock-Theater.
Type O Negative – „Black No. 1“: Gothic mit einem Augenzwinkern
Mit Type O Negative wird es langsamer, dunkler und zugleich ziemlich selbstironisch. „Black No. 1 (Little Miss Scare-All)“ stammt von Bloody Kisses und gehört zu den Songs, die das Zusammenspiel aus düsterer Atmosphäre und schwarzem Humor besonders gut zeigen.
Statt hektischer Schreckmomente gibt es hier viel Raum für schwere Gitarren, tiefe Vocals und den Bass von Peter Steele. Gerade die tiefen Saiteninstrumente tragen dazu bei, dass die Nummer selbst in ihren ruhigeren Momenten eine eigene Schwere behält, während kurze Cembalo-Einschübe eine gewisse Dynamik in die sonst harten Passagen bringen.
Wer die Band erst kennenlernt, bekommt mit dem offiziellen Video einen kompakten Einstieg für eine gewisse Filmästhetik der 1920er-Jahre. Für die ausführlichere Reise lohnt sich anschließend die deutlich längere Albumfassung.
King Diamond – „Halloween“: Heavy Metal als Horrortheater
King Diamond macht aus Horror eine ausgesprochen theatralische Angelegenheit. Seine hohen Gesangspassagen und die Vorliebe für unheimliche Geschichten gehören ebenso dazu wie die typischen Glam-E-Gitarren-Riffs. „Halloween“ stammt vom Debütalbum Fatal Portrait aus dem Jahr 1986, auf dem Andy LaRocque und Michael Denner die Gitarren übernehmen.
Klassische Metal-Riffs, melodische Gitarrenparts und Soli liefern die Grundlage für Kings auffälligen Gesang. Wer seine Stimme zum ersten Mal hört, dürfte sich recht schnell eine Meinung bilden. Für eine Halloween-Auswahl ist genau dieser eigenwillige Charakter allerdings ein guter Grund, genauer hinzuhören.
Passend zum Anlass gibt es auch einen aktuellen Bezug: Metal Blade hat die ursprünglich 1986 erschienene Halloween-Picture-Disc mit den drei Songs „Halloween“, „The Candle“ und „The Lake“ für den 23. Oktober 2026 mit neuem Artwork wieder aufgelegt.
Black Sabbath – „Black Sabbath“: Wenige Töne reichen aus
Zum Abschluss geht es zurück zu Black Sabbath und dem gleichnamigen Stück ihres Debütalbums. Schon das Gewitter und die Glockenschläge am Anfang schaffen eine Atmosphäre, in der man keine besonders freundliche Geschichte mehr erwartet. Danach setzt Tony Iommis langsames Gitarrenriff ein.
Der Bezug zum Horror ist dabei Teil der Bandgeschichte: Der Songtitel geht auf den gleichnamigen Horrorfilm von 1963 mit Boris Karloff zurück. Aus dem Songnamen wurde schließlich auch der Bandname.
Musikalisch zeigt „Black Sabbath“, wie wenig Material es für eine bedrohliche Wirkung braucht. Im Hauptriff spielt der Tritonus, ein Abstand von sechs Halbtönen, eine zentrale Rolle. Zusammen mit den langen Tönen, den Pausen und Ozzy Osbournes Gesang entsteht eine Spannung, die ganz ohne schnelle Läufe oder moderne Effektketten auskommt.
Nach Killerclowns, Monstern und Gothic-Theater ist das ein passender Schlusspunkt: Manchmal reichen ein paar Gitarrentöne, damit der Raum plötzlich ein gutes Stück dunkler wirkt.

Rob Zombie – „Dragula“: Groove im Gruselkabinett
Rob Zombie gehört zu den Musikern, bei denen die Horrorwelt weit über einzelne Songtitel hinausgeht. Schon sein Solodebüt „Hellbilly Deluxe“ von 1998 trägt den ausführlichen Untertitel 13 Tales of Cadaverous Cavorting Inside the Spookshow International. Zu den darauf enthaltenen Singles gehören „Living Dead Girl“, „Superbeast“ und unsere Wahl „Dragula“. An der Gitarre war damals Mike Riggs beteiligt.
„Dragula“ setzt vor allem auf Groove. Die Gitarren greifen mit den elektronischen Elementen und dem gleichmäßigen Beat ineinander, während Zombies rauer Gesang darüberliegt. Das Stück funktioniert dadurch ebenso als harter Rocksong wie als Nummer für eine Halloween-Party, bei der sich auch etwas bewegen darf.
Das offizielle Musikvideo liefert die passende Bilderwelt gleich mit: überzeichnet, schräg und voller Horror-Atmosphäre. Bei Zombie darf Horror schließlich auch Spaß machen.
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Titelbild: Ice Nine Kills – IT Is The End (Music Video) [YouTube]
![Ice Nine Kills - IT Is The End Video Screenshot [YouTube]](https://guitar-player.com/wp-content/uploads/2026/10/Horror-im-Rock-und-Metal-Halloween-Titelbild-1024x683.jpg)